• Beitrags-Kategorie:Fußball
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Weit über 30 Grad, flimmernde Luft über dem Kunstrasen, zwei Trinkpausen, jede Menge Schweiß und am Ende ein weiterer Erfolg für den FSV Trier-Tarforst: Die Trierer Höhenkicker haben auch ihr zweites Testspiel im Rahmen der Sommervorbereitung erfolgreich gestaltet. Gegen den eine Klasse tiefer spielenden Bezirksligisten SG Ellscheid setzte sich der Rheinlandligist in Strohn nach einer abwechslungsreichen und torreichen Begegnung verdient mit 5:3 (2:2) durch und feierte damit den zweiten Testspielsieg in Folge.

Doch trotz des positiven Ergebnisses wurde die Partie von einer unschönen Szene überschattet. Bereits in der ersten Halbzeit verletzte sich Nils Kiesewetter erneut an der Schulter, nachdem er unglücklich zu Boden gegangen war. Der Defensivspieler musste zunächst auf dem Platz behandelt werden. Kurz vor dem Anpfiff zur zweiten Halbzeit traf schließlich der Krankenwagen ein, sodass Kiesewetter weiter medizinisch versorgt und anschließend in ein örtliches Krankenhaus gebracht werden konnte. In diesem Moment rückte das Sportliche verständlicherweise in den Hintergrund. Mannschaft, Verantwortliche und Zuschauer hofften vor allem auf eine schnelle und vollständige Genesung des Tarforsters.

Dennoch entwickelte sich auf dem heißen Platz eine Begegnung mit hohem Unterhaltungswert. Zwar war den Akteuren die enorme Hitze jederzeit anzumerken, dennoch begegneten sich beide Mannschaften mit viel Einsatz und einer erfreulich hohen Intensität. Während die Elf von der Trierer Höhe über weite Strecken spielbestimmend agierte, bewies Ellscheid mehrfach Moral und hielt die Partie bis in die Schlussphase hinein offen.

Die Tarforster erwischten einen Start nach Maß. Von Beginn an dominierte der FSV Ball und Gegner, ließ das Spielgerät sicher durch die eigenen Reihen laufen und setzte den Bezirksligisten früh unter Druck. Die Gäste waren zunächst nahezu ausschließlich mit Defensivarbeit beschäftigt und fanden kaum Entlastung.

Folgerichtig fiel bereits in der 5. Minute die Führung. Leon Schmid vollendete einen gelungenen Angriff zum verdienten 1:0 und belohnte damit die druckvolle Anfangsphase des Rheinlandligisten.

Doch Ellscheid fand praktisch aus dem Nichts zurück in die Begegnung. Nach einem Foulspiel im Strafraum entschied der Unparteiische in der 9. Minute auf Elfmeter. Die Gäste nutzten diese Möglichkeit konsequent und verwandelten sicher zum 1:1-Ausgleich.

Der Treffer gab dem Bezirksligisten sichtlich Selbstvertrauen. Plötzlich trat Ellscheid mutiger auf, schaltete schneller um und zwang den FSV dazu, defensiv konzentriert zu bleiben. Tarforst verlor in dieser Phase etwas den Spielfluss, blieb offensiv jedoch jederzeit gefährlich.

Bereits in der 13. Minute stellten die Trierer Höhenkicker den alten Abstand wieder her. Elias Heitkötter wurde mustergültig freigespielt, blieb frei vor dem Tor eiskalt und schob souverän zum 2:1 ein.

Mit zunehmender Spielzeit entwickelte sich die Begegnung zu einem offenen Schlagabtausch. Die hohen Temperaturen machten beiden Mannschaften sichtbar zu schaffen. Trinkpausen sorgten zwar für kurze Verschnaufpausen, änderten jedoch nichts daran, dass beide Teams weiter den Weg nach vorne suchten.

In der 21. Minute gelang Ellscheid erneut der Ausgleich. Nach einem schnellen Angriff und konsequent ausgespielten Konter war die Tarforster Defensive diesmal nicht entscheidend genug sortiert, sodass die Gäste zum 2:2 einschieben konnten. Mit diesem Spielstand ging es anschließend auch in die Halbzeitpause.

Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich der FSV wieder deutlich strukturierter. Die Mannschaft von Cheftrainer Moritz Hannappel fand trotz zahlreichen Wechselzurück zu ihrem Kombinationsspiel, kontrollierte Ball und Gegner wieder besser und erspielte sich zunehmend gute Torchancen.

