
Der FSV Tarforst bleibt auch nach dem Ausflug in die Vulkaneifel das unangefochtene Maß aller Dinge in der Bezirksliga West. Beim 4:2-Auswärtserfolg über die SG Ellscheid am Sonntagnachmittag zeigte der Tabellenführer einmal mehr, warum er aktuell kaum zu stoppen ist – auch wenn der Wind auf dem Hochplateau bei Ellscheid eisig pfiff und der Gegner mit Härte und Leidenschaft dagegenhielt.
Es wehte ein rauer, bitterkalter Wind – typisch Eifel eben. Doch Tarforst brachte die nötige „Hitze“ auf den Platz und legte los wie die Feuerwehr. Bereits nach vier Minuten durften die mitgereisten FSV-Anhänger jubeln: Ein hoher Ball von Florian Weirich fand Luca Quint, der sich im Alleingang stark durchsetzte und auf Luis Böhme querlegte. Der wiederum blieb eiskalt und schob überlegt zum frühen 1:0 ein (4.). Der perfekte Start für den noch ungeschlagenen Spitzenreiter.
Doch Ellscheid zeigte Moral. Statt nach dem Rückstand in Schockstarre zu verfallen, kämpfte sich die SG beherzt zurück – mit rustikalem Einsatz und reichlich Leidenschaft. Nach einer Viertelstunde profitierte Markus Boos dann von einem folgenschweren Missverständnis in der Tarforster Hintermannschaft. Einen Fehler von Keeper Felix Kloy bestrafte er eiskalt zum 1:1-Ausgleich (15.) – der Jubel auf der heimischen Bank war groß.
Die Partie war nun endgültig ein echter Bezirksliga-Kampf – intensiv, körperlich, mit reichlich Emotionen auf und neben dem Platz. Tarforst ließ sich davon jedoch nicht beirren und fand kurz vor der Pause die passende Antwort: Florian Weirich fasste sich ein Herz, zog aus der Distanz ab und traf sehenswert – flach, platziert und mit Unterstützung des Innenpfostens – zum 2:1 (40.). Und der Spitzenreiter legte noch vor dem Halbzeitpfiff nach: Nach einem Foulspiel im Strafraum verwandelte Luis Böhme den fälligen Elfmeter souverän zum 3:1 (45.), exakt mit dem Pausenpfiff.
Nach dem Seitenwechsel blieb das Bild weitgehend unverändert. Tarforst kontrollierte das Geschehen, hatte das Spiel in weiten Phasen im Griff, musste sich aber weiter gegen ein bissiges Ellscheider Team behaupten, das trotz des Rückstands nie aufgab. Für die endgültige Entscheidung sorgte schließlich Felix Stüber, der nach einer Ecke gedankenschnell reagierte und den Ball mit der Fußspitze mustergültig zum 4:1 über die Linie drückte (55.).
Zehn Minuten vor Schluss keimte bei den Gastgebern jedoch noch einmal Hoffnung auf. Nach einem Stellungsfehler in der Tarforster Defensive tauchte Tom Hoff frei vor Keeper Kloy auf und verkürzte auf 2:4 (80.). Ellscheid warf in der Schlussphase noch einmal alles nach vorne, während Tarforst souverän verteidigte und den Sieg abgeklärt über die Zeit brachte. Chancen auf einen noch höheren Sieg waren durchaus vorhanden – etwa, als Nico Neumann kurz vor dem Ende nur knapp scheiterte.
In der Nachspielzeit wurde es für Ellscheid schließlich doppelt bitter: Neben der drohenden Niederlage sah Jannick Land nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte und musste vorzeitig unter die Dusche.
Am Ende stand ein verdienter, abgeklärter und in vielerlei Hinsicht reifer Sieg des Tabellenführers, der sein Punktekonto auf nunmehr 31 Zähler ausbaute und seine beeindruckende Serie fortsetzt. Bereits am kommenden Freitagabend (19:30 Uhr) will der FSV Trier-Tarforst im heimischen Wohnzimmer gegen die SG Franzenheim den nächsten Dreier folgen lassen.
„Uns war klar, dass uns hier oben ein hartes Stück Arbeit erwartet“, betonte Cheftrainer Patrick Zöllner nach dem Abpfiff. „Salmrohr hat hier schon vor einer Woche seine bittere Erfahrung gemacht – entsprechend gewarnt und konzentriert sind wir angereist. Ellscheid war stark besetzt und hat alles reingeworfen. Aber wir haben den Kampf angenommen, sind ruhig geblieben und haben uns am Ende verdient mit 4:2 durchgesetzt.“ AM
Spiel-Infos
So spielte der FSV Trier-Tarforst: Kloy – Quint – Arnold – Böhme (66. Wey) – Neumann – Heitkötter (75. Baltes) – Suder – Stüber (78. Gouverneur) – Kiesewetter (84. Reh) – Decker – Weirich
Tore: 1:0 (4. Böhme) – 1:1 (15. Boos) – 2:1 (40. Weirich) – 3:1 (45. Böhme / FE) – 4:1 (55. Stüber) – 2:4 (80. Hoff)
Schiedsrichter: Alexander Müller
Zuschauer: 125





























