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Der FSV Trier-Tarforst bleibt in der Bezirksliga West das Maß der Dinge. Mit einem am Ende deutlichen 5:0-Auswärtssieg bei der SG Zewen sichert sich der Tabellenführer den vierten Sieg im vierten Spiel. Und doch: Der Spielverlauf war keineswegs durchgängig so souverän, wie es das Ergebnis vermuten lässt. Eine starke erste Halbzeit, eine über weite Strecken fahrige zweite Hälfte – und ein Gegner, der mehr verdient gehabt hätte, als mit leeren Händen dazustehen.

Dass Tarforst von Beginn an spielbestimmend auftreten würde, war keine Überraschung. Zu deutlich war der Klassenunterschied schon im Pokal wenige Tage zuvor, als der FSV die Zewener aus dem Wettbewerb warf. Und so kam es, wie es kommen musste: Bereits nach zehn Minuten führte der Tabellenführer mit 1:0 – Nico Neumann verwertete einen sehenswerten Heber nach Vorlage von Felix Stüber (10.).

Auffällig war, wie präsent und griffig Tarforst in den ersten 30 Minuten agierte: Die Gäste störten früh, pressten hoch und ließen Zewen kaum Raum zur Entfaltung. Florian Weirich hatte zuvor bereits zwei gute Kopfballchancen (8.), die jedoch ungenutzt blieben. Anders dann Nicola Rigoni, der nach starker Vorarbeit von Luca Quint aus gut 20 Metern Maß nahm und trocken zum 2:0 abschloss (15.). Ein Treffer, der exemplarisch für Tarforsts Selbstbewusstsein und Qualität im Abschluss stand.

Doch bei aller Offensivfreude – auch Zewen kam zu Chancen. Die Hausherren stemmten sich mit großem läuferischen Aufwand gegen die Übermacht, liefen viele Meter, gewannen im Mittelfeld einige wichtige Zweikämpfe und kamen in der 30. Minute durch Dennis Thon zu ihrer besten Gelegenheit der ersten Halbzeit – dessen Flachschuss zischte jedoch knapp am Pfosten vorbei.

Gerade in dieser Phase offenbarte Tarforst leichte Defensivschwächen: In der Rückwärtsbewegung schlichen sich Ungenauigkeiten ein, das Zentrum war gelegentlich zu offen, und einige unnötige Ballverluste luden Zewen zu Umschaltmomenten ein. Glück für den FSV, dass daraus nichts Zählbares entstand.

Wenig später stellten die Gäste jedoch den alten Rhythmus wieder her: Ein schwerer individueller Fehler der Zewener im Spielaufbau wurde eiskalt bestraft. Nach schneller Balleroberung von Heintel und Rigoni war es erneut Neumann, der in klassischer Torjägermanier zum 3:0 einschob (35.). Damit war die Partie zur Pause vorentschieden – auch wenn der Spielstand das Kräfteverhältnis etwas zu deutlich darstellte.

Wer nach Wiederanpfiff mit einer Fortsetzung der Dominanz rechnete, wurde überrascht. Tarforst kam unkonzentriert, fahrig und teilweise sogar überheblich aus der Kabine. Die Passgenauigkeit ließ nach, die Körpersprache war phasenweise nachlässig, und Zewen – nun mutiger und mit nichts mehr zu verlieren – drückte auf den Anschluss.

Es war eine gute Phase der Gastgeber: Man kam über die Außen, kombinierte sich mehrfach gefährlich in den Strafraum und hatte Pech, dass der Ball nicht ins Netz wollte. Ein Schuss krachte an den Innenpfosten, mehrfach rettete FSV-Keeper Felix Kloy mit starken Paraden. Dass Zewen in dieser Phase kein Tor erzielte, war nicht mangelnder Einsatzbereitschaft geschuldet – sondern schlicht fehlendem Spielglück und einem formstarken Torwart auf der Gegenseite.

Tarforst hingegen wirkte in dieser Phase wie ein Team, das den Gegner unterschätzte. Mehrere leichte Ballverluste und Fehlpässe im Mittelfeld – es war eine schwache Phase des Tabellenführers, der bei stärkerer Chancenverwertung des Gegners durchaus bestraft worden wäre.

Genau in diese Druckphase hinein setzte Tarforst allerdings den entscheidenden Nadelstich: Nach einer Stunde war es wieder Nico Neumann, der nach einem sauberen Angriff seinen dritten Treffer des Tages markierte (64.). Das 4:0 kam überraschend – war aber ein Paradebeispiel für Tarforsts Qualität: Wenige Aktionen reichen, um ein Spiel zu entscheiden.

Mit dem vierten Tor war die Gegenwehr der Gastgeber dann endgültig gebrochen. Zewen kämpfte zwar weiter, doch die Moral war sichtlich angeknackst. Tarforst nutzte dies und setzte in der 82. Minute durch den eingewechselten Aaron Baltes den Schlusspunkt: Nach einer punktgenauen Flanke von Weirich stieg Baltes am höchsten und köpfte unhaltbar zum 5:0 ein.

Der Sieg für Tarforst ist ohne Frage verdient – zu klar war die Überlegenheit über weite Strecken der ersten Halbzeit, zu effizient war die Chancenverwertung. Doch der zweite Durchgang offenbarte Schwächen, die gegen stärker besetzte Teams ins Gewicht fallen könnten. Die zeitweise fehlende Konzentration sowie das fahrlässige Ballbesitzspiel sind Punkte, an denen man in der Zukunft arbeiten muss.

Besonders positiv: Nico Neumann erzielte drei Tore, Felix Kloy mit wichtigen Paraden und eine Offensive, die auf mehrere Schultern verteilt funktioniert. Kritik verdient hingegen die kollektive Schläfrigkeit zwischen der 45. und 65. Minute – gegen Topteams reicht ein 3:0 zur Halbzeit nicht zwingend.

Mit nun 12 Punkten und einem Torverhältnis von 16:3 thront der FSV Trier-Tarforst weiter an der Spitze der Bezirksliga West. Doch der Spielverlauf in Langsur gegen Zewen sollte Warnung genug sein: Die Liga wird nicht ewig nur Geschenke verteilen. Wer oben bleiben will, muss über 90 Minuten konzentriert bleiben. Nächster Gegner ist nun am kommenden Freitagabend (05. September) um 20:00 Uhr die SG Wiesbaum. AM

Spiel-Infos

So spielte der FSV Trier-Tarforst: Kloy – Quint – Arnold (83. Nickl) – Heintel – Rigoni (72. Baltes) – Neumann – Suder – Stüber (71. Gouverneur) – Kiesewetter – Wey (76. Reh) – Weirich (83. Scheuring)

Tore: 1:0 (10. Neumann) – 2:0 (15. Rigoni) – 3:0 (35. Neumann) – 4:0 (63. Neumann) – 5:0 (82. Baltes)

Schiedsrichter: Jan-Hagen Engel

Zuschauer: 110

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