Freitag, 20 November 2020 09:00

Viele Gedankenspiele und ein ungewisser Jahreswechsel

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Man hat es vermutet – jetzt ist es amtlich. Die bisher unterbrochene Spielzeit 2020/2021 wird in diesem Jahr nicht mehr fortgesetzt. Zu dieser Entscheidung kam jüngst das Präsidium des Fußballverbands Rheinland, dass neben fünf verschiedenen Szenarien – wie eine mögliche Wiederaufnahme des Spielbetriebs aussehen könnte, Anfang kommenden Jahres einen erneuten Versuch starten will, den Ball wieder offiziell rollen zu lassen. Hier die 5 Szenarien im Überblick

 

Kempny: „Sinnvollste Entscheidung...“

Heißt demnach – Winterpause mit sofortiger Wirkung und das schon Ende November. Für Fußball-Rheinlandligist FSV Trier-Tarforst jedoch keine überraschende Entscheidung. Im Lager der Trierer Höhenkicker hat man mit solch einem Entscheid des Verbands gerechnet, alles andere wäre wohl fast schon einer Überraschung gleichgekommen, da die Corona-Lage nicht nur vor der eigenen Haustüre, sondern bundesweit weiterhin wütet.

„Wie von unserer Seite erwartet, war das die sinnvollste Entscheidung die der Verband treffen konnte, die Saison im nächsten Jahr fortzuführen. Der Januar ist zwar früh, aber unsere Winter sind ja eher mild, sodass ich mir schon durchaus vorstellen könnte, dass dieses Szenario durchaus Realität werden könnte“, unterstreicht FSV-Fußball-Abteilungsleiter Thomas Kempny.

 

Welche Szenario macht das Rennen?

Fünf Szenarien werden hierbei durchdacht, welches am Ende jedoch das Rennen macht, kann man Stand jetzt noch nicht in Stein meißeln. Kempny selbst hat sein Wunschszenario schon längst ausgemacht. Voraussetzung hierfür, der Ball müsste nach dem Jahreswechsel schnell wieder rollen.

„Der Idealfall wäre natürlich die Saison zu Ende zu spielen und dann fairerweise die Auf- und Absteiger zu bestimmen. Aber wenn man die Vereine vor- und frühzeitig informiert, wäre es aus meiner Sicht auch eine Option, die Saison so lange wie möglich laufen zu lassen und dann anschließend die aktuelle Tabelle zur Entscheidung für den Ab- oder Aufsteiger zu bewerten. So könnten sich die Mannschaften darauf einstellen, dass praktisch jedes Spiel ein Endspiel sein kann und eine sehr hohe Relevanz hat“, wirft der Ex-Profi weiter in den Raum.

 

Personalgespräche gestalten sich anders...

Und trotzdem ist alles anders. Nicht nur das Spielerische auf dem Platz, sondern auch die Arbeit hinter den Kulissen und ja, auch die Personalplanung über den Winter hinaus was Zu- und Abgänge betrifft. Kein leichter Einstieg somit für Thomas Kempny, der sein Amt erst vor wenigen Wochen angetreten hat. Gespräche mit Spielern die kommen oder gehen wollen – müssen trotz Corona geführt werden, wie Kempny abschließend untermauert: „Sicherlich kommuniziert man in solch einer Phase viel im und um den Verein herum über diverse Möglichkeiten. Dazu zählen auch die Interessen von Spielern, die aktuell unser Trikot tragen und andere, die gerne zu unserem Verein wechseln würden. Aber ich gebe zu – die aktuelle Lage macht es im Moment nicht leicht, zielführende Gespräche zu führen, weil einfach vieles noch ungewiss ist.“

 

Holger Lemke: „Es war klar...“

Auch im Glied der ersten Mannschaft fasste man die zurückliegende Entscheidung des Verbands keineswegs mit überraschender Miene auf. Es war abzusehen, wie auch Chef-Trainer Holger Lemke sagt: „Bedingt durch die aktuelle Situation war es klar, dass solch eine Entscheidung getroffen wird. Dies ist in anderen Verbänden auch nicht anders. Mit Blick auf die möglichen fünf Szenarien, wie es im nächsten Jahr weitergehen könnte, käme für mich die erste Variante in Frage. So könnte man die Saison ganz normal abschließen. Ebenfalls denkbar wäre aber auch eine Rückrunde mit Playoffs. Wie es aber nun ausgeht, müssen wir alle abwarten. Wir selbst führen bis zu diesem Zeitpunkt unser alternatives Trainingsprogramm weiterhin fort, da es laut Verbaut ja schon am 15. Januar wieder weitergehen könnte.“

 

Für Kinder- und Jugendbereich starke Alternativprogramme entwickelt

Bitter und traurig zugleich ist der Verbands-Entscheid aber auch für kleinen Kicker. Alternativprogramme sind in der Mache – wie FSV-Jugendleiter Steffen Hilmer bekundet: „Unterm Strich war diese Entscheidung seitens des FVR ja abzusehen. Von daher sind wir nicht überrascht. Wir versuchen die Kinder und Jugendliche natürlich weiterhin bei Laune zu halten und bieten ein relativ buntes Alternativprogramm an. Angefangen vom Online-Training über Online-Fifa-Turniere, bis hin zu Lesestunden. Wir müssen uns einfach noch gedulden und die Motivation stets oben halten. In diesem Bereich leisten alle Jugendtrainer und auch andere FSV-Verantwortliche einen richtig starken Job. Ich denke das wir mit diesen Mitteln gut durch diese Zeit kommen können. Die Vorfreude auf Fußball-Normalität ist aber riesig und ich hoffe – ähnlich wie der Rest des Vereins, dass es im neuen Jahr schnell wieder weitergehen wird.“

 

AM

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