
Das Quecksilber weit über dreißig Grad – ein sommerlicher Sonnenuntergang und ein heißer Derbysieg des FSV Trier-Tarforst, der am späten Freitagabend zuhause über den FSV Salmrohr mit 4:2 gewann.
Acht Tore aus zwei Spielen und sechs Punkte in der Tasche. Die Trierer Höhenkicker trumpften am Abend stark auf – und das, obwohl einige Stammkräfte ausfielen. Viele A-Jugendspieler sprangen in die Bresche und halfen aus. Allein auf der Bank saßen fünf Tarforster Nachwuchsspieler. Ein Zeichen, dass der Unterbau gedeiht. Spielerisch begannen die Gastgeber stark und das auf allen Positionen. Salmrohr agierte noch zurückhaltend – während Tarforst das Spiel machte und bereits nach zehn Minuten durch Nicola Rigoni den Torreigen eröffnete (10.). Vorausgegangen war eine lupenreine Flanke von Fabian Wey in den Lauf von Rigoni, der anschließend gekonnt und frei vor dem Tor einschieben konnte. Salmrohr erlitt eine eiskalte Dusche – kämpfte aber trotz knappem Rückstand mit allen Mitteln. Ein munteres Spiel und das vor einer stattlichen Kulisse von über 400 Zuschauern. Die erste gute Möglichkeit für die Gäste ergab sich aber nach einer knappen halben Stunde, als Jan Brandscheid einen starken Freistoß auf die Reise schickte, den FSV-Keeper Felix Kloy ebenso stark mit den Händen abfangen konnte (26.). Bei Standards war Salmrohr gefährlich – aus dem Spiel heraus dagegen fehlten bislang noch die guten Ideen, die beim anderen FSV an diesem Abend aber zahlreich vorhanden waren. Denn einen Hauch später erhöhten die Hausherren auf 2:0 nach einem Treffer von Felix Stüber, der einen hohen Ball von Matthias Finsterwalder gut verwerten konnte. Erst gewann Stüber den Zweikampf gegen Keeper Thömmes, anschließend hatte der Youngster freien Lauf, streckte sich lang und schob ihn eiskalt über die gegnerische Torlinie (30.). Sechs Minuten später setzten die Tarforster Überflieger sogar noch eine Schippe drauf – als Fabian Wey für das 3:0 sorgte (36.). Bis hierhin war es eine Machtdemonstration der Tarforster Truppe. Salmrohr wirkte wie versteinert – während Tarforst mit breiter Brust der Halbzeitpause entgegensteuerte. Kurz vor der Pause wechselte Salmrohr sogar gleich vier Spieler auf einmal aus. Trainer Frank Thieltges war mehr als bedient und sah zumindest in den letzten Sekunden des ersten Durchgangs einen kleinen Aufwind seiner Mannschaft, der spätestens kurz nach Wiederanpfiff belohnt werden sollte.
Denn Salmrohr erwischte den besseren Start. Der schnelle 1:3-Anschluss kurz nach dem Pausentee, den Leon Wrusch nach einem schnellen Konter und einem Abwehrfehler der Gastgeber problemlos vollstrecken konnte (46.). Salmrohr machte nun mächtig Dampf – während Tarforst wohl noch gedanklich in der Kabine verweilte. Denn eine kurze Zeit später gelang den Gästen erneut ein Treffer – als Hendrik Thul mit dem 2:3 glänzte und sein Team noch einmal ins Spiel zurückbrachte (53.). Wieder ein Abwehrfehler und wieder eine Bestrafung in Form eines Gegentores. In dieser Phase des Spiels war Tarforst oft zu fahrlässig. Das eigene Spiel drohte zu kippen. Fehlpässe gingen voraus – der heiße Dampf aus Halbzeit 1 fehlte. Erst ein stark verwandelter Freistoß in Richtung des 4:2 durch Florian Weirich brachte wieder die nötige und erhoffte Wende (60.). Es war genau das Tor, das der FSV aus Tarforst bitter gebraucht hat. Denn von nun an waren es wieder die Gastgeber, die den Ton in eigener Stube bestimmt haben. Wey und Scheuring vergaben jeweils den fünften Treffer (79., 89.), der immerhin für die Entscheidung gesorgt hätte. Zwar versuchte Salmrohr am Ende noch, auf Biegen und Brechen irgendwie was zu reißen, doch Tarforst stand sicher und kompakt und schaukelte schließlich den hochverdienten Derbysieg keck und entschlossen über die Zeit. Es war ein Sieg des Kollektivs – mit einer starken Unterstützung aus der eigenen A-Jugend. Die Mischung aus Alt und Jung machte schließlich den Abend perfekt – der für den Rheinlandliga-Absteiger immerhin ein riesengroßer Schritt in Richtung des angestrebten Saisonziels war.
„Wir haben losgelegt wie die Feuerwehr und sind auch schon mit großen Ambitionen in dieses Spiel gegangen und wollten schon gleich von Beginn an unsere Dominanz zeigen. Meine Jungs haben das auch genau so umgesetzt, wie ich es mir vorgestellt habe. Es war eine sehr gute erste Halbzeit. Leider kamen wir im zweiten Abschnitt des Spiels nicht so gut in die Partie. Wir haben es durch Unachtsamkeiten unnötig spannend gemacht. Umso wichtiger war dann der verwandelte Freistoß von Weirich, der uns dann noch einmal den nötigen Schub verleiht hat. Anschließend wurde auch unser Spiel wieder deutlich besser – sodass wir dann auch am Ende völlig verdient gewonnen haben. Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft“, so Cheftrainer Patrick Zöllner, dessen Mannschaft nun am Sonntag in einer Woche (24. August) um 15:00 Uhr beim SV Schleid aufläuft. AM
Spiel-Infos
So spielte der FSV Trier-Tarforst: Kloy – Quint – Arnold – Rigoni (71. Scheuring) – Finsterwalder (90. Grämmel) – Suder – Stüber (70. Barbion) – Decker – Gouverneur – Wey (86. Kunduru) – Weirich
Tore: 1:0 – (10. Rigoni) – 2:0 (30. Stüber) – 3:0 (36. Wey) – 1:3 (46. L. Wrusch) – 2:3 (53. Thul) – 4:2 (60. Weirich)
Schiedsrichter: Fabian Mohr
Zuschauer: 400
Bilder vom Spiel – Copyright: Wolfgang Ziewers







































