
Wenn am Samstagabend um 18:00 Uhr die Flutlichter auf dem Tarforster Kunstrasen angehen, dann liegt wieder dieses ganz besondere Knistern in der Luft. Es ist angerichtet für das Derby der Derbys – FSV Trier-Tarforst gegen TuS Mosella Schweich. Ein Duell voller Leidenschaft, Prestige, Emotionen und Geschichte. Ein Spiel, das über die Bezirksliga-West hinausstrahlt – denn wenn Tarforst und Schweich aufeinandertreffen, ist Gänsehaut garantiert.
Schon Tage zuvor spürt man die besondere Atmosphäre rund um die Trierer Höhe. Fans fiebern, Spieler brennen – und jeder weiß: Dieses Spiel ist mehr als nur ein Punktduell. Es ist Tradition, Rivalität und purer Fußballgeist in seiner ehrlichsten Form. Zum 14. Mal kreuzen sich die Wege beider Vereine im Rahmen eines Pflichtspiels – und selten war die Ausgangslage so prickelnd wie diesmal.
Beide Teams eint die jüngste Vergangenheit: Der Abstieg aus der Rheinlandliga im vergangenen Jahr. Doch statt Tristesse folgte Aufbruchsstimmung – und inzwischen kämpfen beide wieder um den direkten Wiederaufstieg. Tarforst grüßt ungeschlagen von der Tabellenspitze mit 40 Punkten, dicht gefolgt von Schweich auf Rang zwei (32 Punkte). Mehr Spitzenspiel geht kaum.
Die Mosella reist mit breiter Brust an. In den letzten Wochen pflügte das Team von der Mittelmosel durch die Liga, gewann ein Spiel nach dem anderen und präsentierte sich in Torlaune. 47 Treffer in 14 Partien – nur Tarforst hat mit 59 Toren noch häufiger getroffen. Vorne wirbeln Stefan Schleimer (13 Tore), Nico Schäfer (12) und Jens Schneider (11) – ein Trio, das derzeit kaum zu bremsen ist. Erst am vergangenen Wochenende musste das ambitionierte Salmrohr leidvoll erfahren, wie gefährlich Schweichs Offensive ist – das 1:5 war eine regelrechte Machtdemonstration.
In Tarforst weiß man um die Qualitäten des Rivalen – und doch ist das Selbstvertrauen nach einer bislang überragenden Saison groß. Zuletzt fegte der FSV den Tabellenletzten mit 6:0 vom Platz, sicherte sich damit die Herbstmeisterschaft und will nun das nächste Ausrufezeichen setzen. Ein torloses Remis? Kaum vorstellbar, wenn zwei der treffsichersten Mannschaften der Liga aufeinandertreffen.
Cheftrainer Patrick Zöllner erwartet einen heißen Tanz – auf hohem Niveau und mit allem, was ein echtes Derby ausmacht: „Schweich ist im Grunde eine Mannschaft, die in die Rheinlandliga gehört. Ihr Kader ist durchweg gut besetzt, mit technisch starken, schnellen und zweikampfstarken Spielern. Dazu bringen sie eine gesunde Mischung aus Erfahrung, Mentalität und Zusammenhalt mit. Man merkt, dass die Stimmung im Team sehr gut ist. Wir haben sie zuletzt gegen Salmrohr gesehen – da haben sie das Spiel klar kontrolliert und völlig verdient gewonnen. Uns ist also bewusst, welche Qualität da auf uns zukommt“, betont Cheftrainer Patrick Zöllner und setzt nach: „Vor ziemlich genau einem Jahr haben wir Schweich zuhause in der Rheinlandliga mit 4:1 geschlagen. Damals sind wir früh draufgegangen, haben direkt Druck aufgebaut und sehr zielstrebig gespielt. Genau daran wollen wir anknüpfen: Mit Selbstvertrauen auftreten, das Spiel bestimmen und das Tempo hochhalten. Dazu gehört in einem Derby auch Leidenschaft und Emotion. Das wollen wir auf den Platz bringen, um die Partie für uns zu entscheiden. Ich rechne mit einer Bezirksligapartie auf sehr hohem Niveau. Es treffen zwei Teams aufeinander, die vom Anspruch und Tempo her eigentlich Rheinlandliga-Fußball spielen. Ich glaube nicht, dass sich einer zurückzieht – beide werden mutig nach vorne spielen und mit viel Intensität in die Zweikämpfe gehen. Für die Zuschauer dürfte das ein attraktives und torreiches Spitzenspiel werden.“
Ein Selbstläufer wird das Spiel allerdings nicht. Tarforst muss am Samstagabend auf gleich acht Akteure verzichten – darunter Christoph Nickl, Neil Müller-Adams, Luca Quint, Moritz Hannappel, Luca Heintl, Nicola Rigoni, Lewin Raithel und Matthias Finsterwalder. Die Tiefe des Kaders wird also gefragt sein. Dennoch – die Vorfreude ist riesig, die Motivation ohnehin grenzenlos.
„Letztlich wird die Tagesform und die Effektivität vor dem Tor ausschlaggebend sein. Beide Mannschaften werden Phasen haben, in denen sie das Spiel bestimmen. In diesen Momenten müssen wir wach bleiben und unsere Chancen nutzen. Gleichzeitig müssen wir defensiv stabil stehen. Am Ende können kleine Details den Ausschlag geben – und hoffentlich zu unseren Gunsten“, schließt Zöllner ab.
Alles ist bereitet für einen denkwürdigen Fußballabend: Flutlicht, Derby, Leidenschaft – und zwei Mannschaften, die sich nichts schenken werden. Wenn der Schiedsrichter am Samstagabend das Spiel freigibt, geht es nicht nur um drei Punkte, sondern um Ruhm, Stolz und vielleicht schon um die Weichenstellung im Aufstiegsrennen.
FSV Trier-Tarforst gegen TuS Mosella Schweich – ein Klassiker, der wieder einmal beweisen dürfte, warum Fußball im Trierer Raum so emotional, intensiv und einzigartig ist. AM





















