• Beitrags-Kategorie:Fußball
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Was bislang als eher trauriges Kapitel in der Chronik der SG Hochwald galt – nämlich das regelmäßige Scheitern in Tarforst – hat nun ein Ende gefunden. Am Mittwochabend setzten sich die klassenhöheren Hochwälder im Rahmen der dritten Rheinlandpokalrunde mit 2:0 gegen den FSV Trier-Tarforst durch und feierten damit nicht nur den Einzug ins Achtelfinale, sondern auch den ersten Pflichtspiel-Sieg auf Tarforster Boden. Ja, es ist tatsächlich passiert.

Der FSV, derzeit noch ungeschlagener Tabellenführer der Bezirksliga und früher fester Bestandteil der Rheinlandliga (15 Jahre), musste die erste Saisonniederlage schlucken – bitter, zuhause, im Pokal. Trotz Einsatz, Kampf und Heimvorteil war diesmal nichts zu holen. Hochwald zeigte sich effizient, mutig und hatte – man staune – auch das Glück auf seiner Seite. Die Hochwälder haben einen alten Bann gebrochen – und Tarforst muss erkennen, dass Pokalabende ihre eigenen Gesetze schreiben. Manchmal sogar welche, die der SG Hochwald gefallen.

Es hätte ein toller Pokalabend in Tarforst werden können – zumindest aus Sicht der Hausherren. Denn der FSV legte los wie die sprichwörtliche Feuerwehr: engagiert, griffig, mutig – und mit mehr Torgelegenheiten.

Bereits in der 2. Minute verpasste Fabian Wey per Kopf nur knapp das frühe 1:0, nachdem er eine butterweiche Flanke von Luis Böhme haarscharf über den Querbalken setzte. Keine drei Minuten später stand Nico Neumann mutterseelenallein vor dem Kasten – doch SG-Schlussmann Johannes Bettendorf parierte mit dem Fuß stark. Tarforst spielte in dieser Phase wie entfesselt, Hochwald wackelte, aber fiel nicht. Zwei weitere Hochkaräter (10.) blieben ebenfalls ungenutzt – diesmal hatten sowohl Neumann als auch Böhme das Glück nicht auf ihrer Seite.

Die erste Viertelstunde gehörte dem FSV – und zwar mit allem, was das Lehrbuch hergibt: Pressing, Raumgewinn, Chancenflut. Doch Fußball wäre nicht Fußball, wenn Effizienz nicht manchmal mehr zählte als Schönheit. Und so kam Hochwald allmählich ins Spiel – und hätte durch Elias Stelker und Nils Hemmes beinahe ebenfalls getroffen, wäre da nicht Tarforsts starker Rückhalt Felix Kloy gewesen.

Böhme sorgte in der 19. Minute noch einmal für ein Raunen auf den Rängen – diesmal landete sein Versuch allerdings am Aluminium. Man hätte es zu diesem Zeitpunkt kaum für möglich gehalten, doch es war ein Fehler im Spielaufbau, der das Pendel kippen ließ: Hochwalds René Mohsmann roch den Braten, bediente Andre Paulus mustergültig – und der netzte zur schmeichelhaften 1:0-Führung ein (26.). Fußball kann eben manchmal sehr einfach sein: vorne die Chancen nicht nutzen, hinten einen Bock schießen – und schon liegt man zurück.

Von nun an übernahmen die Gäste zunehmend die Spielkontrolle. Ein Abseitstor von Julian Bidon (37.) und eine weitere gute Möglichkeit von Hemmes (38.) ließen bereits erahnen, dass Tarforst nur noch mit Mühe im Spiel blieb. Dass es zur Pause nur 0:1 stand, war in erster Linie Keeper Kloy zu verdanken – und einer Prise Glück, die sich der FSV in dieser Phase redlich erarbeitete.

Nach dem Seitenwechsel verwandelte sich das Spiel zusehends in eine Pokalschlacht – mit allem, was dazugehört: körperbetont, emotional, kampfbetont. Viel Spielkultur war nicht mehr zu erkennen, dafür aber jede Menge Wille – auf beiden Seiten. Hochwald hatte nun mehr Zugriff, Tarforst hingegen verlor den Faden und streute im Minutentakt Ungenauigkeiten und unnötige Ballverluste ein. Kontergelegenheiten für die Gäste waren die logische Folge – auch wenn der finale Punch zunächst ausblieb.

Erst in der 93. Minute setzte die SG Hochwald dank eines weiteren Treffers von Paulus den Deckel drauf: In einer Phase, in der Tarforst alles nach vorne warf, nutzten die Gäste einen der vielen Räume und vollendeten zum 2:0-Endstand. Damit war nicht nur der erste Sieg in Tarforst perfekt, sondern auch der Einzug ins Achtelfinale des Rheinlandpokals.

Tarforst muss sich am Ende den Vorwurf gefallen lassen, eine dominante Anfangsphase nicht in Tore umgemünzt zu haben. Hochwald hingegen bewies, dass Kaltschnäuzigkeit manchmal reicht, wenn man sie mit der nötigen Physis und Cleverness kombiniert. Für den FSV ist es die erste Niederlage der Saison – wenn auch „nur“ im Pokal. Ein kleiner Dämpfer also, der vielleicht zur richtigen Zeit kommt.

„Es war ein sehr schnelles Spiel – vor allem im Vergleich zu den Partien in der Bezirksliga. In der ersten Halbzeit, insbesondere in der Anfangsphase, haben wir das richtig gut gemacht und uns eine Vielzahl an Chancen erarbeitet. Im zweiten Durchgang der Partie hat uns dann allerdings die Präzision im Passspiel gefehlt, und auch unsere Kombinationen waren nicht mehr so sauber. Das sah im ersten Durchgang deutlich besser aus. Insgesamt geht der Sieg für die SG Hochwald daher auch absolut in Ordnung“, betonte FSV-Cheftrainer Patrick Zöllner nach Abpfiff, dessen Mannschaft nun am kommenden Sonntag auf Ebene der Bezirksliga um 14:45 Uhr bei der SG Ruwertal gastiert. AM

Spiel-Infos

So spielte der FSV Trier-Tarforst: Kloy – Böhme – Heintel – Neumann – Finsterwalder – Stüber – Kiesewetter – Decker – Gouverneur – Wey – Weirich

Tore: 0:1 (26. Paulus) – 0:2 (93. Paulus)

Schiedsrichter: Moritz Schillo

Zuschauer: 300

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