
Fünf Spiele, fünf Siege – Tabellenführer, alles im grünen Bereich? Nicht ganz. Der FSV Trier-Tarforst bleibt zwar auch im fünften Bezirksliga-Spiel der Saison ungeschlagen und holt beim 1:0 gegen Aufsteiger SG Wiesbaum am späten Freitagabend drei Punkte – doch der Weg dorthin war holprig, nervenaufreibend und alles andere als souverän. Am Ende reichte ein Kopfballtor von Nico Neumann zum denkbar knappen Heimsieg – aber dieser Erfolg war mehr Arbeit als Glanz, mehr Zähneknirschen als Zauberfußball.
Schon in der ersten Halbzeit war klar: Wiesbaum ist nicht angereist, um sich kampflos abschießen zu lassen. Der Plan der SG? Ziemlich simpel – aber effektiv: Hinten dicht machen, früh stören, den FSV nerven, Konter fahren und auf die eine goldene Chance hoffen. Und siehe da: Die Eifeler zogen ihr Ding durch. Mit einem knallharten Defensivbollwerk, cleverem Zweikampfverhalten und viel Laufarbeit machten sie dem Favoriten das Leben schwer. Oder besser gesagt: zur Geduldsprobe.
Tarforst dominierte zwar das Spielgeschehen, hatte gefühlt 90 Prozent Ballbesitz und spielte teilweise auf ein Tor – doch die Ideen im letzten Drittel blieben dünn. Wer das spielerische Beton-Modell von Wiesbaum durchbrechen will, braucht mehr als nur Ballzirkulation und Einzelaktionen. Doch genau daran haperte es: Die Hausherren zeigten zwar technischen Anspruch, aber zu wenig Durchschlagskraft. Die Abschlüsse? Oft harmlos oder zu ungenau.
Schon früh vergaben Benedikt Decker (15.) und Benjamin Arnold (16.) gute Gelegenheiten – viel Aufwand, wenig Ertrag. Auch Nicola Rigoni setzte das Leder knapp vorbei (26.), Caspar Suder köpfte drüber (35.), und selbst bei doppelter Ecke kurz vor der Pause wollte das Runde nicht ins Eckige. Die beste Idee bis dato? Eine punktgenaue Flanke von Suder auf den Kopf von Nico Neumann – doch auch diese Aktion kurz vor dem Pausenpfiff (45.) blieb folgenlos.
Nach dem Seitenwechsel dann endlich mal Effizienz: Flanke von Florian Weirich, Kopfball Neumann, Tor. Zack – 1:0 in der 55. Minute, das längst überfällige Führungstor. Tarforst jubelte, die Fans atmeten durch – und dann? Passierte … nicht viel. Außer dass das Spiel gegen Ende plötzlich zu kippen drohte.
Wiesbaum roch Lunte, glaubte an den Lucky Punch – und kämpfte, als hinge der Klassenerhalt davon ab. Lange Einwürfe, wuchtige Ecken, hohe Bälle, volles Risiko – inklusive Torwart, der in der Nachspielzeit selbst zum Stürmer mutierte. Tarforst dagegen? Oftmals zu hektisch und nervös.
Dass das 2:0 nicht fiel, lag nicht zuletzt an mangelnder Kaltschnäuzigkeit. Wey vergab nach einem dicken Abwehrschnitzer (66.), Neumann scheiterte erneut – und in der Schlussphase war es der Wiesbaumer Keeper, der sich mit zwei starken Paraden gegen Decker (93.) zum Mann des Spiels auf Gäste-Seite krönte.
Die letzten Minuten waren dann ein wilder Ritt – Wiesbaum mit Eckbällen am Fließband, Tarforst mit dem Rücken zur Wand. Und ja – mit ein bisschen mehr Glück, einem Zentimeter hier oder einem Abpraller dort, hätte es am Ende auch 1:1 stehen können. Doch das Fußballschicksal meinte es gut mit dem FSV.
Tarforst gewinnt, ja. Aber die Leistung? Ausbaufähig! Defensiv stabil – doch offensiv fehlt es weiter an Durchschlagskraft. Wer sich vor dem Tor so schwer tut, wird irgendwann bestraft – auch wenn es gegen Wiesbaum noch einmal gut ging.
Am Samstag, 13. September, wartet mit der SG Saartal der nächste Prüfstein – dann auswärts und vermutlich erneut gegen ein Team, das weiß, wie man mauert. AM
Spiel-Infos
So spielte der FSV Trier-Tarforst: München – Quint – Arnold – Rigoni (89. Gouverneur) – Neumann – Suder – Stüber (72. Barbion)– Kiesewetter – Decker – Wey – Weirich
Tore: 1:0 (55. Neumann)
Schiedsrichter: Adrian Seidel
Zuschauer: 125






















