
Seit rund eineinhalb Wochen befindet sich die Zwote des FSV Trier-Tarforst in der Wintervorbereitung – und der bisherige Eindruck fällt unterm Strich gemischt aus. Vieles wirkt noch wie Stückwerk, die Baustellen sind klar erkennbar, und der Weg zu einer stabilen Form scheint derzeit länger als erhofft. Trainer Alexander Becker nimmt dabei kein Blatt vor den Mund: Es liegt noch eine Menge Arbeit vor der Becker-Elf – auf und neben dem Platz.
Bereits in den ersten Trainingseinheiten wurde deutlich, dass die Vorbereitung für die Elf von der Trierer Höhe nicht nur sportlich, sondern auch charakterlich eine Herausforderung darstellt. Die Trainingsbeteiligung ließ phasenweise zu wünschen übrig, ebenso die Eigenverantwortung einzelner Akteure. Punkte, die Becker bewusst anspricht, weil sie aus seiner Sicht elementar für die weitere Entwicklung des Tarforster A-Ligisten sind. „Ohne Bereitschaft, ohne Ehrgeiz und ohne den Willen, an die eigenen Grenzen zu gehen, wird es schwierig“, lautet sinngemäß die klare Botschaft des Trainers.
Inhaltlich setzt das Trainerteam aktuell klare Schwerpunkte. Im Mittelpunkt der Einheiten steht die körperliche Verfassung – Fitnessarbeit ist derzeit das dominierende Thema bei den Trierer Höhenkickern. Nach der Winterpause sollen die Spieler wieder an ein intensives Belastungsniveau herangeführt werden, um die Grundlage für die kommenden Aufgaben zu legen. Parallel dazu wird gezielt am Umschaltspiel gearbeitet, insbesondere am Verhalten gegen den Ball. Kompaktheit, Laufbereitschaft und sauberes Verschieben stehen dabei im Fokus – Aspekte, die bei der Zwoten zuletzt nicht immer konsequent umgesetzt wurden.
Dass der Weg zurück zur gewünschten Stabilität kein einfacher ist, zeigte auch das erste Testspiel der Vorbereitung. Gegen den A-Ligisten SG Wallendorf setzte es für den Tarforster A-Ligisten am vergangenen Samstag eine deutliche 1:6-Niederlage – ein Ergebnis, das Trainer Becker offen als „katastrophal“ bezeichnete. Dabei spiegelte der Spielstand noch nicht einmal den gesamten Spielverlauf wider. „Das Spiel hätte auch 11:3 ausgehen können“, so Beckers ernüchternde Einschätzung nach Abpfiff. Einziger Lichtblick auf Seiten der Becker-Elf war der Treffer von Philipp Salm, der zumindest für einen kurzen Moment Ergebniskosmetik betrieb.
Allerdings gehört zur ehrlichen Analyse auch die Einordnung der Umstände. Der Kader der Zwoten war im ersten Testspiel stark dezimiert, zahlreiche Spieler fehlten, sodass Becker improvisieren musste. Unter diesen Voraussetzungen war ein holpriger Auftritt beinahe zu erwarten. Dass nicht alles glattlaufen würde, überraschte den Coach daher nicht – wohl aber die Deutlichkeit der Mängel.
Trotzdem bleibt Becker optimistisch und richtet den Blick nach vorne. Die Vorbereitung soll nun intensiv genutzt werden, um die Mannschaft physisch und mental auf ein neues Niveau zu bringen.
„Ich bin trotzdem guten Mutes und wir werden die Vorbereitung dazu nutzen, um uns richtig fit zu machen, an unserer Spielidee weiter zu arbeiten, die Jungs dahin zu bringen, diese auch umzusetzen und besonders die Bereitschaft jedes einzelnen meiner Jungs deutlich zu wecken. Hier erhoffe ich mir mental einfach viel mehr Ehrgeiz. Wir werden es versuchen, auf jeden Fall noch herauszuholen“, betont der Trainer der Trierer Höhenkicker.
Die Wintervorbereitung der Tarforster Reserve hat bislang mehr Fragen als Antworten geliefert. Zwischen durchwachsenen Trainingseindrücken und einem ernüchternden ersten Testspiel ist klar geworden, dass vor der Zwoten arbeitsreiche Wochen liegen. Doch genau darin liegt auch die Chance: Mit harter Fitnessarbeit, klaren inhaltlichen Schwerpunkten und einem gestärkten mentalen Ansatz soll der Grundstein für eine stabilere Rückrunde gelegt werden. Ob es gelingt, wird sich zeigen – der Wille des Trainers, den Hebel umzulegen, ist jedenfalls unübersehbar. AM






















