Samstag, 12 September 2020 23:02

Stolperstein Schneifel – Tarforst kassiert erste Saisonniederlage

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Die Schneifel ist und bleibt ein unliebes Pflaster für Fußball-Rheinlandligist FSV Trier-Tarforst. Im Vorjahr bereits schon mit 3:4 verloren, hingen auch dieses Mal die Mienen dem Boden nah, nachdem man einer agilen und aggressiven SG Schneifel mit 1:3 unterlag.

Blitzstart für den FSV

Dabei begann das heimische Aufbäumen nahe der belgischen Grenze gar nicht mal so übel. Ein lupenreiner Blitzstart für die Trierer Höhenkicker, die bereits in der dritten Spielminute einen Fehler der Hausherren eiskalt ausnutzten, schnell zum Gegenangriff umschalteten und keck zur 1:0-Führung einschoben. Philipp Hahn durfte sich zum Torschützen krönen, der praktisch erst im Nachschuss die Schneifel kurzweilig verstummen ließ. Zuvor hatte Heiko Weber den Ball vor dem Fuß, doch sein Abschluss Richtung Tor wurde zunächst vom Torwart abgeblockt. Nutznießer sei Dank – Hahn war zur Stelle.

Aber auch im Folgeverlauf stürmte der FSV nahezu im Minutentakt auf das Schneifeler Tor. Die Spielkontrolle schaukelte schließlich in der Wiege des FSV, der mit schnellen und raffinierten Spielzügen überzeugte.

Spiel wurde ruppig und hart

Ähnlich wieder der Zustand des Platzes, wurde nun auch das Spiel immer ruppiger und härter. Als wäre das Acker-Ballett nicht schon schwer genug gewesen, nahmen nun auch die Zweikämpfe eine scharfe Würze an, oftmals getränkt mit reichlich Unmut der rund 200 Zuschauern, die nun ebenfalls Betriebstemperatur erreicht hatten.

Die eigene Defensive stand sicher. Wieder hatte Abwehrchef Fabio Fuhs alles im Griff und dirigierte seine Mannen mit routiniertem Augenmaß. Auch stark und immer zur Stelle, setzte sich auch Ayman Habbouchi bestens in Szene, der defensiv und oftmals auch im Vorwärtsgang, immer ein Garant für Sicherheit und Gefahr aufwies.

Hahn verpasst zweites Tor

Nach einer halben Stunde klingelte es fast erneut im Tor der Hausherren, doch dieses Mal verpasste Hahn und das leider frei vor dem Gehäuse, einen weiteren Treffer nur knapp (30.). Es war die letzte große Szene der ersten Halbzeit, die sich glasklar und ohne Zweifel auf die breite Brust der Gäste aufbaut.

Es kam die Wende

Den besseren Start nach Wiederanpfiff erhaschten jedoch die Gastgeber. Spritzig, eiskalt und ziemlich aggressiv, drängten die Schneifel-Kicker mit allen Mitteln auf den Ausgleich, der nach knapp einer Stunde (58.) auch gelang. Vorangegangen ist ein Tarforster Foulspiel im gegnerischen Strafraum, woraufhin der Schiedsrichter auf Elfmeter entschied, den Jan Pidde sicher und lässig zum 1:1-Ausgleich ins FSV-Tor unterbringen konnte. Es war der Wendepunkt des Spiels. Von nun an dominierte der Platzhirsch, der sich mit einem Punkt keineswegs zufrieden geben wollte. Der Dreier sollte her, mit aller Macht – auf Biegen und Brechen. So stolperten die Trierer Höhenkicker in einen weiteren ''Hinterhalt'', der auch prompt bestraft wurde. Die 1:2-Führung für die SG Schneifel aus Sicht der Gäste (62.). Der Ball kam auf der linken Seite vor die Füße von Jan Pidde – der durchsteckt Richtung Nicolas Görres, der den Ball anschließend unhaltbar in den rechten Winkel hämmerte.

Druckvoll und irgendwie ''On-Fire'' drehten die Kicker der SG nun so richtig auf. Tarforst verlor stetig immer mehr den Faden des Spiels. Zweikämpfe gingen früh verloren und meist sprang auf der Gegenseite auch ein gefährlicher Konterangriff hervor. Den besten Konter vergoldeten die Gastgeber schließlich mit dem 3:1, dass fünf Minuten vor Schluss dank einem Kombi-Spiel über Görres und Pidde, der Letztgenannte netzte ein, die Vorentscheidung brachte (85.).

Letztes FSV-Aufbäumen brachte keinen Erfolg

Der Tarforster Coach taktierte noch einmal von A bis Z, doch auch diverse Wechseltricks verhalfen den Trierer Höhenkickern nicht zum Erfolg. Es blieb bei einer 1:3-Niederlage auf holprigen Boden. Ein Dämpfer der schmerzt, aber nicht aus der Bahn wirft, wie auch Holger Lemke nach Spielende mit trauriger Miene eingesteht: „In der ersten Halbzeit haben wir sehr gut dagegen gehalten, keine Chance zugelassen und uns selbst mit einem frühen Tor belohnt. Der zweite Abschnitt war zunächst auch gut, allerdings kam die Wende dank eines überflüssigen Elfmeters. Unterm Strich kann man festhalten, mussten wir trotz einer guten Leistung am Ende bitteres Lehrgeld bezahlen. Diese Niederlage schmerzt, wird uns aber keineswegs aus der Bahn werfen. Schon gleich am Samstag wollen wir diesen Ausrutscher wieder wettmachen“, unterstreicht Lemke mit optimistischer Stimme, dessen Team nun mit vier Punkten aus drei Spielen vorläufig Platz sechs der Rheinlandliga einnimmt.

 

Weiter geht es für den FSV nun am Samstag in einer Woche (19. September), wenn man zuhause um 17:30 Uhr die SG 99 Andernach empfängt. André Mergener

 

Spiel-Infos

So spielte der FSV Trier-Tarforst: Akgül – Quint – Weber – Rashidi – Schneider – Hahn – Fuhs (84. Herres) – Chalve (86. Steinbach) – Ziewers – Habbouchi – Picko (72. Rigoni)

Tore: 1:0 (3. Hahn) – 1:1 (85. Pidde / Foulelfmeter) – 1:2 (62. Görres) – 1:3 (85. Pidde)

Schiedsrichter: Niclas Berg

Zuschauer: 200

 

Bilder vom Spiel

(Wolfgang Ziewers)

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