
Wenn der FSV Trier-Tarforst am kommenden Samstag die Reise in die Eifel antritt, wartet auf den Tabellenführer die nächste anspruchsvolle Auswärtsaufgabe. Ziel der Trierer Höhenkicker ist der Sportplatz in Hillesheim, wo die SG Wiesbaum ihre Heimspiele austrägt. Auf dem Papier reist der Spitzenreiter zwar als Favorit an, doch ein Blick auf die bisherigen Duelle und die aktuelle Form der Gastgeber macht schnell deutlich, dass die Partie alles andere als ein Selbstläufer werden dürfte.
Die SG Wiesbaum spielt als Aufsteiger bislang eine bemerkenswert solide Saison und hat sich im Tabellenmittelfeld etabliert. Mit derzeit 25 Punkten rangieren die Eifeler auf einem respektablen achten Tabellenplatz. Für einen Liganeuling ist das eine starke Ausbeute und unterstreicht, dass sich die Mannschaft schnell an das Niveau der Liga angepasst hat. Zwar musste Wiesbaum zuletzt zwei Niederlagen in Folge hinnehmen, dennoch spiegeln diese Ergebnisse nicht zwingend die Leistungsfähigkeit des Teams wider. In vielen Spielen präsentierte sich die Mannschaft äußerst konkurrenzfähig und machte es auch etablierten Teams der Liga schwer.
Das bekam auch der FSV Trier-Tarforst bereits im Hinspiel zu spüren. Damals empfingen die Tarforster die SG Wiesbaum auf heimischem Platz und mussten lange hart arbeiten, um am Ende als Sieger vom Feld zu gehen. Die Partie entwickelte sich zu einer zähen Angelegenheit, in der die Gäste aus der Eifel mutig auftraten und sich keineswegs nur auf das Verteidigen beschränkten. Wiesbaum stand defensiv sehr kompakt, arbeitete diszipliniert gegen den Ball und machte die Räume für den Tabellenführer extrem eng. Tarforst fand nur selten zu seinem sonst so flüssigen Kombinationsspiel, während die Eifeler immer wieder Nadelstiche setzten und das Spiel lange offen hielten.
Am Ende war es eine einzelne Szene, die den Unterschied ausmachte. Kurz nach dem Seitenwechsel gelang Nico Neumann der entscheidende Treffer zum 1:0, der den Tarforstern schließlich den knappen Heimerfolg bescherte. Auch danach blieb Wiesbaum unbequem und kämpfte bis zum Schluss um den Ausgleich, doch die Defensive des FSV hielt stand. Rückblickend war es ein Spiel, das eindrucksvoll zeigte, wie unangenehm der Aufsteiger auftreten kann.
Dass Wiesbaum auch gegen andere Spitzenteams mithalten kann, zeigte sich zuletzt erneut. Im Duell mit der FSV Salmrohr hielt die Mannschaft über weite Strecken sehr gut dagegen und gestaltete die Begegnung lange offen. Erst in der Nachspielzeit fiel die endgültige Entscheidung zugunsten der Salmtaler, die mit dem Treffer zum 2:1 den Sieg perfekt machten. Für Wiesbaum war es zwar eine bittere Niederlage, gleichzeitig aber auch ein weiterer Beleg dafür, dass man selbst gegen Topteams der Liga konkurrenzfähig ist.
Für den FSV Trier-Tarforst ist die Zielsetzung dennoch klar definiert. Die Mannschaft von der Trierer Höhe möchte ihre beeindruckende Saison fortsetzen und auch in Hillesheim die nächsten drei Punkte einfahren. Mit aktuell 49 Punkten führen die Tarforster die Tabelle souverän an und sind in dieser Spielzeit weiterhin ungeschlagen. Der direkte Wiederaufstieg in die Rheinlandliga ist das große Ziel des Vereins – entsprechend wichtig ist es, auch in schwierigen Auswärtsspielen konstant zu punkten.
