Montag, 27 April 2020 10:33

Tarforster Schiedsrichter Gregor Demmer entwickelt Website

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Ans Pfeifen ist derzeit nicht zu denken. Die freigewordene Zeit hat Schiedsrichter Gregor Demmer genutzt, um eine Website zu entwickeln, mit der User in Corona-Zeiten ihr Fernweh lindern können.

Als Unparteiischer war er gerade in der Rheinlandliga angelangt und brachte hier in der Hinrunde die ersten beiden Partien gut über die Bühne. Nur allzu gerne hätte sich Demmer nun gleich weiter in der höchsten Spielklasse des Fußballverbandes Rheinland (FVR) bewiesen. "Mal mit einem Gespann zu pfeifen, war schließlich immer mein Ziel", sagt der 30 Jahre alte Referee, der außerdem als Assistent in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar im Einsatz ist. Aktuell bleibt auch ihm nichts anderes übrig, als die regelmäßig per E-Mail eingehenden Regelfragen zu beantworten und sich individuell fitzuhalten.

Von Wehklagen ist der aus dem nordrhein-westfälischen Velbert stammende und einst durch sein BWL-Studium in Trier gelandete Demmer aber weit entfernt. In ein paar Monaten gehe es mit dem Fußball spätestens weiter, ist er überzeugt. Beruflich hat der Mitgesellschafter des Reise-Vermittlers Euresa zudem ein neues Internetportal geschaffen. Auf www.wegträumen.de sollen User zumindest virtuell unterwegs sein, wenn in Corona-Zeiten schon so schnell keine Reise möglich ist.

So will er nicht nur Kunden, sondern allen Reisefreudigen eine Anlaufstelle schaffen, um gerade jetzt Sehnsüchte zu entwickeln. "Die Leute sollen sich einfach mal wegträumen", sagt Demmer. "Urlaub beginnt im Kopf." Aus eigener Erfahrung weiß er nur allzu genau: "Nach jedem Urlaub schlummern oft Hunderte von tollen Erinnerungsfotos auf einem Handy." Durch die neue Plattform könne man nun eigene Erlebnisse und Momente mit anderen teilen – anhand der Bilder und durch kurze Texte.

Demmer und sein Geschäftsführerkollege Johannes Nicknig hoffen, dass die virtuelle Weltkarte möglichst schnell mit den Sehnsuchtsorten der User gefüllt ist, damit das Fernweh möglichst vieler gelindert wird.Obwohl die im rund 20 Kilometer von Trier entfernten Saarburg ansässige Agentur Euresa seit der Gründung 2011 fast stetig gewachsen ist und er mittlerweile Verantwortung für 32 Mitarbeiter trägt, genießt die mitunter zeitaufwändige Schiedsrichterei bei Demmer einen sehr hohen Stellenwert: "Damit gelingt es mir bei allem Stress und Gedanken rund um die Firma, mich für 90 Minuten voll auf etwas ganz anderes zu konzentrieren."

So stetig es für ihn seit seiner Schiedsrichterprüfung 2010 nach oben ging, so zufällig kam er zum Pfeifen: "Als Jugendlicher habe ich nie in einer Mannschaft gespielt. Einige Jungs aus der Uni-Mannschaft meinten dann, dass ich eventuell ein ganz guter Schiri wäre." Dadurch motiviert, aber auch im Bestreben, sich als Student etwas dazuverdienen zu wollen, meldete er sich beim FSV Trier-Tarforst , für den er auch heute noch pfeift.

Sowohl im Beruf, wie auch als 23. Mann auf dem Platz gelte es, sich kniffligen Situationen zu stellen, weiß Demmer. In schwierigen Phasen eine ruhige Hand zu bewahren, hält er hier für da für elementar.

Mit klarem Kopf hat er auch eine kreative Idee wie wegträumen.de entwickelt – um so "vielleicht sogar gestärkt aus der Krise zu kommen", wie der Unternehmer glaubt.

(Quelle: fussball.de / Bild: AA)

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