Wo stünden die Trierer Höhenkicker in der abgelaufenen Spielzeit ohne Auswärtsschwäche? Eine Frage die man sich nicht nur als Fan und Zuschauer – sondern auch als Spieler stellte. Fakt ist – „wir ließen in dieser Saison einfach viel zu viele Punkte liegen, besonders auswärts“, untermauert Chef-Trainer Holger Lemke rückblickend, dessen Team immerhin als Tabellensechster (nach Spielwertung aus Wissen) mit 62 Punkten eine unterm Strich starke Rheinlandliga-Saison abschließen konnte. Für Fußball-Rheinlandligist FSV Trier-Tarforst war es zudem die dreizehnte Saison in Folge in Deutschlands höchster Verbandsklasse. Ein „Liga-Dino“ – dieses Jahr so stark wie noch nie in all den Jahren, spielten die Tarforster eine lange Zeit sogar um die beiden oberen Plätze eifrig mit. Am Ende stand aber leider nur Platz sechs unter der Abrechnung – nach einer Saison, auf die man aber dennoch gerne zurückblickt.
Es war eine Spielzeit wo das „Meister-Werden“ durchaus als lösbares Ziel möglich gewesen wäre. Eine wacklige und gut schlagbare Konkurrenz – ein enges Teilnehmerfeld schon ab dem Mittelfeld aufwärts und ein starker FSV, der besonders vor eigenem Publikum nicht nur mächtig Tore einschieben konnte, sondern auch mit Leidenschaft und Stärke Punkte sammelte. Große Clubs gingen in der Tarforster Festung baden – Aufstiegsaspiranten bissen sich die Zähne aus und „kleine“ Teams wuchsen sogar über sich hinaus. Im Tarforster Wohnzimmer war fast alles vertreten. Vom nervenaufreibenden Duell – bis hin zum deutlichen Kantersieg und schließlich auch die ein oder andere Niederlage. Zuhause zählten die Trierer Höhenkicker allerdings nur zwei Pleiten und zwei Unentschieden. Den Rest der Heimspiele konnte man gewinnen – sodass der FSV als bestes Heimteam dieser Liga, dass damals zudem seit weit über einem Jahr zuhause als ungeschlagen galt und erst der FC Bitburg und späterer Aufsteiger diesen einmaligen Bann brechen konnte, in die vereinseigenen Geschichtsbücher einging. Bestes Heimteam – und auch beste Offensive der Liga.
Denn auch vor dem gegnerischen Tor bewiesen die Schützlinge von der Trierer Höhe Stärke und zählten mit Abschluss dieser Runde 101 Tore – bei nur 47 Gegentoren. „Unsere Heimstärke und auch unsere offensive Schlagkraft war in dieser Saison brutal“, lobt Lemke weiter, der diesen Schwung allerdings auch gerne auswärts gesehen hätte, wie er weiter ausführt: „Wir verschenkten auswärts einfach zu viele Punkte und taten uns phasenweise richtig schwer. In meinen Augen war dies oftmals eine reine Kopfsache.“
Und dennoch blickt man zufrieden und stolz zurück. Eine Mannschaft die Großes aufbot – und Spieler, die nicht nur neben dem Platz gute Freunde waren, sondern viel mehr auch auf dem Rasen für einander einstanden. Eingespielt – erfahren und mit reichlich Leidenschaft bei der Sache, beugt man sich zwar schmerzend einer bitteren Auswärtsbilanz, die aber dennoch die zurückliegende Saison keineswegs in den Schatten stellen wird. „Prinzipiell haben wir was die Punkte betrifft – die beste Saison aller Zeiten in der Rheinlandliga abgeliefert. Gerade deswegen sind wir schon sehr zufrieden. Aber ich bin mir auch sicher – dass in dieser Runde deutlich mehr hätte gehen können. Wir hatten eine sehr gute Mannschaft – und spielten eine lange Zeit oben in der Tabelle mit. Unser schleppender Saisonauftakt – hinzu kommt unsere schwache Auswärtsbilanz, waren es letztendlich einige liegengelassenen Punkte zu viel. Dennoch gilt dieser Mannschaft ein großer Applaus – die trotz einigen Rückschlägen immer wieder Klasse bewiesen hat“, unterstreicht Holger Lemke weiter.
Zum Abschluss dieser Runde haben nun mit Mohammad Rashidi – Ayman Habbouchi, Nicola Rigoni, Frank Chalve, Heiko Weber, Martin Gorges, Bernhard Heitkötter, Benedikt Decker und mit Adrian Ziewers, gleich neun Spieler den Rheinlandliga-Kader als aktiver Spieler verlassen. Ein Umbruch steht somit vor der Tür – den man aber dennoch mit vereinten Kräften stemmen möchte. Gezielte Neuzugänge – extern und aus der eigenen Schmiede, sollen schließlich die Lücken füllen, die zwar groß sein werden, aber trotz allem gut zu kompensieren sein müssten. Ziel ist es – einen Kader aus erfahrenen und jungen Spielern zu formen, die sich natürlich erst einmal finden müssen, um schließlich den bisher erfolgreich eingeschlagenen Weg auch nahtlos fortzusetzen. Geduld ist hier das Zünglein an der Waage – blickt man im Lager des FSV somit auch trotz Umbruch in eine vielversprechende Zukunft, wie FSV-Fußball-Abteilungsleiter Thomas Kempny klarstellt: „Wir blicken mit gemischten Gefühlen auf diesen Umbruch. Weil uns einerseits diese neun Spieler verlassen haben – die enorme Qualität und Erfahrung auf den Platz gebracht haben, anderseits blicken wir positiv auf den bevorstehenden Umbruch, da wir viele talentierte und junge Spieler in unserem Kader haben werden, die nun in den Vordergrund und in die Verantwortung rücken werden. Es gilt nun die vielen Abgänge zu kompensieren und die Neuzugänge zu integrieren um ein kampf- und spielstarkes Team zu formen. Dort wird nun auch auf unser Trainerteam eine neue Herausforderung zukommen.“
Eine Herausforderung die größer nicht sein könnte – und sechs Wochen Vorbereitung, in denen man schließlich wieder ein Team formen möchte, dass nicht nur menschlich sauber tickt, sondern viel mehr auch sportlichen Erfolg verbucht. Die alte Truppe ist passé – und hat noch einmal zusammen im Rahmen einer Mannschaftsreise die zurückliegenden Monate Revue passieren lassen. Ziel war dieses Jahr die belgische Küste – wo man eine Woche lang neben Sonnenbaden und kühlem Nass, die ein oder andere Fußball-Anekdote noch einmal auspackte. Die „geile Truppe“ gibt es nun nicht mehr – und dennoch bleiben die Erinnerungen an eine starke Saison für die Ewigkeit verankert.
Ein Kommen und Gehen – reichlich Vorfreude auf die kommende Runde, die wohl die stärkste Rheinlandliga aller Zeiten werden dürfte. Top-Clubs aus der Oberliga – starke Aufsteiger und ein ohnehin schon deftiges Teilnehmerfeld, dass schließlich auch in dieser Spielzeit alles an Kampf abrufen wird. Auf der Trier Höhe ist man bereit – spätestens Ende Juni, wenn die Trierer Höhenkicker mit neuer Truppe in eine vielversprechende Sommervorbereitung starten werden. Doch schon jetzt ist klar – Qualität und Stärke werden auch diese Jungs einmal mehr ins eigene Trikot bringen, in der insgesamt vierzehnten Rheinlandliga-Saison in Folge. AM





















