
Der 1. April hielt, was er versprach – nur keine Scherze. Unter einem hellen Vollmond über Udelfangen entwickelte sich am späten Mittwochabend ein intensives, von Zweikämpfen geprägtes Spitzenspiel, das die Zuschauer von der ersten Minute an in seinen Bann zog. Die Trierer Höhenkicker mussten beim SV Sirzenich bestehen, jenem Team, das dem Liga-Primus bereits im Hinspiel Punkte abgetrotzt hatte. Am Ende stand erneut ein Remis – ein hart erkämpftes 1:1, das die Kräfteverhältnisse eindrucksvoll widerspiegelte.
Von Beginn an zeigte Sirzenich keinerlei Respekt vor dem Tabellenführer. Mutig, kompakt und mit klarer Linie suchten die Gastgeber den Weg nach vorne. Schon in der 7. Minute lag die Führung in der Luft, als Kevin Walter frei vor dem Tor auftauchte. Doch FSV-Keeper Felix Kloy blieb eiskalt, reagierte blitzschnell und bewahrte seine Farben mit einer starken Parade vor dem frühen Rückstand.
Die Zöllner-Elf tat sich zunächst schwer, ins Spiel zu finden. Zwar blitzte in der 12. Minute erstmals die offensive Qualität auf, als Florian Weirich Fabian Wey mustergültig bediente, doch auch hier blieb der Torerfolg aus – der Sirzenicher Schlussmann parierte stark. Es war ein zähes Ringen, geprägt von engen Räumen und kompromisslos geführten Duellen.
In der 17. Minute dann der erste Nackenschlag für die Elf von der Trierer Höhe. Nach einem schnellen Konter ging Sirzenich in Führung. Während die Tarforster vehement ein vorheriges Foulspiel reklamierten, ließ sich Bastian Neises die Chance nicht nehmen und schob zur umjubelten Führung ein. Die Proteste verhallten, das Spiel lief weiter – und Tarforst musste reagieren.
Doch genau das fiel dem Tabellenführer schwer. Sirzenich stand defensiv hervorragend, ließ kaum Lücken und zwang den FSV immer wieder zu ungenauen Abschlüssen. Ein Freistoß in der 22. Minute brachte kurz Hoffnung, doch Wey setzte seinen Kopfball knapp über das Tor.
Dann aber ein Moment, der die Partie kippte. In der 23. Minute nahm sich Benjamin Arnold aus gut 30 Metern ein Herz – ein wuchtiger Distanzschuss, der unhaltbar im Netz einschlug. Der Ausgleich war nicht nur sehenswert, sondern auch ein Weckruf. Plötzlich übernahm der Liga-Primus mehr Kontrolle, ließ den Ball besser laufen und drängte Sirzenich zunehmend in die eigene Hälfte.
Nach der Pause blieb das Spiel intensiv. Die Trierer Höhenkicker hatten nun mehr Ballbesitz, wirkten strukturierter, doch Sirzenich verteidigte weiterhin leidenschaftlich und diszipliniert. Jeder Meter wurde hart umkämpft, Fouls unterbrachen immer wieder den Spielfluss und verliehen der Partie zusätzliche Würze. Es war ein echtes Spitzenspiel zweier Mannschaften, die defensiv zu den stärksten der Liga zählen.
Auch in der Schlussphase blieb die Spannung greifbar. Beide Teams suchten ihre Momente, ohne dabei die eigene Ordnung zu verlieren. In der 87. Minute hätte Leon Schmid beinahe den späten Siegtreffer für Tarforst erzielt, doch erneut war der Sirzenicher Keeper zur Stelle und rettete seinem Team den Punkt.
So blieb es am Ende bei einem leistungsgerechten 1:1. Die Tarforster bleiben damit weiterhin ungeschlagen an der Tabellenspitze – ein Beweis für ihre Konstanz und Qualität, auch wenn sie an diesem Abend erneut an der disziplinierten Defensive Sirzenichs verzweifelten. Gleichzeitig unterstrich der Gastgeber eindrucksvoll, warum er das bislang einzige Team ist, das dem FSV in Hin- und Rückspiel Punkte abnehmen konnte.
Vor stimmungsvoller Kulisse und unter dem stillen Licht des Vollmonds entwickelte sich ein Spiel, das weniger von Glanz als vielmehr von Leidenschaft, Einsatz und taktischer Disziplin lebte. Zwei Teams, die alles gaben – und sich am Ende nichts schenkten.
„Im Grunde haben wir uns heute über weite Strecken gegenseitig neutralisiert – und das ist in solchen Spitzenspielen nichts Ungewöhnliches. Der SV Sirzenich hat das defensiv genau so umgesetzt, wie wir es erwartet haben. Wenn man sich ihre bisherigen Spiele anschaut, sieht man, wie kompakt sie stehen und wie schnell sie nach Ballgewinnen umschalten. Die Partie insgesamt war ziemlich zerfahren, mit wenigen klaren Aktionen nach vorne auf beiden Seiten. Umso ärgerlicher ist natürlich die Entstehung des Gegentors. Aus unserer Sicht geht da ein klares Foulspiel voraus, wodurch viele von uns im ersten Moment abschalten. Dann wird der Ball lang gespielt, und plötzlich stehen sie frei vor unserem Tor und nutzen das eiskalt. Das ist bitter, weil genau diese Szene am Ende den Unterschied macht. Trotzdem muss man sagen, dass sich der SV Sirzenich den Punkt mit seiner Leistung definitiv verdient hat“, betont Cheftrainer Patrick Zöllner nach Spielende, dessen Team bereits schon am kommenden Samstag um 16:30 Uhr den SV Lüxem empfängt. AM
Spiel-Infos
So spielte der FSV Trier-Tarforst: Kloy – Quint – Arnold – Heintel (60. Schmid) – Heitkötter (75. Böhme) – Suder – Kiesewetter – Decker – Gouverneur – Wey (60. Rigoni) – Weirich
Tore: 0:1 (15. Neises) – 1:1 (23. Arnold)
Schiedsrichter: Fabian Mohr
Zuschauer: 200






















