
Ein Freitagabend wie gemalt – milde Temperaturen, ein stimmungsvoller Sonnenuntergang und rund 100 Zuschauer am Spielfeldrand. Doch was die Tarforster Zweitvertretung an diesem Frühsommerabend auf den Rasen brachte, war weit mehr als nur ansehnlicher Kreisliga-Fußball. Es war ein eindrucksvolles Statement im Kampf um den Klassenerhalt. Mit einem hochverdienten 7:1-Erfolg gegen die SG Niederkell/Waldweiler verließ die Tarforster Reserve vorerst die Abstiegsränge und untermauerte ihre Ambitionen, sich dauerhaft aus der Gefahrenzone zu befreien.
Die Ausgangslage war eindeutig: Drittletzter gegen Letzten, ein klassisches „Sechs-Punkte-Spiel“. Entsprechend hoch war der Druck – und die Tarforster Zwote lieferte von Beginn an. Bereits in der Anfangsphase zeichnete sich ab, dass die Gastgeber die Partie dominieren würden. Mit hoher Intensität, klaren Abläufen und spielerischer Überlegenheit setzte der FSV früh Akzente.
In der 5. Minute war es Leon Schmid, der den Torreigen eröffnete. Ein früher Treffer, der Sicherheit gab – und gleichzeitig den Ton für den weiteren Verlauf setzte. Nur vier Minuten später profitierte erneut Schmid von einem Ballverlust der Gäste und verwertete eiskalt zum 2:0. Niederkell fand bis dahin überhaupt keinen Zugriff, wirkte überfordert mit dem Tempo und der Präzision der Trierer Höhenkicker.
Tarforst kombinierte sich phasenweise in einen regelrechten Rausch. Angriff folgte auf Angriff, Torchance auf Torchance. In der 27. Minute führte eine mustergültige Flanke von Marcel Dammer zum 3:0, Benedikt Decker musste nur noch einschieben. Das Spiel schien bereits früh entschieden, doch ein kurzer Moment der Unkonzentriertheit brachte Niederkell in der 37. Minute überraschend zurück ins Spiel – zumindest auf dem Papier. Der Anschlusstreffer zum 1:3 war allerdings nur ein kurzes Aufflackern.
Denn die Antwort der Tarforster Reserve folgte prompt – und eindrucksvoll. Noch vor der Pause stellte Decker mit einem Doppelpack den alten Abstand wieder her. Zunächst erhöhte er in der 40. Minute, ehe er quasi mit dem Halbzeitpfiff einen direkten Freistoß sehenswert verwandelte. 5:1 – eine klare Machtdemonstration.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Partie einseitig. Zwar zog sich Niederkell nun deutlich weiter zurück und versuchte, die Räume zu verdichten, doch die Tarforster Zweitvertretung behielt die Kontrolle. Zwar fehlte es mitunter an der letzten Konsequenz in den Offensivbewegungen, doch die spielerische Dominanz blieb bestehen.
In der 66. Minute war es erneut Leon Schmid, der mit seinem dritten Treffer des Abends das halbe Dutzend vollmachte. Der Schlusspunkt gehörte schließlich Jason Alex Lienou, der in der 84. Minute mit einer technisch anspruchsvollen Hackenaktion den 7:1-Endstand markierte – ein Treffer, der sinnbildlich für die Spielfreude und Überlegenheit an diesem Abend stand.
Ein entscheidender Faktor waren zweifellos auch die Verstärkungen aus der ersten Mannschaft. Mit Benedikt Decker, Leon Reh und Leon Schmid standen drei Akteure auf dem Platz, die aktuell an der Spitze der Bezirksliga-West stehen – und ihre Qualität war unverkennbar. Sie gaben Struktur, Tempo und Durchschlagskraft – und machten letztlich den Unterschied.
Trainer Alexander Becker zeigte sich entsprechend zufrieden:
„Ich bin mit dem Spiel heute sehr zufrieden. In der ersten Halbzeit hätten wir noch mehr Tore erzielen können, weil wir uns viele klare Chancen herausgespielt haben. Nach der Pause hat sich Niederkell deutlich tiefer positioniert und die Räume sehr eng gemacht. Da haben wir uns insgesamt nicht mehr ganz so gut bewegt wie zuvor, aber trotzdem den Ball weiterhin gut laufen lassen. Ich denke, dass unser Sieg – auch in dieser Höhe – absolut verdient ist.“
Mit nun 25 Punkten hat die Tarforster Zwote vorerst die Abstiegsränge verlassen – ein wichtiger Zwischenschritt, mehr aber noch nicht. Die Leistung gegen Niederkell war überzeugend, doch entscheidend wird sein, diese Konstanz in die kommenden Wochen zu transportieren.
Die nächste Herausforderung wartet bereits: Am Sonntag in einer Woche gastiert der FSV um 14:45 Uhr auswärts beim VfL Trier. Ein weiteres Schlüsselspiel – und die Chance, den positiven Trend nachhaltig zu bestätigen. AM






















