Montag, 04 Januar 2021 08:22

Starke Verbundenheit und vereinstreu seit fast 30 Jahren

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Trainerfoto 2 Fotor Fotor

Tief verwachsene Wurzeln – starke Verbundenheit und das Herz am rechten Fleck. Wohl kein anderer beim FSV Trier-Tarforst lebt den Verein so wie Daniel Will. Seit 1992 vereinstreu und wohnhaft in Tarforst, blickt der 36-Jährige auf viele schöne Jahre voller Erfolge und schönen Erinnerungen zurück.

 

Erste Schritte beim FSV mit acht Jahren

Klein angefangen einst mit acht Jahren in der E2-Jugend – mauserte sich Will schnell beim FSV nach oben. Als Spieler reichlich Erfahrung gesammelt, übt Will seit geraumer Zeit nun auch die Rolle des Trainers aus. Erst in der A-Jugend – anschließend und auch aktuell im Glied der zweiten Mannschaft. „Die erste Saison mit acht Jahren in der E2-Jugend werde ich sicher nicht vergessen. Klassisch war mein Vater Georg damals mein Trainer. Wir haben die Hinrunde alle Spiele verloren und das jedes Mal sehr deutlich, dass war natürlich sehr deprimierend. Wir haben aber nie aufgegeben, es wurden ein paar Spieler auf anderen Positionen ausprobiert und auf dem Hartplatz weiter trainiert. In der Rückrunde lief es dann deutlich besser und wir haben kaum noch ein Spiel verloren. Dies hat mir früh aufgezeigt wie es im Mannschaftssport abläuft und mich zudem auch geprägt. Die kommenden Junioren-Jahre verliefen dann immer besser und wir konnten sogar einige Titel holen an die ich mich natürlich auch gerne zurück erinnere“, lässt Will zurückblicken.

 

Weiterentwicklung stand im Fokus

Die Jahre hinweg konnte sich Daniel stets weiterentwickeln. Menschlich – aber auch fußballerisch. Dies gibt er den jungen Sprösslingen nun selbst mit auf den Weg, als Trainer, als Vorbild und Identifikationsfigur in einem Verein, den er auch so schnell nicht mehr loslassen möchte.

„Ich fühle mich hier sehr wohl. Der FSV Trier-Tarforst ist generell ein sehr gut aufgestellter Verein, welcher auch bereit ist mit der Zeit zu gehen. Man hat klare Strukturen in der Vereinsführung, die helfen einem enorm den richtigen Ansprechpartner bei Anregungen oder Fragen direkt zu finden. Ein riesiges Sportangebot, welches uns die Möglichkeit gibt auch andere Sportarten neben dem Fußball auszuprobieren und in die Trainingsarbeit einzubinden. Des Weiteren ist für uns Fußballer, mit zwei Fußballplätzen, zwei Minispielfeldern und den Materialien für den Trainingsbetrieb, alles da was man braucht. Meine Zeit hier ist denke ich auch noch nicht am Ende. Solange die Vorstellungen von Verein und mir zusammenpassen, wird das Kapitel FSV und Will auch nahtlos weitergehen“, unterstreicht der Vollblutfußballer selbstbewusst.

 

Aktive Zeit aufgegeben für Trainerschein

2014 war seine aktive Zeit schließlich passe. Ein neuer Baustein im Fußball wurde errichtet, nachdem er den Trainerschein machte und 2017 mit der Tarforster A-Jugend die erste Mannschaft in seiner neuen Rolle übernahm. „Als ich meinen ersten Trainer-Job im Juni 2017 bei der A-Jugend in der Relegationsphase zum Klassenerhalt in der Bezirksliga übernahm, war eine personell sehr gut aufgestellte Mannschaft ziemlich am Boden. Hier waren viele Einzelgespräche und Überzeugungskraft notwendig um die Jungs weiter beim FSV Trier-Tarforst zu halten und den Klassenerhalt zu sichern“, erzählt Will weiter, der gleich in seiner ersten Bewährungsprobe als Trainer einer richtigen Mammutaufgabe gegenüberstand. Mit viel Fingerspitzengefühl und einer Art und Weise die Vertrauen gegenüber den Spielern ausstrahlte, machte er schließlich die Überraschung perfekt, wie er mit stolzer Miene zurückblickt: „Letztendlich schafften wir den Klassenerhalt und stiegen in der darauffolgenden Saison 2017/2018 sogar ungeschlagen in die Rheinlandliga auf. Ähnlich war es dann auch im Jahr 2019 als ich mich entschied die zweite Mannschaft sieben Spieltage vor Schluss zu übernehmen. Auch hier standen wir auf einem Abstiegsplatz und die Motivation war kaum noch vorhanden. Am Ende schafften wir am letzten Spieltag noch den Klassenerhalt in der A-Klasse. Bekannt ist sicher auch, dass dann in der Saison 2019/2020 eine weitere Herausforderung folgte, da viele Spieler trotz Klassenerhalt doch den Verein verließen und wir eine komplett neue Mannschaft formen und sehr viele Rückschläge hinnehmen mussten. Hier wurde uns anschließend der Klassenerhalt geschenkt – coronabedingt. All dies zeigt aber auch wieder, dass es sich lohnt in Arbeit zu investieren und nicht direkt aufzugeben, auch wenn es manchmal sehr hart war.“