Der verdiente Lohn folgte in der 55. Minute. Jan Niedenführ brachte den Rheinlandligisten erneut in Führung und stellte mit dem Treffer zum 3:2 die Weichen wieder auf Sieg.

Dennoch blieb die Begegnung spannend. Ellscheid verteidigte leidenschaftlich, suchte immer wieder den Weg nach vorne und kämpfte phasenweise mit harten Bandagen um jeden Ball. Gleichzeitig machte sich bei beiden Mannschaften der enorme Kräfteverschleiß aufgrund der hochsommerlichen Temperaturen bemerkbar.

In der Schlussphase sorgte erneut Jan Niedenführ zunächst für Erleichterung. Mit seinem zweiten Treffer des Tages erhöhte er in der 85. Minute auf 4:2 und schien die Partie endgültig entschieden zu haben.

Doch die Gäste steckten nicht auf. Nur zwei Minuten später verkürzte Ellscheid auf 3:4 und machte die letzten Minuten noch einmal unnötig spannend.

Den Schlusspunkt setzte schließlich erneut Jan Niedenführ mit einem lupenreinen Hattrick. Nach einer präzisen Flanke von Felix Stüber hatte der Angreifer in der Nachspielzeit freies Schussfeld und schob den Ball zum 5:3-Endstand eiskalt ein. Mit seinem dritten Treffer des Nachmittags schnürte Niedenführ einen Dreierpack und avancierte damit zum Mann des Spiels.

Unter dem Strich durfte der FSV Trier-Tarforst mit dem zweiten Sieg im zweiten Testspiel der Sommervorbereitung zufrieden sein. Die Elf von der Trierer Höhe zeigte insbesondere in den ersten Minuten sowie nach dem Seitenwechsel viele gelungene spielerische Ansätze, offenbarte gleichzeitig aber auch noch Verbesserungspotenzial im Defensivverhalten und bei der Konsequenz im letzten Drittel. Genau dafür dienen jedoch die Wochen der Vorbereitung – um Abläufe weiter zu verfeinern und sich Schritt für Schritt einzuspielen.

„Allgemein kann ich den Jungs in Sachen Einstellung und Einsatzbereitschaft wieder nichts vorwerfen. Bei den hohen Temperaturen war es natürlich keine einfache Aufgabe. Hinzu kam, dass wir Nils Kiesewetter bereits in der ersten Halbzeit verletzungsbedingt auswechseln mussten. An dieser Stelle natürlich gute Besserung an ihn – er ist leider erneut auf die Schulter gefallen. Bei Elias Heitkötter kam dann auch noch ein kaputter Schuh dazu. Solche Situationen bringen natürlich etwas Unruhe ins Spiel. Die ersten 20 Minuten bis zur Trinkpause haben mir gut gefallen, das war völlig in Ordnung. Danach haben wir allerdings etwas den Faden verloren. In der zweiten Halbzeit ist es uns dann gelungen, wieder besser ins Spiel zu finden und daran anzuknüpfen. Letztlich müssen wir unsere Aktionen nach vorne sauberer zu Ende spielen und hinten konsequenter verteidigen. In einigen Situationen sind wir noch nicht zu 100 Prozent konzentriert. Dadurch bringen wir uns selbst in Schwierigkeiten und belohnen uns vorne nicht mit Toren. Trotzdem haben Einsatz, Laufbereitschaft und die Einstellung absolut gestimmt. Technisch müssen wir uns noch etwas steigern, aber genau daran werden wir in den kommenden Wochen weiter arbeiten“, so Cheftrainer Moritz Hannappel.

So bleibt nach einem heißen Fußballnachmittag vor allem eines festzuhalten: Der FSV Trier-Tarforst setzte seine erfolgreiche Sommervorbereitung mit dem zweiten Testspielsieg in Folge fort und sammelte gegen einen engagierten Bezirksligisten wichtige Erkenntnisse für die kommenden Wochen. Noch wichtiger als das Ergebnis ist jedoch die Hoffnung, dass sich die Verletzung von Nils Kiesewetter nicht als schwerwiegend erweist. Sportlich stimmen Einsatz, Moral und die Richtung – nun gilt es, die positiven Ansätze weiter auszubauen und die erkannten Baustellen in den kommenden Trainingseinheiten konsequent anzugehen. Nächstes Testspiel ist nun am kommenden Mittwochabend um 19:30 Uhr gegen den Bezirksligisten SG Ruwertal – gespielt wird in Gutweiler. AM

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