Sechstes Spiel und immer noch sieglos auf Ligaebene. Doch das Gegenüber brachte auch eine Menge Stärke mit auf den Trierer Berg – immerhin reiste die SG 2000 Mülheim-Kärlich als Tabellenzweiter nach Tarforst. Nach dem deutlichen 0:4 am frühen Samstagabend beim FSV dürfen sich die Jungs vom linken Rheinufer sogar Tabellenführer nennen.
Was zunächst nach einer saftigen Klatsche aussieht – könnte man mit Blick auf das Spielgeschehen allerdings schnell wieder im positiven Sinne begradigen. Tarforst kämpfte – störte das Topteam früh und hatte selbst zahlreiche Möglichkeiten, den Ball über die Linie zu drücken. Am Ende waren wieder einmal einfache Fehler – im Fußball auch individuell genannt, Schuld an jener Niederlage. Zu einfach – praktisch den Gegner beschenkt und zum Jubeln eingeladen, der immerhin seine erste Jubeltraube nach knapp zwanzig Minuten bilden durfte, als Daniel Aretz nach einem Abwehrfehler zum 1:0 aus Sicht der SG 2000 einschieben konnte (17.). Doch relativ unbeeindruckt vom gegnerischen Tor – spielte Tarforst munter weiter und das gar nicht mal so übel. Denn zwei Minuten später hatte Dustin Knürr eine gute Chance auf seinem Fuß liegen – nachdem der Youngster zuvor stark von Nico Neumann bedient wurde (19.). Tarforst war im Spiel, und das mit allen Sinnen. Nach einer guten halben Stunde versäumte auch Nico Neumann den Ausgleich – der sich trotz einer enormen Schwere gut durchsetzen konnte (33.). Kurz vor der Pause schlug Mülheim-Kärlich jedoch erneut zu – als Routinier und Stratege Pascal Steinmetz eiskalt nach einer Ecke auf 2:0 anschrauben konnte (40.).
Nach der Pause ging der Segen für die Gäste schließlich weiter. Zunächst konnte FSV-Keeper Luca Merling kurz nach Wiederanpfiff noch zwischen den Pfosten retten (48.) – die nächste Chance des neuen Tabellenführers nach einer knappen Stunde ging allerdings ins Tarforster Netz, die Michael Rönz mit dem 3:0 markierte (63.). Kurz darauf feierten gleich zwei Tarforster Neuzugänge ihr FSV-Debüt. Babacar Diop und Moritz Hannappel kamen ins Spiel. Hannappel selbst brachte starken Wind in diese Partie – der Routinier aus dem Eisbachtal verbuchte einige gute und blitzschnelle Aktionen, leider unterm Strich ohne Erfolg. Zwanzig Minuten vor Schluss folgte dann der nächste Rückschlag im Blickfeld des FSV – als Florian Weirich nach wiederholtem Foul mit gelb/rot vom Platz gestellt wurde. Im Trikot des FSV natürlich unverständlich und die Auswechselbank machte ihrem Ärger Luft, doch im Sinne des Schiris wohl regelkonform und völlig vertretbar. Tarforst in Unterzahl und Mülheim-Kärlich weiter am Drücker. Der finale Treffer flog dann auch noch vier Minuten vor Schluss ins Tor – wieder Rönz, der praktisch und das ziemlich kinderleicht, frei vor dem Tor einschob (86.). Der Dolch im Tarforster Herz war nun bis zum Anschlag zu spüren. Frust auf der einen Seite – Hoffnung aber auch auf der anderen. Tarforst bot auch diesem Topteam bestens Paroli – verlor allerdings wieder, und das ziemlich deutlich. Diese 0:4-Niederlage tut weh – doch diese Pleite wird die junge Truppe um Chef-Trainer Patrick Zöllner nicht aus der Bahn werfen, die schon gleich am Mittwoch (18. September / 19:30 Uhr) im Lokal-Derby bei der SG Hochwald auf die langersehnte Siegerstraße zurückkehren möchte. In der Tabelle selbst belegen die Trierer Höhenkicker mit zwei Punkten weiterhin den vorletzten Tabellenplatz.
„Das 0:4 hört sich natürlich an wie eine typische Klatsche. Nüchtern betrachtet ist es allerdings sehr ärgerlich, wie wir uns die Tore wieder einmal gefangen haben. Mülheim-Kärlich jedoch agierte ziemlich abgezockt und nutzte unsere Fehler eiskalt aus. Spätestens nach der meiner Meinung nach zu harten gelb/roten Karte für Florian Weirich war das Spiel dann endgültig gelaufen. Meine Jungs haben sich aber dennoch zu keiner Minute des Spiels aufgegeben und stets den Kampf gesucht. Leider wurde diese Leistung nicht belohnt. Es war halt gegen Mülheim-Kärlich einfach nicht mehr möglich“, betont Chef-Trainer Patrick Zöllner. AM
Spiel-Infos
So spielte der FSV Trier-Tarforst: Merling – Schmitz – Schuch – N. Neumann (81. Witz) – Finsterwalder – Suder (64. Kaiser) – Schneemilch (81. Bladt) – Stüber (60. Diop) – Knürr (64. Hannappel) – Cisse – Weirich
Tore: 0:1 (17. Aretz) – 0:2 (40. Steinmetz) – 0:3 (63. Rönz) – 0:4 (86. Rönz)
Schiedsrichter: Hermann Schmidt
Zuschauer: 115





















