Die weiße Weste in der Ferne ist futsch – nun traf es den FSV auch auswärts, als das junge Team um Chef-Trainer Patrick Zöllner beim Aufsteiger SG Vordereifel mit 3:6 unterlag. Ferner warten die Trierer Höhenkicker auch mit Abschluss des fünften Spieltags weiterhin auf den ersten Sieg auf Ligaebene.
Die Jungfernfahrt in der Vordereifel ging mächtig in die Hose. Nicht nur ein Stolperstein – sondern gleich sechs, brachten den FSV vor rund 250 Zuschauern zu Fall, der es zwar noch einmal spannend machte, am Ende aber dann doch mit gesenktem Haupt vom Platz schreiten musste.
Zunächst ein munterer Auftakt und das von beiden Mannschaften. Die herbstliche Sonne brannte die letzte Sommer-Wärme auf den saftigen Rasen nieder und sportlich sah das gut gefüllte Wohnzimmer der SG Vordereifel ein ausgeglichenes Spiel. Viel Zweikampf – Biss und Leidenschaft und sogar die Tarforster Führung nach knapp zwanzig Minuten, als Felix Stüber eine von Noah Schuch ausgeführte Ecke perfekt mit dem Kopf ins Tor einschrauben konnte (18.). Zuvor vergab schon Matthias Finsterwalder nur knapp – sein strammer Abschluss konnte ein Abwehrspieler der Hausherren gerade noch so mit dem Kopf von der Linie kratzen (17.). In diesem Spiel war Pfeffer drin – und das ganz ohne Derby-Flair. Nun hatte auch Tarforst Glück – Luca Merling rettete stark nach einem Freistoß des Platzhirschs (22.). Nach einer guten halben Stunde glichen die Gastgeber aber dann doch aus – als Daniel Kossmann nach einer Ecke Maß nahm und den Ball unhaltbar in den linken Winkel hämmerte (35.). Eine Minute später legte die Vordereifel sogar noch eine Schippe drauf – vorausgegangen war ein grober Abwehrfehler der Gäste vom Trierer Berg, den Julian Schmitz eiskalt ausnutzte und munter zum 2:1 aus Sicht des Aufsteigers einschob (36.). Ein Doppelschlag vom dem sich der FSV nun eine Zeit lang nicht mehr erholte. Tarforst tat sich schwer – während die SG weiterhin Druck ausübte und kurz vor der Pause sogar auf 3:1 erhöhte, Torschütze hier war Ole Conrad, der via Kopfball Abwehr und Keeper überwinden konnte und sein Team erneut jubeln ließ (42.).
Auch nach der Pause machten die Vordereifeler ihr Spiel – technisch zwar nicht überragend, aber letztendlich erfolgreich, als Conrad wenige Minuten nach dem Seitenwechsel mit dem 4:1 erneut für eine Jubeltraube sorgte (52.). Die Vordereifel lag „meilenweit“ in Front und das keineswegs unverdient. Die Mannschaft – bestehend aus vielen erfahrenen Spielern aus Rheinland- und Oberliga zeigte mehr Biss, Leidenschaft und Kampfgeist. Frühes Stören und Zweikämpfe mit Kampf gewinnen – waren wohl hier das Zünglein an der Waage, während Tarforst die eigene Verunsicherung stetig anwachsen ließ. Doch wer Tarforst schon abschrieb wurde spätestens nach einer knappen Stunde bitter enttäuscht – als der FSV ein Gastgeschenk in Form eines Eigentores bekam. Pechvogel hier war Christoph Gerhartz (58.) – der für Tarforst unglücklich auf 2:4 verkürzte. Aber Tarforst konnte es auch selbst – das 3:4 und das nur eine Minute später, ließ so Noah Schuch mit einem Flachschuss noch einmal Spannung aufkeimen (59.). Ein Flachschuss ins pure Glück – war Tarforst nun auch wieder da, sportlich sowie auch mental. Der Kampf im Trikot der Gäste war zurück – offensiv und aggressiv war nun das Motto, dass allerdings auch Gefahren mit sich brachte. So konterte die Vordereifel nach einer guten Stunde den FSV aus und traf dank Lukas Mey zum 5:3 (66.). Ein verrücktes Spiel und immer noch kein Ende – hatte Benjamin Arnold zwar noch die Chance für ein weiteres Tor, stattdessen markierten die Hausherren aber das halbe Dutzend, als Julian Schmitz in der Nachspielzeit mit dem 6:3 für einen starken Endstand aus Sicht seiner Mannschaft sorgte.
„Also man muss sagen – dass wir unter meiner Regie in der Voedereifel die bislang schlechteste Saison-Leistung abgeliefert haben. Wir haben dem Gegner einfach viel zu viele Geschenke gemacht durch ultraleichte Fehler. Nach der Pause kamen wir zwar noch einmal heran – doch die Anzahl der einzelnen Fehler war doch einfach zu hoch um hier und heute etwas mitzunehmen“, betont Patrick Zöllner, dessen Mannschaft somit weiterhin mit erst zwei Punkten den vorletzten Tabellenplatz belegt und am Samstag in einer Woche (14. September) um 18:00 Uhr mit der SG 2000 Mülheim-Kärlich erneut auf eine starke Mannschaft trifft, wenn auch dann in eigener Stube. AM
Spiel-Infos
So spielte der FSV Trier-Tarforst: Merling – Quint (81. Bladt) – Schuch – N. Neumann – Arnold – Finsterwalder (54. Kiesewetter) – Stüber (75. Knürr) – Witz (46. Herrig) – Kaiser – Suder – Weirich
Tore: 1:0 (18. Stüber) – 1:1 (35. Kossmann) – 1:2 (36. Schmitz) – 1:3 (41. Conrad) – 1:4 (52. Conrad) – 2:4 (58. Eigentor / Gerhartz) – 3:4 (59. Schuch) – 3:5 (66. Mey) – 3:6 (92. Schmitz)
Schiedsrichter: Jan-Hagel Engel
Zuschauer: 250
