„Wir sind gewarnt. Schon im Hinspiel hat uns der Gegner vor große Aufgaben gestellt. Sie verteidigen sehr gut organisiert und konzentriert, was sich auch in der geringen Zahl an Gegentoren widerspiegelt. Gleichzeitig versuchen sie, über schnelles Umschaltspiel nach vorne zu kommen – vor allem über ihre starken Offensivspieler Lukas Duvivier sowie Spielertrainer Marco Michels. Auch aus dem Spiel gegen Salmrohr haben wir unsere Erkenntnisse gezogen. Dort sind sie ähnlich aufgetreten und haben es über lange Zeit sehr gut gemacht. Erst kurz vor Schluss mussten sie zwei Gegentreffer hinnehmen. Deshalb wissen wir, dass eine anspruchsvolle Aufgabe auf uns wartet. Ein Faktor, der uns sicherlich entgegenkommt, ist der Kunstrasenplatz, auf dem wir unser schnelles Spiel besser umsetzen können. Die Vorgaben bleiben dabei die gleichen wie in den vergangenen beiden Spielen: Wenn wir unser Ziel erreichen wollen, müssen wir auch die Hürde in Wiesbaum nehmen und das Spiel für uns entscheiden“, betont Cheftrainer Patrick Zöllner selbstbewusst.
Mit viel Selbstvertrauen reist der Tabellenführer somit in die Eifel. Am vergangenen Wochenende setzten die Tarforster im Stadtduell gegen die SG Zewen ein eindrucksvolles Ausrufezeichen. Mit einem deutlichen 9:1-Erfolg zeigte die Mannschaft eine überragende Offensivleistung und demonstrierte einmal mehr ihre enorme Durchschlagskraft im Angriff. Spielfreude, Tempo und Effizienz prägten den Auftritt des Spitzenreiters, der seine Chancen konsequent nutzte und dem Gegner über die gesamte Spielzeit hinweg kaum eine Möglichkeit ließ, ins Spiel zu finden.
Dennoch ist allen Beteiligten bewusst, dass in Hillesheim ein völlig anderes Spiel warten dürfte. Während Zewen dem Offensivdruck der Tarforster nur wenig entgegenzusetzen hatte, wird Wiesbaum voraussichtlich wieder mit einer kompakten, laufstarken und kampfbetonten Spielweise auftreten. Gerade auf heimischem Platz sind die Eifeler traditionell schwer zu bespielen und leben von ihrer geschlossenen Mannschaftsleistung sowie ihrer großen Einsatzbereitschaft.
Erschwerend kommt für den Tabellenführer hinzu, dass er die Reise in die Eifel personell leicht angeschlagen antreten muss. Mit Christoph Nickl, Neil Müller-Adams, Moritz Hannappel und Torschütze Nico Neumann fallen gleich vier Spieler aus und stehen am Samstag nicht zur Verfügung. Gerade der Ausfall von Neumann, der im Hinspiel den entscheidenden Treffer erzielte, wiegt schwer. Gleichzeitig bietet sich damit anderen Spielern aus dem Tarforster Kader die Chance, Verantwortung zu übernehmen und sich in den Dienst der Mannschaft zu stellen. Hinter dem Einsatz von Elias Heitkötter steht zudem für Samstag ein Fragezeichen.
Für Tarforst wird es entscheidend sein, von Beginn an konzentriert aufzutreten und das Spiel mit Geduld aufzubauen. Schon im Hinspiel zeigte sich, dass Wiesbaum defensiv sehr diszipliniert arbeitet und Fehler des Gegners konsequent zu nutzen versucht. Gleichzeitig besitzt der Aufsteiger genügend Mut, um auch selbst offensive Akzente zu setzen und den Favoriten vor Probleme zu stellen.
Die Tarforster werden also erneut gefordert sein, ihre spielerische Klasse mit der nötigen Entschlossenheit zu verbinden. Wenn es dem FSV gelingt, das Tempo hochzuhalten und früh Kontrolle über das Spiel zu gewinnen, steigen die Chancen auf den nächsten Auswärtserfolg. Dennoch dürfte jedem im Tarforster Lager bewusst sein, dass man sich jeden Meter auf dem Platz hart erarbeiten muss.
So verspricht das Aufeinandertreffen in Hillesheim eine spannende Partie zu werden. Der Tabellenführer aus Tarforst reist mit klaren Ambitionen an und möchte schließlich einen weiteren wichtigen Schritt im Kampf um den direkten Wiederaufstieg in die Rheinlandliga machen. AM






















