Mit einem 4:1-Heimsieg im Lokalderby gegen die SG Hochwald meldete sich Fußball-Rheinlandligist FSV Trier-Tarforst am späten Mittwochabend eindrucksvoll zurück.

Es war wohl das Spiel, das Tarforst dringend gebraucht hat. Ein wichtiger Heimsieg – und das dank einer überzeugenden Leistung, konnte man immerhin die beiden jüngsten Niederlagen gefühlsmäßig wieder wettmachen. Luft im Abstiegskampf und 25 Punkte nun auf dem eigenen Gehölz, hat der FSV weiterhin mit Platz 14 den ersten Nichtabstiegsplatz unterm fußballerischen Gesäß.
Die Gäste aus dem Hochwald kamen aber schon mit einem unguten Gefühl auf die Trierer Höhe. Nicht weil man noch nie auf Tarforster Boden gewinnen konnte, sondern vielmehr weil man derzeit viele verletzungsbedingte Ausfälle zu stemmen hat. So auch am Mittwochabend im Wohnzimmer des FSV – wo der aktuelle Tabellenfünfte der Rheinlandliga schon früh im Spiel schmerzhafte Nackenschläge zu spüren bekommen hat. So dauerte es nicht lange, bis der erste Jubel des Abends für die Hausherren ertönte. Gerade einmal fünf Minuten war die noch junge Partie alt, als Tarforst zur Führung aufdrehte, die Noah Schuch nach einer Flanke von Luca Herrig aus knapp 20 Metern – wenn auch abgefälscht – ins Hochwälder Tor vollstrecken konnte (5.). Der FSV drückte aufs Pedal und hatte mit dem frühen Tor nun gehörigen Rückenwind. So wäre drei Minuten später fast der zweite Treffer gefallen – doch eine Großchance von Moritz Hannappel küsste nur den Pfosten (8.). Während die Trierer Höhenkicker die Dominanz über den heimischen Platz trugen, taten sich die Kicker der SG Hochwald extrem schwer. Nur mühsam gelang das eigene Spiel – zu stark und hellwach die Tarforster Defensive. Immerhin die erste Chance nach elf Minuten für Hochwald – die Luca Merling allerdings bestens parierte (11.). Im Gegenzug folgte zudem ein weiterer Pfostenschuss des FSV – ehe dann einen Hauch später Moritz Hannappel nach einem guten Zuspiel von Schuch zum 2:0 aufdrehte (12.). Die Hochwälder taumelten, und das in fast allen Bereichen. Die Verunsicherung bei den Gästen war spürbar – während Tarforst weiter auf Vollgas flanierte und nach knapp 20 Minuten mit dem 3:0 einen weiteren Jubel startete. Torschütze hier war Benjamin Arnold, der den Ball gekonnt aus der Distanz heraus in den Torwinkel hinein schlenzte (19.). Das Powerplay der Hausherren ging nur bis zur 30. Minute – erst dann gab es für die Gäste eine kleine Verschnaufpause, die man selbst ausnutzte, um gute Aktionen zu starten. So vergab Tim Thielen gleich zweimal binnen weniger Minuten nur knapp (37., 41.). Die letzte Aktion des ersten Durchgangs gehörte aber den Gastgebern – nachdem Hannappel einen 7-Meter-Schuss nur haarscharf am Tor vorbei bugsierte (43.).
Nach der Pause folgte erneut ein schneller Nackenschlag für die Gäste – als Noah Schuch einen Freistoß direkt zum 4:0 verwandeln konnte (47.). Der Rückstand war nun meilenweit, und so richtig dran glauben wollte im schwarz-weißen Dress auch keiner mehr. Und trotzdem gaben sich die Kicker aus dem Hochwald nicht auf. Man kämpfte, suchte Lücken und war schließlich nach einer knappen Stunde erfolgreich, als Tim Thielen nach einer starken Vorlage von Andre Paulus auf 1:4 verkürzte (58.). Ein Ehrentreffer – oder ging für den Tabellenfünften wohl doch mehr? Fakt ist: Die SG Hochwald hatte zu dieser Phase des Spiels die besseren Aktionen, sowohl spielerisch als auch vor dem Tor. Der Einsatz war nun viel besser als noch im ersten Durchgang – es fehlte allerdings im letzten Abschluss das nötige Quäntchen Glück, um den Rückstand noch zu verkleinern. Am Ende half aber auch das letzte Aufbäumen nichts mehr – die SG Hochwald unterlag deutlich beim Tarforster Tross, der sich letztlich, und das mit geballter Kraft, den Frust von der Seele schoss. Ein Heimsieg – nicht nur gut für die Tabelle, sondern viel mehr auch Balsam für die Tarforster Fußballseele, die nun wieder Hoffnung, Mut und Stärke schöpft, schon gleich im nächsten Spiel am kommenden Sonntag (23. März) um 15:00 Uhr auswärts beim TuS Immendorf nachzulegen.
„Es war ein sehr wildes Spiel und das gleich von Anfang an. Chancen gab es auf beiden Seiten – wobei wir einfach vor dem Tor effizienter waren. Es war natürlich sehr schön zu sehen, dass wir schnell mit 2:0 in Front gingen. Zudem haben wir ja auch zweimal den Pfosten getroffen. Der Knackpunkt des Spiels war dann wohl das 4:0 von Noah Schuch via Freistoß kurz nach der Pause. Zu diesem Zeitpunkt war das Spiel aus meiner Sicht auch schon entschieden gewesen. Klar wünscht man sich als Trainer, dass man in der zweiten Halbzeit mehr Ballkontrolle hat, aber im Endeffekt ist das dann auch egal, denn unterm Strich steht ein sehr erfreulicher Derbysieg, und darüber freuen wir uns sehr“, so Cheftrainer Patrick Zöllner. AM
Spiel-Infos
So spielte der FSV Trier-Tarforst: Merling – Quint (74. Finsterwalder) – Schmitz – Schuch (77. Knürr) – Herrig (84. Schneemilch) – Arnold (46. Müller-Adams) –N. Neumann – Suder – Hannappel (84. Stüber) – Kiesewetter – Hommes
Tore: 1:0 (5. Schuch) – 2:0 (12. Hannappel) – 3:0 (19. Arnold) – 4:0 (47. Schuch) – 1:4 (58. Thielen)
Schiedsrichter: Ingo Kreutz
Zuschauer: 264





















