Und schon ist der Jubel vom einstigen Pokal-Erfolg am vergangenen Mittwoch auf der Trierer Höhe verstummt. Leise und mit gesenktem Haupt ging man am frühen Samstagabend vom Platz. Freudiger Derbysieger nach einem 3:1-Erfolg im Tarforster Wohnzimmer war der SV Rot-Weiß Wittlich, den man aus Sicht des FSV am letzten Mittwoch noch mit einem 2:1 auf Rheinlandpokal-Ebene bezwingen konnte, wenige Tage später allerdings vor rund 250 Zuschauern den Kürzeren zog.
Spielerisch war es eine gute Kost und das von beiden Teams. Besonders der erste Durchgang gestaltete sich ausgeglichen – vor dem Tor sowie auch aus dem Spiel heraus investierte Rot-Weiß sowie auch der FSV einiges. Die erste Möglichkeit den Ball ins Tor zu versenken hatten allerdings die Hausherren vom Trierer Berg – als eine Flanke von Florian Weirich in den Lauf von Joel Schneemilch bugsiert wurde, der allerdings den Ball nicht richtig traf und nur haarscharf neben das Tor seinen Abschluss wagte (7.). Tarforst kämpfte – Wittlich hielt allerdings gut dagegen, hatten die Gäste aus der Säubrennerstadt schließlich nach einer Viertelstunde ihre erste richtig dicke Chance auf dem Fuß, als Daniel Littau mit einem strammen Schuss nur den Pfosten traf (15.). Nach einer halben Stunde hatten dann aber auch die Gastgeber wieder eine gute Gelegenheit – doch ein Distanzschuss von Julian Schmitz flog nur knapp über die Latte (30.). Besser machten es die Trierer Höhenkicker allerdings vier Minuten vor dem Ende der ersten Halbzeit – als Nico Neumann dank einer schönen Solo-Aktion, in der er im „1gegen1“ mit Rot-Weiß-Keeper Philipp Berhard die Oberhand behielt, die 1:0-Führung für den FSV erzielte (41.). Großer Jubel beim Platzhirsch – der allerdings wieder, wie schon einst im Pokal-Fight unter der Woche, nicht lange von Dauer war. Wittlich glich kurz vor dem Pausentee aus – freudiger Schütze war hier Daniel Braun, der mit einem unhaltbaren Distanzschuss die Uhren praktisch wieder auf Null stellte (45.).
Hitzig ging aus aber auch nach dem Seitenwechsel weiter – wobei Wittlich jedoch den besseren Start erhaschte und dank eines Foulelfmeters, erfolgreich ausgeführt von Ömer Kahyaoglu, zur 2:1-Führung einschob (51.). Von nun an kam Rot-Weiß steiler ins Geschehen. Ein besserer Zugriff der Gäste zahlte sich aus. Tarforst hielt man sich gekonnt vom Leib – und selbst probierte man weiter die knappe Kiste auszubauen. Die Gäste standen eng – für einen zwar noch kämpfenden FSV wohl zu eng, da sich ein Durchkommen als ziemlich schwer gestaltete. Tarforst drückte und versuchte – doch ein Schlupfloch ins Glück suchte man im heimischen Dress ohne Erfolg. Fünf Minuten vor Schluss fiel dann wohl auch die Vorentscheidung – dass 3:1 für den amtierenden Tabellenführer erzielt von Jonas Ercan, wobei auch FSV-Keeper Luca Merling in dieser Aktion nicht gut aussah und den Ball durch Arme und Beine gleiten ließ. Ein klassischer und unglücklicher Torwartfehler den Wittlich aber jubeln ließ (85.). Zwar versuchte Tarforst noch zu verkürzen – doch am Ende ohne Freude, dass 1:3 aus Tarforster Sicht blieb bestehen, hinzu kam sogar auch noch ein Platzverweis nach gelb/rot für Ammar Cisse in der Nachspielzeit. Die zweite Heimniederlage in Folge – wenn auch mit Kampf und Leidenschaft wehmütig angenommen, konnte der FSV aber wieder stark mit Wittlich mithalten, wenn auch ohne Punkte und mit traurigen Gesichtern. Somit bleibt der Jubel ausgeglichen – im Pokal der FSV und in der Liga halt die rot-weiße Truppe aus Wittlich.
„Natürlich wieder eine gute Leistung von meiner Mannschaft. Wir haben es Wittlich wieder einmal ultraschwer gemacht. Wir haben Rot-Weiß überhaupt nichts geschenkt – und das jetzt in zwei Partien binnen weniger Tage. Die Leistung gibt uns Mut für die weiteren Aufgaben. Nach dem Elfmeter – aus meiner Sicht war es keiner, kamen wir dann auf die Verliererstraße und verlieren dieses Spiel trotz großem Einsatz mit 1:3“, so Chef-Trainer Patrick Zöllner, dessen Mannschaft nun am Sonntag in einer Woche (08. September) um 15:00 Uhr beim Aufsteiger SG Vordereifel Müllenbach gastiert. AM
Spiel-Infos
So spielte der FSV Trier-Tarforst: Merling – Quint – Schmitz (89. Penth) – Arnold – N. Neumann (81. Witz) – Finsterwalder – Suder – Schneemilch (66. Knürr) – Stüber (81. Kaiser) – Cisse – Weirich (91. Bladt)
Tore: 1:0 (41. N. Neumann) – 1:1 (45. Braun) – 1:2 (Kahyaoglu / Foulelfmeter) – 1:3 (85. Ercan)
Schiedsrichter: Alexander Mroß
Zuschauer: 250


























