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Der FSV Trier-Tarforst marschiert weiter an der Tabellenspitze der Bezirksliga West – und doch war der 2:1-Auswärtssieg bei der SG Saartal am Samstagabend kein fußballerischer Selbstläufer. Sechs Spiele, sechs Siege: Die Serie hält, aber der Erfolg im Schatten der Saar offenbarte auch Schwächen, besonders im Abschluss vor dem Tor.

Das Spiel begann bei schwierigen Platzverhältnissen – der Rasen im Saartal präsentierte sich mehr Acker als Spielfläche – mit klaren Verhältnissen: Tarforst dominierte, kontrollierte Ball und Gegner und spielte streckenweise ansehnlichen Fußball. Doch trotz technischer Überlegenheit und hoher Spielanteile blieb der Ertrag zunächst dürftig.

Die Gäste erspielten sich zahlreiche Chancen, doch an Effizienz mangelte es deutlich. Benedikt Decker ließ gleich zwei Hochkaräter liegen (17., 20.), Felix Stüber setzte den Ball freistehend über das Tor (25.). Es war letztlich Nicola Rigoni, der nach sehenswerter Kombination über Decker und Neumann den verdienten Führungstreffer erzielte (35.). Weitere Chancen vor der Pause verpufften – auch weil Saartals Torwart mehrfach stark reagierte und Tarforsts Offensivabteilung im Abschluss die nötige Konsequenz vermissen ließ.

Nach dem Seitenwechsel schien Tarforst nahtlos an die erste Hälfte anzuknüpfen. Wieder war es Rigoni, der nach Vorlage von Quint und Weirich zum 2:0 erhöhte (55.) – zu diesem Zeitpunkt eine hochverdiente Führung. Doch anstatt nun souverän den Sack zuzumachen, leistete sich der Spitzenreiter unerklärliche Aussetzer.

Ein kleiner Bruch im Spiel reichte, um die Gastgeber zurückzubringen. Der Anschlusstreffer durch Nicolas Jakob nach schöner Flanke von Kramp (60.) war der Auftakt einer zehnminütigen Druckphase der Saartaler, in der Tarforst leicht den Faden verlor. Hektik und einfache Ballverluste prägten das Spiel der Gäste.

Im weiteren Verlauf fing sich die Mannschaft um Cheftrainer Patrick Zöllner aber wieder, und auch Keeper Felix Kloy zeigte in der Schlussphase mit einer starken Parade (80.), warum er ein sicherer Rückhalt ist. Doch der Eindruck blieb: Tarforst ließ ein Spiel unnötig eng werden, das frühzeitig hätte entschieden sein können – vielleicht sogar müssen.

Unterm Strich steht ein verdienter Auswärtssieg – keine Frage. Die individuelle Klasse, das spielerische Übergewicht und das Tempo in den Angriffen waren über weite Strecken beeindruckend. Doch es bleibt der Beigeschmack, dass Tarforst sich erneut das Leben selbst schwer machte. In einer Partie, in der Chancen für drei Spiele vorhanden waren, fehlte die letzte Konsequenz – und hinten erlaubte man sich Phasen der Nachlässigkeit, die gegen stärkere Gegner durchaus ins Auge gehen könnten.

Tarforst bleibt Tabellenführer – und das mit voller Punktzahl. Doch wer ganz oben bleiben will, wird sich mit Siegen wie diesen nicht dauerhaft zufriedengeben können. Die Konkurrenz schläft nicht – und die Spiele, in denen man sich auf die reine Spielkontrolle verlassen kann, werden weniger. Gegen Saartal ging es noch einmal gut – aber das Zittern in der Schlussphase dürfte Warnsignal genug sein. Weiter geht es für die Höhenkicker nun am Samstag in einer Woche (20. September) – wenn man dann um 18:00 Uhr den SV Sirzenich empfängt. AM

Spiel-Infos

So spielte der FSV Trier-Tarforst: Kloy – Quint – Arnold – Heintel – Rigoni (79. Gouverneur) – Neumann (92. Böhme) – Suder – Stüber (62. Wey) – Kiesewetter – Decker – Weirich

Tore: 1:0 (35. Rigoni) – 2:0 (55. Rigoni) – 1:2 (60. Jakob)

Schiedsrichter: Dominic Mainzer

Zuschauer: 200

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