• Beitrags-Kategorie:Fußball
  • Lesedauer:5 Min. Lesedauer

Mit dem Meistertitel bereits seit der Vorwoche gesichert, reiste der FSV Trier-Tarforst am Samstagabend zum Tabellenvorletzten SG Franzenheim – und erlebte dort einen unerwarteten Dämpfer. Nach zuvor makelloser Saison mussten sich die Trierer Höhenkicker ausgerechnet beim abstiegsbedrohten Außenseiter mit 2:3 geschlagen geben. Während Franzenheim mit Leidenschaft, Mentalität und bemerkenswerter Effizienz den „Meister-Bezwinger“ gab, ließ die Meister-Elf trotz spielerischer Dominanz zu viele Möglichkeiten ungenutzt und offenbarte insbesondere in den entscheidenden Momenten defensive Nachlässigkeiten.

Dabei begann die Partie aus Sicht der Gäste nahezu ideal. Bereits in der fünften Minute brachte sich Franzenheim durch ein unglückliches Eigentor selbst ins Hintertreffen. Nach einer scharfen Hereingabe landete der Ball zum frühen 0:1 im eigenen Netz – ein Auftakt, der zunächst den erwarteten Spielverlauf andeutete.

Die Tarforster kontrollierten die Begegnung anschließend mit großer Selbstverständlichkeit. Ballbesitz, Spieltempo und Zweikampfverhalten lagen klar auf Seiten des frischgebackenen Meisters, während Franzenheim über weite Strecken tief verteidigen musste. Die Gastgeber standen permanent unter Druck, blieben jedoch mit ihrer kämpferischen Herangehensweise im Spiel. Gleichzeitig war die Ausgangslage eindeutig: Eine Niederlage hätte den rechnerischen Abstieg praktisch besiegelt.

Die erste gefährliche Offensivaktion der Hausherren folgte in der 15. Minute, als Adrian Meier nach einem schnellen Konter knapp über das Tor zielte – ein erster Warnschuss, den die Gäste zunächst nicht ernst genug nahmen. Auf der Gegenseite ließ der FSV mehrfach die Vorentscheidung liegen. In der 30. Minute verpasste Nicola Rigoni nach starkem Zuspiel von Florian Weirich den zweiten Treffer nur knapp. Sechs Minuten später setzte Weirich aus rund 25 Metern einen fulminanten Abschluss an die Latte – spätestens zu diesem Zeitpunkt hätte die Partie bereits deutlicher zugunsten der Trierer Höhenkicker stehen können.

Doch genau diese mangelnde Konsequenz sollte sich rächen.

In der 39. Minute nutzte Lucas Jungandreas einen weiteren Konter eiskalt zum 1:1-Ausgleich. Die Gastgeber wirkten nun emotional entfesselt, während sich bei den Gästen erstmals Unsicherheit einschlich. Nur zwei Minuten später folgte der nächste Wirkungstreffer: Wieder war es ein schneller Gegenangriff, wieder agierte die Tarforster Defensive zu passiv – und Adrian Meier stellte auf 2:1 für Franzenheim. Zwar reklamierten zahlreiche Zuschauer eine mögliche Abseitsstellung, doch der Treffer wurde anerkannt.

Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich das erwartete Bild: Die Meister-Elf drückte vehement auf den Ausgleich, ließ jedoch die nötige Kreativität und Präzision im letzten Drittel vermissen. Viel Ballbesitz, viele Angriffe – aber zu wenig zwingende Lösungen gegen leidenschaftlich verteidigende Gastgeber. Franzenheim hingegen kämpfte mit bemerkenswerter Hingabe um jeden Meter und verteidigte die Führung keineswegs unverdient.

Dennoch gelang dem FSV in der 70. Minute der verdiente Ausgleich. Nach einer präzisen Hereingabe stieg Fabian Wey im Zentrum energisch hoch und köpfte den Ball entschlossen ins Tor zum 2:2. Die Gäste witterten nun die mögliche Wende, erhöhten den Druck nochmals spürbar und erspielten sich weitere hochkarätige Möglichkeiten. In der 82. Minute fehlten erneut nur Zentimeter zur Führung, als Nicola Rigoni einen Kopfball an den Pfosten setzte.

