Erst gab es einen Blitzstart samt Doppelführung – dann folgte der freie Fall. Am Ende unterlag Fußball-Rheinlandligist FSV Trier-Tarforst auswärts der SG Schneifel mit 2:4. Eine Niederlage in einem so wichtigen Kellerduell – waren nach Spielende die Mienen und Gesichter der Spieler weit dem Boden gebeugt.
Dabei fing das fußballerische Treiben der Gäste richtig gut und vielversprechend an. Bereits nach drei Minuten trug Tarforst die Führung an die Oberfläche – nachdem Elias Heitkötter mit einem starken Solo überzeugte und anschließend genau Maß nahm und den Ball über die Torlinie zum 1:0 drückte (3.). Tarforst spielte druckvoll weiter und legte schon gleich nach. Nur vier Minuten nach der schnellen Führung erhöhte der FSV auf 2:0 – Torschütze hier war Moritz Hannappel, der einen Torwartfehler eiskalt ausnutzte und mit einem langen Heber über den Keeper zum erneuten Jubel ausholte (7.). Zuvor hatte aber auch die SG Schneifel ihre erste Chance auf dem Fuß – doch ein Abschluss aus der Distanz von Simon Reetz konnte FSV-Torwart Luca Merling gerade noch so mit den Fingerspitzen übers Tor lenken (6.). Spielerisch hatten aber zunächst die Tarforster die Hosen an. Der Platzhirsch aus der Schneifel tat sich schwer – und brachte vorne bislang zu wenig aufs Parkett. Nach einer Viertelstunde hatte Hannappel zudem die nächste Chance, ein weiteres Tor zu erzielen – doch dieses Mal scheiterte der Routinier, der wieder einen zu weit aus dem Tor stehenden Keeper via Heber bestrafen wollte (15.). Drei Minuten später vergab Hannappel wieder – dieses Mal frei vor dem Tor bei einem fast schon sicheren Einschlag (18.). Tarforst vergab nun zahlreiche Chancen im Minutentakt. Zu fahrlässig – zu ungenau und ganz zur Freude der SG Schneifel, die nach einer knappen halben Stunde aber selbst den Schalter umlegte und nach einem Tarforster Abwehrfehler auf 1:2 dank Jan Pidde verkürzte (28.). Die Schneifel war nun im Spiel angekommen – denn nur einen Hauch später trafen die Kicker im roten Dress zum 2:2-Ausgleich, nachdem Simon Reetz aus der Distanz heraus einen strammen Abschluss ins Tarforster Tor versenken konnte (30.). Tarforst agierte nun mit vielen Fehlpässen quasi zu fahrlässig und spielte den Gegner praktisch stark. Kurz vor der Pause küsste die Schneifel zudem auch noch den Pfosten – Glück für den FSV, der sich immerhin mit einem 2:2 in die Halbzeitpause retten konnte.
Nach Wiederanpfiff kam die Schneifel stärker aus der Kabine. Mehr Entschlossenheit – mehr Kampf und mehr vom Spiel, traf man nach einer guten Stunde schließlich zur nicht ganz unverdienten 3:2-Führung, dank eines Tores von Simon Reetz im Anschluss eines Eckballs (63.). Zudem hatte der FSV zuvor schon mächtig Dusel und mit Luca Merling immerhin einen Keeper zwischen den Pfosten, der einige Male mehr als nur die Rettung spielte und zwischenzeitlich sogar blutend auf dem Boden behandelt werden musste. Trotz einer bislang eher schwachen zweiten Hälfte des FSV hatten die Gäste aber immerhin zwischendurch einige gute Lichtblicke. Wie etwa ein Lattentreffer von Florian Weirich aus gut dreißig Metern (66.). Doch jene Chance blieb alleine auf der Strecke. Nach vorne glückte nicht viel – und hinten gerieten die Tarforster nun oftmals in höchste Bedrängnis. Die Schneifel drückte den FSV weit zurück – eine Befreiung war nur schleppend möglich. In der Nachspielzeit folgte dann der endgültige Knockout – als Yannik Moitzheim mit dem 4:2 alles klar machte (93.). Kurz vor Schluss – immerhin ließ der Schiedsrichter sieben Minuten nachspielen – sah Moritz Hannappel auch noch den knallroten Karton (95.). Der Grund: Eine Beleidigung! Tarforst musste nun in Unterzahl die letzten Sekunden über sich ergehen lassen – ehe der Unparteiische die fußballerische Kost in der rauen Schneifel abpfiff. Ein verbrauchter Abend des FSV – der immerhin zwischen Jubel und Frust mit gesenktem Haupt die Heimreise antreten musste.
„Die Anfangsphase des Spiels ist schon richtig gut für uns gelaufen. Der Gegner hat versucht, uns früh zu stören – machte uns aber zunächst dann schon die Räume ziemlich groß, sodass wir zweimal treffen konnten. Grob gesagt – bis zur 60. Spielminute war unser Spiel in Ordnung gewesen, und danach hat uns dann ein wenig die Power gefehlt. Was wir gegen Bitburg und gegen Cosmos hinten heraus noch gezündet haben, hat uns dieses Mal in der Schneifel komplett gefehlt“, betont Chef-Trainer Patrick Zöllner, dessen Mannschaft nun am kommenden Freitag (08. November) um 19:30 Uhr im hitzigen Lokal-Derby die TuS Mosella Schweich empfängt. AM
Spiel-Infos
So spielte der FSV Trier-Tarforst: Merling – Quint (76. Finsterwalder) – Schmitz – Schuch (66. Stüber) – Arnold – N. Neumann – Heitkötter (74. Schneemilch) – Suder (77. Böhme) – Hannappel – Kiesewetter – Weirich
Tore: 1:0 (3. Heitkötter) – 2:0 (7. Hannappel) – 1:2 (28. Pidde) – 2:2 (30. Reetz) – 2:3 (63. Reetz) – 2:4 (93. Moitzheim)
Besondere Vorkommnisse: Rote Karte für Hannappel wegen Beleidigung (95.)
Schiedsrichter: Thomas Höfer
Zuschauer: 200





















