Ein packendes Lokal-Derby vor rund 300 Zuschauern und zwei Teams – die sich spielerisch nichts geschenkt haben. Am Ende musste die Zufriedenheit jedoch in beiden Trikots wirken – da am späten Mittwochabend beide Clubs nicht über ein 2:2-Remis hinauskamen.
Den besseren Start in eigener Stube hatten die Hochwälder – und das ohne Zweifel. Spielerisch brachte zwar Tarforst einen Tick mehr aufs Parkett – doch vor dem Tor, und das zählt im Fußball einfach mehr, hatte die heimische SG Hochwald mehr Glück und Erfolg. So spielte sich besonders Matthias Burg in einer noch jungen Partie schnell in die Herzen des Hochwälder Anhangs – als der Routinier einen Freistoß aus vielversprechender Position gekonnt ins Tarforster Tor zirkeln konnte (8.). FSV-Keeper Mike Neumann war mit seinen Händen zwar noch am Ball – konnte das runde Leder jedoch nicht richtig greifen und musste somit schon früh hinter sich greifen. Doch der Tarforster Schrecken namens „Burg“ ging weiter. Wieder ein Freistoß aus starker Position und wieder Matthias Burg – der nicht nur direkt verwandeln konnte, sondern seine SG Hochwald mit dem zweiten Treffer ins Pure Glück schoss (12.). Ein Doppelschlag – für Tarforst rabenschwarz und für die Gastgeber der unglaubliche Wahnsinn. Doch statt der großen Verunsicherung Platz zu gewähren – spielte Tarforst stark weiter. Man kämpfte – versuchte auf Biegen und Brechen die Wende zu erzielen, scheiterte aber meist an einer ziemlich robust stehenden Hochwälder-Abwehr, die bis dato sehr selten etwas zugelassen hat. Und trotzdem kamen die Tarforster oftmals durch. Wie etwa Nico Neumann nach einem starken Zuspiel von Benjamin Arnold – dessen Kopfball Hochwald-Keeper Jan Niklas Koltes gerade noch so zur Ecke klären konnte (15.). In diesem Spiel war schon jetzt mächtig Pfeffer drin. Zweikämpfe und vieles mehr – versäumte nach einer knappen halben Stunde aber auch Noah Schuch einen möglichen Anschlusstreffer, dessen Abschluss nur den Pfosten traf (29.). Kurz vor der Pause wurde es dann auch turbulent unter den Spielern. Die knallrote Karte für René Mohsmann – nachdem er mit einem groben Foul seine Mannschaft in Unterzahl gebracht hatte. Dumm und ärgerlich für Hochwald – Glück dagegen für den FSV, der von nun an in Überzahl agierte und kurz vor dem Pausentee einen weiteren möglichen Treffer im Sande verlaufen ließ, als Ammar Cisse nach einem Freistoß von Joel Schneemilch nur um wenige Zentimeter vergab (45.). Emotionen – zwei Tore und ein Tarforster Tross, der mit allen Mitteln kämpfte, vor dem Tor allerdings das nötige Quäntchen Glück vermissen ließ.
Pünktlich zum Start des zweiten Durchgangs stellte Chef-Trainer Patrick Zöllner nun auf zwei Positionen um. Neben Luca Herrig, der ins Spiel kam, feierte auch Moritz Hannappel sein Tarforster-Debüt – der aber nicht nur neu in dieser Partie war, sondern viel mehr auch seinem Namen alle Ehre machte. Bekanntlich kommt ein Hannappel nicht auf leisem Schritt. So auch sein erster Ballkontakt – als er sich mustergültig über die Außenbahn durchsetzen konnte, anschließend Richtung Tor blickte, den Abschluss wagte und eiskalt auf 1:2 verkürzte (50.). Der Topmann aus dem Eisbachtal brachte nicht nur neuen Wind in diese Partie – viel mehr ein Orkan mit starker Note. Auch in den nächsten Aktionen setzte sich Hannappel bestens in Szene, als er einen lupenreinen Pass auf Nico Neumann auf die Reise schickte, der anschließend Maß nahm und zum 2:2 ausglich (52.). Der Ausgleich für den FSV – und das nur zwei Minuten später. Tarforst war nun voll in der Partie angekommen – drehte nicht nur das Spiel, sondern drückte nun auch auf die Führung, die dem FSV nun fast auch gelungen wäre. Zerf dagegen geriet nun immer mehr unter Druck – wen wundert es auch, die SG spielte in Unterzahl, und das merkte man an allen Ecken. Nach einer Stunde dann die nächste Chance für Tarforst. Erst Schuch – dann Neumann, der im Nachschuss frei vor dem Tor an Koltes scheiterte (60.). Auch zwanzig Minuten vor Schluss versäumte Noah Schuch die Führung – wieder dank einer starken Vorarbeit von Moritz Hannappel (70.). Der Endspurt gehörte zweifelsfrei den Gästen aus Trier-Tarforst. Zerf versuchte nur noch über Konterangriffe zu überzeugen – während Tarforst die richtig dicken Dinger auf dem Fuß hatte. So auch Julian Schmitz kurz vor Abpfiff – dem ebenfalls frei vor dem Tor die benötigten Nerven fehlten und er den Ball nur haarscharf neben den Kasten setzte. Am Ende sollte es schließlich nicht sein – der erhoffte „Lucky-Punch“ für Tarforst blieb aus, stattdessen kassierte die SG in der Nachspielzeit einen weiteren Platzverweis nach gelb/rot für Nils Hemmes. Ein 2:2 – war durchaus mehr möglich gewesen, wie auch Patrick Zöllner nach Spielende zu Protokoll gibt: „Wir wissen schon, dass Hochwald/Zerf eine richtig spielerisch gute Mannschaft hat. Und genau das haben Sie auch gerade in der Anfangsphase unter Beweis gestellt. Zwei gute Freistöße und prompt lagen wir gleich doppelt im Hintertreffen. Bis zur Pause hin mussten wir uns schon richtig schütteln und der Platzverweis für Mohsmann spielte uns dann schon sehr gut in die eigenen Karten. Meine Jungs haben dann im zweiten Durchgang eine richtig gute Moral bewiesen – auch fußballerisch konnten wir mit vielen guten Aktionen überzeugen. Hannappel kam rein und hat gleich mit zwei überragenden Aktionen für die Wende gesorgt. Hinterher wünscht man sich natürlich dann auch noch einen Siegtreffer. Grob gesagt nehmen wir aber auch diesen Punkt gerne mit, und immerhin haben wir gegen eine starke Mannschaft nicht verloren, und darauf bauen wir auf und versuchen, gleich am Sonntag (22. September) nachzulegen.“ Dann nämlich empfangen die Trierer Höhenkicker um 15:00 Uhr den TuS Immendorf. In der Tabelle selbst markiert man nun drei Zähler und den vorletzten Platz. AM
Spiel-Infos
So spielte der FSV Trier-Tarforst: M. Neumann – Kaiser (46. Herrig) – Schmitz – Schuch (80. Witz) – Arnold – N. Neumann – Suder – Schneemilch (46. Hannappel) – Stüber – Kiesewetter – Cisse (68. Finsterwalder)
Tore: 0:1 (8. Burg) – 0:2 (12. Burg) – 1:2 (50. Hannappel) – 2:2 (52. N. Neumann)
Besondere Vorkommnisse: Knallrot für René Mohsmann / gelb/rot Nils Hemmes
Schiedsrichter: Paul Volk
Zuschauer: 310






















