Sonntag, 07 Juni 2020 08:52

„Wir haben alle richtig Bock“ – Zwote vor Aufbruchstimmung

geschrieben von

DSC00077

Die bittere Saison mit einem tiefen Durchatmen abgehakt – blickt man optimistisch in eine vielversprechende Zukunft, wenn möglich ohne Corona und ''Alibi-Training''.

Dank des coronabedingten Saisonabbruchs gilt Tarforsts Zweitvertretung als gerettet. Tabellarisch war der Abstieg nur noch reine Formsache. Vier Zähler und den Anschluss ans rettende Ufer fast aus den Augen verloren – sieht Zwote-Coach Daniel Will die Entscheidung des Verbands als Geschenk an, wie er dankend untermauert: „Ich kann immer nur wiederholen – dass wir in der zurückliegenden Saison den Klassenerhalt geschenkt bekommen haben und wir nun mehr als in der Pflicht sind, in der kommenden Runde mächtig abzuliefern.“

Doch der Optimismus überwiegt. Ein ruhigeres Gewässer deutet sich an. Personell wird man besser aufgestellt sein als jüngst – und auch sportlich sowie fußballerisch sieht man sich schon wieder in einer guten Rolle vertreten. Der Sturm der zahlreichen Rückschläge aktuell nur ein laues Lüftchen – läuft die Planung mächtig auf Hochtouren, wie Will weiter bekräftigt: „Die aktuelle Planung stimmt mich sehr positiv. Wir haben im Februar ein Vier-Mann-Team ins Leben gerufen und uns sehr aktiv um die Akquise neuer Spieler bemüht – um die zweite Mannschaft nochmal personell und qualitativ aufzuwerten. Hier haben wir gezielt inaktive Ex-FSV-Spieler und Akteure anderer Vereine angesprochen. Dies kam in meinen Augen sehr gut an und wir konnten bisher neun Spieler zusätzlich hinzugewinnen.“

DSC00009So wurde mit Thorsten Oberhausen – Marcel Mühlen und Jan Bauchmüller ein renommiertes Trio reaktiviert, dass nicht nur Klasse, sondern auch reichlich Rheinlandliga-Erfahrung ins Glied der Zwoten mitbringt. Zudem schnürt sich ab der kommenden Runde Thorsten Ulmen (zuletzt SSG Kernscheid) – Nico Reinisch und Matondo Makiadi (alle beide zuletzt SV Olewig) sowie Niclas Christoffel (TuS Issel) die Fußballschuhe für den FSV. Aus der eigenen A-Jugend wurden zudem mit Alexi Tzirokas und Hadi Kobeissi gleich zwei Spieler ins A-Liga-Team beordert.

Besonders erfreulich für Will – im Gegenzug zählt man bislang nur einen Abgang, wie er folgend bekräftigt: „Ich bin sehr froh und stolz – dass wir außer einem Spieler (Raphael Hermes, verlässt den FSV studienbedingt) alle anderen vierzehn Akteure halten konnten. Dieser starke Vertrauensbeweis hat mich und meinen Co-Trainer Marcel Wagner dann auch sehr schnell dazu bewogen – dem Verein ein weiteres Engagement für die neue Saison als Trainerteam zuzusagen. Unsere Planung ist aber noch keineswegs abgeschlossen. Wir sind weiterhin mit anderen Spielern in Gesprächen – um unseren Kader noch qualitativer weiterzuentwickeln. Diesbezüglich bin ich sehr positiv gestimmt.“DSC00065

Und somit steigt die Motivation – endlich wieder gegen das runde Leder treten zu können. Eine vielversprechende Saison deutet sich an – wo der FSV nicht nur ein Liga-Statist sein möchte, sondern endlich wieder in gewohnter Manier auftreten will. „Aufgrund der personellen Änderungen haben wir alle richtig Bock auf die Vorbereitung und auf die Saison. Wir hoffen nun alle das es bald eine Information seitens des Verbands geben wird – wann und wie es weitergehen wird“, so Daniel Will.

Bislang herrscht nämlich noch ein ''Alibi-Training''. Nichts Halbes und nichts Ganzes – geht es Will aber momentan weniger ums eigentliche Training, sondern viel mehr um das Wir-Gefühl und den Spaß, sich Schritt für Schritt wieder auf die gewohnte Normalität vorzubereiten, wie er weiter betont: „Aktuell können wir nur mit den vorgegebenen Corona-Auflagen ein lockeres Kicken anbieten. Mit richtigem Fußballtraining hat dies in meinen Augen recht wenig zu tun. Ein paar Passübungen – Fußballtennis, Torschuss etc., mehr ist leider bis dato noch nicht möglich. Was mich aber besonders freut – dass durchschnittlich fünfzehn Spieler die lockeren Einheiten besuchen. Es macht Spaß – auch wenn wir alle die Normalität mehr als vermissen. Den Nutzen im momentanen Training sehe ich aber darin – dass wir uns alle einmal die Woche sehen, Spaß haben und im direkten Kontakt bleiben. Dies ist im Hinblick auf die nächste Saison gerade für uns enorm wichtig.“

Wann es offiziell wieder los geht steht auch bei Daniel Will weiterhin in den Sternen. Man kann nur spekulieren und hoffen – dass bald eine Entscheidung von Politik und Verband getroffen wird, den regionalen Fußball wieder in gewohnter Form zu reaktivieren. „Leider liegt diese Entscheidung nicht in unserer Hand. Wir werden jetzt so trainieren wie es die Möglichkeit zulässt und unsere Planungen dementsprechend angehen. Schön wäre es natürlich – und da spreche ich wohl allen Fußballern aus der Seele, wenn es möglichst bald wieder losgeht, denn es juckt denke ich allen in den Füßen“, untermauert Daniel Will abschließend. André Mergener

Gelesen 527 mal