Die Kunst des Fußballs ließen wohl beide Mannschaften in der Kabine liegen. Viel Kampf – wenn auch zäh und teilweise unschön, konnte Fußball-Rheinlandligist FSV Trier-Tarforst im Heimspiel gegen Morbach am Ende aber dann doch noch einen leichten Jubel auspacken, als man praktisch im Endspurt den 2:2-Ausgleich erzielte und zumindest vorerst die bittere Talfahrt stoppte.
Auf dem Trierer Berg kann man durchatmen – wenn auch nur leicht. Immerhin stimmte der Kampf samt Moral. Und dennoch waren wieder zahlreiche Fehler im heimischen Dress vertreten – die den Gästen aus dem Hunsrück teilweise hilfreich waren. Der Drang zum Tor – gerade mit Beginn des Spiels, war vorhanden. Die erste gute Aktion des Derbys schrieben sich die Trierer Höhenkicker auf die Brust – als Luis Böhme nach einer Flanke von Nico Neumann nicht richtig zum Abschluss kam und am Ende an Morbachs Keeper scheiterte (4.). Bislang wagte keiner der beiden Teams das volle Risiko. Morbach als Tabellenvierter ließ den FSV oftmals gewähren. Nach elf Minuten auch fast mit Erfolg – als Florian Weirich nach einer starken Hereingabe von Nils Kiesewetter mit der Fußspitze frei vor dem Tor an Keeper Tiburtius scheiterte (11.). Tarforst kämpfte und bewies große Mühe den Ball durch einen sehr engen Morbacher Strafraum hindurch zu zirkeln. Allerdings vor dem Tor – auf Höhe des „16er“, agierte man zu schwach und zu harmlos. Offensiv fehlte den Tarforstern noch einiges. Morbach hatte meist immer einen Fuß dazwischen – störte früh und konnte sich den FSV bislang gut auf Distanz halten. Die Führung für die Gäste erfolgte jedoch nach zwanzig Minuten – als Morbach einen groben Tarforster Abwehrfehler keck ausnutzte und aus dem Gedränge heraus zum 1:0 dank Lukas Servatius einschieben konnte (20.). Der Rückstand für den Platzhirsch war perfekt. Wieder ein Abwehrfehler und wieder bitter bestraft. Nach einer guten halben Stunde versuchte es auch Luca Herrig aus der Distanz heraus den knappen Rückstand zu egalisieren – doch auch sein „harmloser“ Abschluss war keine große Kunst für Morbachs Schlussmann (33.). Zwei Minuten später versuchte es Tarforst erneut – als Weirich nach einem Solo selbst den Abschluss wagte, am Ende aber am Torwart scheiterte, der wiederum sicher klären konnte (35.). Im Gegenzug kam aber auch von Morbach nicht viel. Spielerisch entfachte man kein großes Feuer – agierte man immerhin als Nutznießer und profitierte von Tarforster Fehlern. So auch kurz vor der Pause – als Morbach erst nach einem strammen Schuss von Unison Yavo Dama die Unterkante der Latte traf (44.) – und anschließend Yusuf Kahyaoglu mit der letzten Aktion des ersten Durchgangs wieder dank einer Tarforster Unachtsamkeit auf 2:0 aus Sicht der FV Morbach erhöhte (45.).
Nach Wiederanpfiff markierte Tarforst die erste Möglichkeit der zweiten Hälfte – nachdem Nathan Benndorf mit einem Distanzschuss sein Glück versuchte, den Ball jedoch nur haarscharf übers Tor steuerte (48.). Tarforst war da – wenn auch noch zaghaft, musste offensiv einfach mehr geschehen um in diesem Spiel noch etwas zu bewirken. Erst nach einer knappen Stunde rollte der heimische Express besser und schneller – und auch Chancen wurden gefährlicher. Wie etwa nach einer Weirich-Flanke auf Benndorf – der das runde Leder nur knapp übers Tor vorbei köpfte (56.). Auch Neumann versuchte es – doch auch sein Distanzschuss wurde nur zum Eckball geklärt (58.). Der Kampf des FSV war allgegenwärtig – dieses Mal fehlte es an jener Tugend nicht. Zwanzig Minuten vor Schluss zahlte sich das heimische Aufbäumen auch aus – als Benndorf nach einer Flanke von Neumann mustergültig auf 1:2 verkürzte (73.). Tarforst leckte Blut und gab weiterhin Vollgas. Morbach geriet nun oftmals in Bedrängnis – konnte einen quirligen FSV kaum bremsen und musste schließlich nach Ablauf der regulären Spielzeit den 2:2-Ausgleich wehmütig hinnehmen, als Nico Neumann von rechts mit einem zielgenauen Flachschuss zum 2:2-Endstand vollstreckte (90.) Großer Jubel bei den Hausherren in rot – die nicht nur am Ende eine bärenstarke Moral bewiesen haben, sondern viel mehr auch eine nervige Talfahrt vorerst stoppen konnten. Weiter geht’s nun am Samstag in einer Woche (16. März) – wenn man dann um 16:00 Uhr bei der SG Malberg aufläuft. AM
Das sagen die Trainer…
Holger Lemke (Tarforst): „Ich fand das wir heute die bessere Mannschaft waren – auch im ersten Durchgang. Auch die besseren Chancen konnten wir verbuchen. Leider machen wir es uns selbst schwer und sind in den entscheidenden Momenten nicht konsequent genug. Diese Fehler müssen wir in Zukunft abstellen. Erfreut bin ich allerdings über unseren Kampf und unsere starke Moral. Gerade im Endspurt agierten wir mit einem sehr schnellen Fußball – der uns letztendlich zum 2:2-Ausgleich gesteuert hat. Schade das wir nicht mit einem Sieg belohnt worden sind – den hätten wir nämlich verdient gehabt.“
Thorsten Haubst (Morbach): „Wenn das Gegentor wieder einmal so spät fällt – ist es eher in meinen Augen unglücklich und Abseits war es nach unserer Auffassung auch. So etwas kann ich einfach nicht verstehen. Trotzdem wussten wir das Tarforst heute sehr aggressiv und mit reichlich Kampf kommen wird. Schlussendlich war es kein gutes Spiel. Sehr viel Kampf – wenig Glanz. Der unnötige Ausgleich ärgerte mich aber schon sehr.“
Spiel-Infos
So spielte der FSV Trier-Tarforst: M. Neumann – Quint – Hoffmann – Schuch (75. Müller-Adams) – Herrig – Böhme (81. Heitkötter) – N. Neumann – Benndorf – Kiesewetter – Gouverneur – Weirich
Tore: 0:1 (20. Servatius) – 0:2 (45. Kahyaoglu) – 1:2 (73. Benndorf) – 2:2 (90. N. Neumann)
Schiedsrichterin: Franziska Hilger
Zuschauer: 125





