Doch an diesem Abend sollte das Spielglück nicht auf Seiten der Trierer Höhenkicker liegen.

Kurz vor dem Abpfiff leistete sich die Defensive der Gäste einen folgenschweren Fehler im Aufbauspiel. Lucas Jungandreas schnappte sich den Ball, zog allein auf das Tor zu und schob in der 90. Minute zum umjubelten 3:2-Endstand ein. Die Schlussphase wurde daraufhin nochmals hektisch. In der Nachspielzeit vergab Tarforst durch Elias Heitkötter und Luca Quint noch zwei aussichtsreiche Chancen auf den späten Ausgleich – sinnbildlich für einen Abend, an dem Aufwand und Ertrag in keinem gesunden Verhältnis standen.

So blieb am Ende eine ebenso überraschende wie lehrreiche Niederlage für den bereits feststehenden Meister. Spielerisch waren die Tarforster über weite Strecken überlegen, doch fehlende Konsequenz vor dem Tor, zu wenig Durchschlagskraft in der Schlussphase und individuelle Fehler in der Defensive verhinderten ein besseres Resultat. Franzenheim hingegen präsentierte sich taktisch diszipliniert, kämpferisch aufopferungsvoll und nutzte seine Möglichkeiten mit bemerkenswerter Kaltschnäuzigkeit.

Cheftrainer Patrick Zöllner fand nach der Partie entsprechend differenzierte Worte: „Wir haben das Spiel über weite Strecken eigentlich gut kontrolliert und gerade in der ersten Halbzeit viele klare Chancen herausgespielt. Mit etwas mehr Konsequenz vor dem Tor hätten wir früh deutlich führen können. Leider haben wir dem Gegner durch eigene Fehler die Möglichkeit gegeben, zurück ins Spiel zu kommen. Das hat uns natürlich wehgetan, weil wir insgesamt trotzdem viele gute Momente hatten und nach dem Ausgleich weiter alles versucht haben. Wir hatten mehrere hochkarätige Chancen, dazu Pfosten und Latte – aber der Ball wollte heute einfach nicht mehr rein. Am Ende entscheiden dann Kleinigkeiten so ein Spiel. Der späte Fehler kurz vor Schluss ist natürlich bitter, weil wir uns für den Aufwand eigentlich mehr verdient gehabt hätten. Trotzdem Glückwunsch an den Gegner für die kämpferische Leistung. Für uns heißt es jetzt: weitermachen, daraus lernen und im nächsten Spiel wieder die richtige Antwort geben.“

Viel Zeit zum Hadern bleibt der Meister-Elf allerdings nicht. Bereits am kommenden Samstag empfangen die Tarforster um 17:30 Uhr zuhause die SG Niederemmel – dann mit dem klaren Ziel, auf die erste Saisonniederlage die passende Reaktion folgen zu lassen. AM

Spiel-Infos

So spielte der FSV Trier-Tarforst: Merling – Quint – Arnold – Rigoni (89. Probst) – Heitkötter – Suder – Stüber (89. Baltes) – Reh (46. Decker) – Scheuring – Weirich

Tore: 1:0 (5. Eigentor Franzenheim) – 1:1 (39. Jungandreas) – 1:2 (41. Meier) – 2:2 (72. Wey) – 2:3 (90. Jungandreas)

Schiedsrichter: Christoph Selbach-Schneider

Zuschauer: 100

Sponsoren und Partner

Peki
Fitness First
Lay Dachdecker
Sparkasse Trier
Volksbank Trier Eifel
Zurich Schmitt

11teamsports
Allianz Versicherung Michael Fuchs
Bierverlag Kessler
Bitburger
CL-Rolladen
Elektro Porn
Galileo Lebensmittel
Herres Immobilien
Immobilien Franzen
Köhler Sonderbau
Fleischerei Martin
sbt Kenn
Reifen Meuser
Restaurant Tarforst
Schreinerei Adams
save IT first
Gauer-Dahm Verkehrsbetrieb
Vet-Concept