Montag, 09 November 2020 00:00

„Sportlich tut uns die Unterbrechung gut“ – Damen zwischen Freud und Leid

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FSV Tarforst MANNSCHAFTSFOTO Damen WEB

Mit einem lachenden sowie auch weinendem Auge empfing Ricardo Barrak den zweiten Fußball-Lockdown binnen einem Jahr. Sein Team weit abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz der Frauen-Bezirksliga-West, kam die Saisonunterbrechung wohl zur richtigen Zeit, wen auch mit leichten Nachwehen, da einem erneut der Spaß am runden Leder unlieb genommen wurde. „Sportlich gesehen tut diese Pause schon gut. Betrachtet man aber nur den Spaß am Fußball, schmerzt es sehr nicht gegen den Ball treten zu können“, unterstreicht der Damen-Coach den von der Politik gesteuerten Stillstand im Fußball.

Durstrecke zuletzt bitter

Fünf Niederlagen aus fünf Spielen, viele Baustellen in Arbeit und eine sinkende Stimmung, zeichneten die letzten Wochen der Fußball-Damen-Mannschaft der gemeinsamen FSG aus Kernscheid und Tarforst.

Der Erfolg bleibt aus – zumindest bis jetzt, hofft man auf einen schellen Kurswechsel in der Tabelle. Die Moral und Harmonie ist stabil – und das trotz sportlicher Talfahrt. Man weiß wo der Schuh drückt und möchte nun in Zukunft genau dort ansetzen, um das Aufstreben der eigenen Farben zu gewährleisten.

TR Damen Ricardo BarakStärke falsch eingeschätzt

Barrak hat die Stärke seines Teams vor der Saison falsch eingeschätzt. Geschuldet der wohl großen Euphorie der Vorsaison, wo man sich dank einer starken Runde die Meisterschaft sichern konnte, am Ende aber auf den kostspieligen Aufstieg verzichtete, stufte der Trainer auch mit Blick auf die laufende und momentan unterbrochenen Saison, seine Mädels als Favoritinnen ein. Eine Wiederholung der Vorsaison war stets erwünscht und das trotz einigen Abgängen im Sommer diesen Jahres. „Ich hatte wohl ein falsches Bild meiner Mannschaft vor Augen. Ich habe sie überschätzt und das obwohl uns im Sommer gleich vier Schlüsselspielerinnen verlassen haben“, gab Ricardo Barrak weiter zu Protokoll und sieht den Fehlerteufel wie folgt: „Wir machen sehr viele einfache Fehler, wodurch uns die Gegner meist auch schnell bestrafen. Nach vorne sind wir zu harmlos, können Angriffe meist nicht richtig ausspielen und fangen uns im Gegenzug auch zu einfach und zu schnell die Gegentore. Unsere Damen sind in einer neuen Entwicklung. Wir bekamen sehr viele junge Spielerinnen, die gerade erst aus dem Jugendbereich zu uns kamen. Eine Entwicklung ist hier voll im Gang, sodass wir momentan auch sportlich betrachtet keine großen Schritte nach oben in die Hoffnung legen dürfen. Zum Klassenerhalt könnte es reichen, dass trau ich meinen Mädels schon zu, nur von einer Wiederholung der Vorsaison, sind wir Stand jetzt meilenweit entfernt.“

Kommt die Wiederaufnahme des Spielbetriebs noch in diesem Jahr..?0yswyLs1hPEhePgvzC1Z6tjswNtAH6wfrKTJTb2Z

Meilenweit entfernt schlummert wohl auch eine doch so erhoffte Wiederaufnahme des Spiel- und Trainingsbetriebs. Fast wie im Dornröschen-Schlaf, so weilt auch derzeit der Fußball auf Abwegen, der still steht und die einst so starke Leidenschaft ruhen lässt. Barrak selbst beäugt die Zwangspause als richtig, auch wenn er und seine Mädels den Fußball an allen Ecken vermisst: „Fakt ist, die Gesundheit geht vor. Sicherlich vermissen wir unsere Trainingseinheiten und auch die Spiele in der Saison, doch momentan können wir es alle nicht ändern und müssen stets die Entwicklung der momentanen Lage weiterhin beobachten. Wir hoffen noch dieses Jahr den Spielbetrieb wieder aufnehmen zu können, doch sicher ist aktuell rein gar nichts“, fügt der Trainer hinzu.

Richtige Planung unmöglich...

Seine weiteren Planungen bleiben daher ungewiss. Wann ist Training wieder erlaubt und vieles mehr, sind auch Barrak diesbezüglich die Hände gebunden, der zumindest ab Dezember auf eine Minimal-Lockerung hofft, wie er abschließend klarstellt: „Unser weiteres Vorgehen kann ich Stand jetzt nicht planen, da ich nicht weiß wie es genau weitergeht. Meine Mädels versuchen sich so gut wie möglich zuhause oder outdoor fit zu halten, sodass wir bei einer Wiederaufnahme nicht direkt wieder bei Null anfangen müssen. Ab Dezember hoffen wir alle, dass zumindest das Training in irgendeiner Form wieder teilweise erlaubt wird. Denn nich nur das Sportliche fehlt, sondern auch das Zusammenkommen bei den jeweiligen Einheiten, um den direkten Kontakt, der in meinen Augen enorm wichtig ist, zu wahren.“

Bessere Zeiten werden kommen

Somit bleibt die Hoffnung auf eine bessere Restsaison bestehen. An alte Erfolge anknüpfen, die Entwicklung einer neugeformten Mannschaft ankurbeln und die dunklen Wochen zuvor schnell vergessen. Fünf Niederlagen aus fünf Spielen sind kein Untergang, sondern nur ein Anfang, den es gilt zu begradigen und schon bald wieder in alter Manier mit Erfolgen zu egalisieren. Die Mannschaft hat das Potenzial die Klasse zu verteidigen und gemeinsam, da ist man sich im Verein und im Umfeld einig, wird einem dieses schwere, wenn auch lösbare Unterfangen gelingen, sofern Corona es letztendlich zulässt.

/ am

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