• Beitrags-Kategorie:Fußball
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Ein Topspiel mit ordentlich Zunder, zwei Führungswechseln, Last-Minute-Drama – und am Ende einem verdienten Unentschieden (2:2), das beiden Mannschaften auf den Punkt genau gerecht wird. Doch wer dachte, der Spitzenreiter aus Tarforst würde zuhause weiter ungebremst durch die Liga pflügen, wurde am Samstagabend im Duell gegen den Tabellenzweiten aus Sirzenich auf der Trierer Höhe eines Besseren belehrt.

Schon nach wenigen Minuten war klar: Das hier wird kein lauer Bezirksliga-Kick, sondern ein echter Gradmesser für beide Teams. Tarforst startete dominant, ließ Ball und Gegner laufen – nur der letzte Punch fehlte. Viel Aufwand, wenig Ertrag: Der FSV kombinierte gefällig bis zum Strafraum, doch dort wurde es meist harmlos oder zu verspielt.

Sirzenich dagegen präsentierte sich taktisch clever und unangenehm kompakt. Früh störend, gallig im Zweikampf, lauffreudig – der SVS war von Anfang an ein unbequemer Gegner und ließ sich vom Favoritenstatus des FSV nicht beeindrucken. Die erste Großchance ging dann auch auf das Konto der Gäste: Bastian Neises verzog nach einem blitzsauberen Angriff nur knapp (25.).

Tarforst hatte zwar mehr Ballbesitz, doch wirklich zwingend wurde es nur selten. Erst ein Distanzhammer von Florian Weirich (35.) und ein Heber von Nicola Rigoni (40.) zwangen SVS-Keeper Felix Bollig zu ernsthafter Arbeit – doch der Schlussmann blieb fehlerfrei. Das torlose Remis zur Pause war letztlich leistungsgerecht – weil sich Tarforst zwar bemüht, aber kaum belohnt hatte und Sirzenich immer wieder Nadelstiche setzte.

Nach dem Seitenwechsel nahm das Spiel spürbar Fahrt auf – es ging nun hin und her, teils im Minutentakt. Erst vergab Fabian Wey eine gute Möglichkeit (46.), dann scheiterte Sirzenichs Luca Clemens am stark reagierenden Kloy (47.). Doch kurz darauf fiel der verdiente Lohn für den Einsatz des SVS: Nach einer Ecke stieg Robin Esser am höchsten und köpfte das Leder zum 0:1 in die Maschen (48.).

Tarforst, kurz geschockt, zeigte jedoch prompt Reaktion. Erst verzog Wey noch knapp (52.), dann war es eben wieder dieser Wey, der nach starker Vorarbeit von Caspar Suder zum verdienten 1:1 einschob (58.). Die Partie war wieder offen – und beinahe hätte der FSV das Momentum genutzt. Doch Nicola Rigoni zeigte Nerven: Sein Foulelfmeter war zu lasch getreten – Bollig hielt sicher (61.) und bewahrte sein Team vor dem Rückstand. Eine Szene, die das Spiel womöglich gekippt hätte.

Auch Sirzenich blieb gefährlich. Kevin Walters Freistoß zwang FSV-Keeper Kloy erneut zu einer starken Parade (65. Min.). Es war nun ein offener Schlagabtausch – mit Chancen auf beiden Seiten und einer zunehmend hitzigen Atmosphäre.

Tarforsts Cheftrainer Patrick Zöllner bewies dann ein goldenes Händchen: Doppelwechsel, doppelter Effekt. Reh legt auf, Heitkötter trifft (beide erster Ballkontakt!) – ein Joker-Tor wie aus dem Lehrbuch (77.). Das Spiel schien gedreht, Tarforst jubelte – doch die Schlussphase sollte noch einmal alles auf den Kopf stellen.

Sirzenich drängte auf den Ausgleich, ohne blind anzurennen. Der Lucky Punch kam dann in der vierten Minute der Nachspielzeit: Luca Bierbrauer mit einem scharf getretenen Freistoß, Tobias Geib schaltet am schnellsten – und trifft mit der Hacke (!) zum 2:2 (90.+4). Es war die Krönung eines leidenschaftlichen Auftritts – und ein Ausgleich, der sich aus Sicht des SVS wie ein Sieg anfühlen durfte.

Ein Spiel, das alles bot – Tempo, Zweikämpfe, Tore und ein dramatisches Finish. Der FSV Trier-Tarforst bleibt zwar weiterhin ungeschlagen und verteidigt Platz 1 mit jetzt 19 Punkten – doch der Auftritt gegen den unangenehmen Kontrahenten aus Sirzenich offenbarte auch Schwächen: zu verspielt im letzten Drittel, zu fehleranfällig bei Standards, zu fahrlässig vom Punkt.

Sirzenich hingegen zeigte, dass man auch als „Underdog“ mit mutigem Auftritt, mannschaftlicher Geschlossenheit und cleverer Taktik den ganz Großen Punkte abknöpfen kann. Verdienter Lohn: Ein Punkt beim Liga-Primus – und das ebenfalls als weiterhin ungeschlagenes Team.

„Definitiv war es ein sehr emotionales und intensives Spiel – und das über die gesamten 90 Minuten. Sirzenich hat genau das auf den Platz gebracht, was wir erwartet hatten: viel Laufbereitschaft, Kampfgeist und eine kompakte Spielweise. Sie haben es uns wirklich schwer gemacht. Von unserer Seite bin ich der Meinung, dass wir grundsätzlich schon in der Lage sind, besser zu spielen. Dennoch muss man anerkennen, dass sich Sirzenich den Punkt am Ende verdient hat. Klar – mir wäre es natürlich lieber gewesen, wenn wir das 2:1 über die Zeit gebracht hätten. Besonders ärgerlich sind die beiden Gegentore nach Standardsituationen. Das müssen wir in Zukunft einfach konsequenter und konzentrierter verteidigen“, so Zöllner nach Spielende.

Für Tarforst geht es am Sonntag, 28. September, um 14:30 Uhr beim SV Lüxem weiter – und dort dürfte man gut beraten sein, effizienter aufzutreten und Standards konsequenter zu verteidigen. Der Platz an der Sonne ist schön – aber eben auch schnell wieder futsch, wenn man zu oft auf halber Strecke stehen bleibt. AM

Spiel-Infos

So spielte der FSV Trier-Tarforst: Kloy – Quint – Heintel (70. Gouverneur) – Rigoni (70. Böhme) – Neumann – Suder – Stüber (75. Heitkötter) – Kiesewetter (75. Reh) – Decker – Wey (86. Finsterwalder) – Weirich

Tore: 0:1 (48. Esser) – 1:1 (58. Wey) – 2:1 (77. Heitkötter) – 2:2 (94. Geib)

Schiedsrichter: Christoph Franz Selbach-Schneider

Zuschauer: 250

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