Samstag, 05 Dezember 2020 08:54

„Wir spielen alle mit Herzblut, aber die Gesundheit geht vor“

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Das die Sportart Rugby immer populärer wird ist längst kein Geheimnis mehr. Oft wird sie mit einer harten Gangart in Verbindung gebracht, die nicht nur blaue Flecken, sondern auch andere Verletzungen mit sich bringt – so zumindest der erste Gedanke. Doch das Rugby weit aus mehr ist als nur “hart, härter – am härtesten“ und es auch auf Konzentration, Teambuilding und einem geselligen Miteinander ankommt, erzählen die kommenden Zeilen. Aber auch die Rugger des FSV Trier-Tarforst durchlaufen aktuell keine schöne Zeit. Wie auch in anderen Sportarten – so machte Corona auch dem Rugby einen Strich durch die Rechnung. Ein Jahr – alles andere als im Sinne des ovalen Spielballs, blickt man stattdessen optimistisch ins kommende Jahr, wo man wieder zur Normalität zurück will, liebend gerne mit blauen Flecken und Co. – Hauptsache wieder auf dem Platz und unter Freunden. Im Interview stand die Rugby-Abteilung um Martina Staab und Felix Klormann (Abteilungsleitung) Rede und Antwort:

 

Corona traf auch Rugby

Die Corona-Pandemie schlug hart zu und traf den Sport in kompletter Branche. Wie hart traf es euch und wie geht man im Rugby mit dieser Situation um?

Martina/Felix: Als wir im Dezember 2019 mit neuem Vorstand ins neue Jahr starteten, hatten wir für 2020 viele Pläne. Wir wollten ein größeres Turnier für Interessierte und Ehemalige auf die Beine stellen, ebenso sollten mit Schnuppertrainings und Werbeaktionen neue Spieler:innen für unsere Mannschaften gewonnen werden. Unser erstes Heimspiel im März sollte der Auftakt werden.

Da im Zuge der Corona-Verordnungen aber das öffentliche Leben und der Trierer Veranstaltungskalender zum Erliegen kam, wurden natürlich alle diese Vorhaben für den Sommer abgesagt. Schließlich blieb uns nichts übrig als unseren Neustart in den Oktober zu verlegen, da dann die neue Spielsaison beginnen sollte. Leider wurden wir nur zwei 2 Tage vor unserem ersten Heimspiel mit einer kompletten Absage des Spielbetriebs in der Regionalliga konfrontiert.

Wir hatten uns sehr darauf gefreut, die Rugby-Abteilung des FSV Tarforst dieses Jahr zu neuem Schwung zu verhelfen und neue Interessierte zu finden, aber wir sind uns alle einig, dass die Gesundheit unserer Spielerinnen und Spieler vorgeht und dass die Möglichkeit, sich eine Infektion bei der Ausübung eines Hobbysports zu holen in keinem Verhältnis zu den Konsequenzen einer Infektion steht. Wir werden also abwarten, bis die Pandemie soweit im Griff ist, bevor wir wieder in vollem Umfang durchstarten.

 

Das Fazit 2020…

Wie blickt ihr sportlich auf die letzten Monate zurück – euer Fazit?

Martina/Felix: Als im März die Beschränkungen in Kraft traten, mussten wir trotz noch laufender Saison unser Training einstellen und brachen kurz darauf die laufende Spielsaison in Rheinland-Pfalz ab. Der Gewinner der Saison 2019-2020 wurde nach Punkten ermittelt, sodass wir wenigstens das Gefühl hatten, die Spielsaison zu einem runden Ende gebracht zu haben.

Als im Mai wieder das Training aufgenommen werden durfte und für Oktober sogar erste Spiele angekündigt wurden, haben wir uns langsam an eine konkrete Spielvorbereitung herangetraut, soweit es uns unter den Corona-Auflagen möglich war. Die Absage der Spielsaison Anfang Oktober, so kurz vor Beginn, nach all den Vorbereitungen und Erfüllen der Auflagen, war schon frustrierend, aber natürlich nachvollziehbar.

