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Mit der Tabellenführung in der Bezirksliga West und satten 19 Punkten im Gepäck reist der FSV Trier-Tarforst am Sonntag (Anstoß: 14:30 Uhr) zum Auswärtsspiel beim SV Lüxem. Und auch wenn das jüngste 2:2-Remis gegen den Verfolger aus Sirzenich auf dem Papier wie ein kleiner Rückschlag wirken mag – die Stimmung auf der Trierer Höhe bleibt betont optimistisch. Doch Optimismus allein gewinnt keine Spiele. Vielmehr bedarf es einer Rückkehr zu jener Zielstrebigkeit und Konsequenz, die Tarforst in den Wochen zuvor zum Ligaprimus gemacht hat.

Die Auswärtsfahrt an den Wittlicher Grünewald ist für die Zöllner-Elf keineswegs eine Einladung zum entspannten Sonntagsspaziergang. Vielmehr wartet dort mit dem SV Lüxem (bisher 2 Pflichtspielsiege für den FSV 2013 & 2014) ein Gegner, der sich im Liga-Mittelfeld zunehmend stabilisiert hat und zuletzt mit einem 1:1 gegen das ambitionierte Team aus Salmrohr durchaus ein Achtungszeichen setzte. Bereits zuvor war Lüxem mit einem klaren Heimsieg gegen Mehring in den Fokus gerückt – eine Entwicklung, die man auf Tarforster Seite besser nicht als bloßen Zufall abtun sollte.

Das Team des Trainerduos Nicolas Hubo und Patrick Schmidt besticht durch Struktur, Spielintelligenz und eine gesunde Mischung aus jugendlicher Frische und erfahrener Routine. Namen wie Tillmann Meeth oder Routinier Sorge stehen für Stabilität, während junge Akteure wie Eifel mit seinen 22 Jahren das Offensivspiel beleben. Eine Mannschaft, die nicht spektakulär, aber dafür äußerst diszipliniert und effektiv auftritt – und genau darin liegt die Gefahr.

Cheftrainer Patrick Zöllner weiß um die Tücken dieser Partie: „Nach dem klaren Heimsieg gegen Mehring und dem respektablen 1:1-Unentschieden gegen Salmrohr ist Lüxem spürbar im Rhythmus angekommen und hat sich im gesicherten Mittelfeld der Tabelle etabliert. Die Mannschaft vereint eine dynamische Mischung aus jungen, hungrigen Akteuren und erfahrenen Stützen wie Tillmann Meeth und Sorge. Auch Eifel, der mit seinen 22 Jahren formal noch zu den jungen Spielern zählt, bringt bereits ein beachtliches Maß an Qualität und Spielintelligenz mit. Uns ist bewusst, dass Lüxem unter Trainer Patrick Schmidt sehr strukturiert und diszipliniert auftritt – darauf sind wir eingestellt. Unser Anspruch ist klar: Wir wollen konzentriert agieren, unsere Leistung abrufen und mit einem weiteren Sieg unsere Tabellenführung festigen.“ Das Statement des Trainers zeugt von großem Respekt gegenüber dem kommenden Gegner – und unterstreicht zugleich das Selbstvertrauen, das sich die Mannschaft in den vergangenen Wochen zurecht erarbeitet hat. Dennoch könnte gerade jetzt der richtige Zeitpunkt sein, um mit einem wachen Blick auf die eigenen Abläufe zu schauen und kleinere Unschärfen im Spiel zu justieren.

Das jüngste Unentschieden gegen Sirzenich hat gezeigt, dass selbst eine spielstarke Mannschaft wie Tarforst Phasen durchläuft, in denen es nicht immer gut läuft. Das Potenzial, Spiele nicht nur zu kontrollieren, sondern auch frühzeitig für sich zu entscheiden, ist zweifellos vorhanden. Was in entscheidenden Momenten manchmal noch fehlt, ist die letzte Konsequenz im Abschluss – der vielzitierte „Killerinstinkt“, mit dem man wankende Gegner endgültig auf Distanz hält.

Mit Neil Müller-Adams, Christoph Nickl und Moritz Hannappel fallen drei Spieler verletzungsbedingt aus – keine unerhebliche Lücke, aber auch kein Grund, das eigene Spielkonzept zu relativieren. Zudem fehlt Fabian Wey aus privaten Gründen. Dennoch kann Zöllner auf einen breiten, qualitativ gut bestückten Kader zurückgreifen, der in der Lage ist, auch solche Ausfälle zu kompensieren. Der Anspruch an sich selbst bleibt hoch – zu Recht.

Der SV Lüxem wird für Tarforst ein echter Prüfstein – weniger wegen der Tabellenkonstellation, sondern vielmehr wegen der Spielweise des Gegners. Wer hier bestehen will, muss nicht nur auf dem Papier die bessere Mannschaft sein, sondern es auch über 90 Minuten auf dem Platz zeigen. Tarforst hat das Format, um mit Dominanz und spielerischer Klarheit zu überzeugen – doch dafür braucht es den unbedingten Willen, sich in jedem Spiel neu zu beweisen. Denn der Weg zurück auf die Siegerstraße ist kein Ziel, das man bloß anpeilen kann – man muss ihn sich Woche für Woche hart erarbeiten. Auch – oder gerade – am idyllischen „Grünewald“.

Text: André Mergener / Bildrechte: Hans Krämer

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