Unser Fazit für das Jahr 2020: Die letzten Monate haben uns viel Geduld und Unsicherheiten abverlangt. Wir haben gelernt, mit allen plötzlichen Wendungen zu rechnen und uns in Geduld zu üben: Rugby ist ein großartiger, geselliger Kontaktsport, wir spielen alle mit Herzblut, aber Gesundheit geht vor.

 

Schnupperkurse für Kinder…

Es gab mehrere Schnupperkurse für Kinder. Wie kamen diese Angebote an und konnte man den potenziellen Nachwuchs an den Sport Rugby binden?

Martina/Felix: Die Schnuppertrainings für Kinder, die wir an vereinzelten Wochenenden angeboten haben, wurden sehr gut angenommen, sodass wir im neuen Jahr – wenn die Corona-Verordnung es zulässt – ein wöchentliches Kinder-Training freitags anbieten werden.

Rugby ist reizvoll

Rugby wird immer populärer und interessanter für Groß und Klein – stimmt ihr mir da zu, wenn ja, was macht diesen Sport so reizvoll?

Martina/Felix: Klar, Rugby ist weltweit auf dem Vormarsch. Der Reiz dabei ist sicher der Wettkampf mit dem Gegner und die Tatsache, dass Größe und Gewicht mit der richtigen Technik überhaupt keine Rolle spielen. Im Gegenteil, wer klein und wendig ist, hat viele Vorteile auf dem Feld. Und kann trotzdem mit einem beherzten Tackle auch den stämmigsten Gegenspieler mit Leichtigkeit auf den Boden bringen.

Auch Teamgeist und der soziale Faktor wie das anschließende gesellige Beisammensein mit dem eigenen und dem gegnerischen Team sind ausschlaggebend, dass Rugby auf der ganzen Welt immer populärer wird. Kommt ein Rugbyspieler- egal woher – mit anderen Rugbyspielern in Kontakt, wird es meistens gesellig. Das spricht für die gesamte Rugby-Atmosphäre und macht es dann irgendwie auch einzigartig.

 

Die Zukunft

Wie schaut euer Blick in die Zukunft aus. Was ist 2021 geplant, was plant ihr anzubieten und wie stehen die Chancen im Ligabetrieb?

Martina/Felix: 2021 werden wir mit einem regelmäßigen Kindertraining freitags von 15.30-16.30 durchstarten.

Wie der Ligabetrieb aussehen wird, hängt weiterhin von der Entwicklung der Corona-Lage und von den teilnehmenden Vereinen nächstes Jahr statt. Bisher ist unklar, welche Vereine und Spielgemeinschaften es noch geben wird und ob internationale Begegnungen wie zum Beispiel mit Luxemburg und den Mannschaften der amerikanischen Militärstationen, die in den letzten Jahren fester Bestandteil in der rheinland-pfälzischen Regionalliga waren, noch stattfinden dürfen.

Wie bleiben zuversichtlich, stehen aber auch zu unserem Credo: Gesundheit geht vor!

 

Rugby-Übungen auch im Home-Office..?

Gibt es eigentlich auch Übungen die man während dem Lockdown zuhause rugbytypisch absolvieren kann bzw. wie halten sich eure Jungs fit in dieser Zeit?

Martina/Felix: Unser Trainer hat jedem Spieler, der Interesse hat, personalisierte Trainingspläne erstellt. Ansonsten sind die Spieler vorerst auf sich alleine gestellt. Wenn es wieder in Richtung Saisonplanung geht, wird das Training dann natürlich wieder intensiviert.

 

Okay ihr zwei – ich danke für das Interview und wünsche euch allen weiterhin alles Gute und viel Erfolg!

Martina/Felix: Danke ebenfalls!

 

Hier mehr Infos zur Rugby-Abteilung

 

André Mergener

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