 

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Doppeltes Traineramt raubte Zeit und Nerven

Auch Anfang 2019 erlebte Daniel eine ziemlich harte Zeit, wo auch sein Privatleben zu kurz kam. Der Grund war ein doppeltes Traineramt. Auf der einen Seite die A-Jugend, auf der anderen die zweite Seniorenmannschaft. Eine Zeit die Nerven und Gemüt strapazierte – und trotzdem packte er diesen Spagat. Nicht immer einfach, wie Daniel erzählt: „In dieser Zeit war ich sechs von sieben Tagen mit Fußball beschäftigt. Dies war persönlich und auch privat sehr anstrengend und kräfteraubend. Generell muss ich aber sagen, dass es zum Glück in meiner FSV-Zeit deutlich mehr Sonnen- als Schattenseiten gab, worauf ich auch sehr stolz bin.“

 

Ein Mann für alle Fälle

Will selbst ist ein Kumpeltyp. Kein Anecken oder sonst was, er hat ein Ohr für Jedermann, ob Spieler oder sonstige Funktion. Eine Eigenschaft die ihm wohl schon früh in die Wiege gelegt wurde, kann man mit ihm auch Spaß haben, ebenso eine professionelle Ernsthaftigkeit im Fußball genießen, die man ihm über all die Jahre hoch anrechnet.

„Man kann jederzeit zu mir kommen und mit mir sprechen wenn es Probleme gibt oder man einen Rat braucht. Genauso spreche ich auch mit den Spielern wenn ich denke dass es wichtig ist sich auszutauschen. Als Spieler habe ich leider etwas lange gebraucht um den richtigen Ehrgeiz und Siegeswillen auf dem Platz zu entwickeln. Dies ist als Trainer nun anders, hier habe ich in den letzten Jahren viel dazu gelernt. Dies möchte ich auch meinen Spielern mitgeben, da ich denke, dass Disziplin und Wille wichtig sind um erfolgreich zu sein und Spaß zu haben.“

Spaß hatte Daniel Will beim FSV über all die Jahre reichlich. Ob auf dem Platz oder abseits, der Spaßfaktor war und ist für ihn ein wichtiger Indikator, worauf er auch viele Freundschaften schließen konnte. Ein Grund mehr, wieso er sich gerade in Tarforst so pudelwohl führt. „Ich finde es einfach klasse welche Freundschaften sich in meiner bisherigen FSV-Zeit über die Jahre entwickelt haben. Die jetzt schon stattfindenden „Weißt-du-noch“-Gespräche mit alten Weggefährten, meist irgendwo auf den Sportplätzen der Region bei einem Bier, sind einfach wunderbar und möchte ich nie wieder missen“, bekundet der Tarforster mit grinsendem Blick.

 

Große Erfolge als Jugendtrainer

Aber auch tolle Erfolge schreibt seine lange FSV-Vita. Angefangen als Spieler – bis hin zum Trainer, wo er die Tarforster A-Jugend mit einer starken Leistung in die Rheinlandliga katapultierte: „Ja, dass war ein unvergesslicher Moment, ebenso auch die darauffolgende Saison in der Rheinlandliga, wo wir ebenfalls als Aufsteiger eine richtig gute Leistung aufs Parkett legen konnten. Ich freue mich sehr wenn ich sehe, wie sich die jungen Spieler persönlich und fußballerisch entwickeln, sowie über das positive Feedback der Jungs, welches sie mir in unserer gemeinsamen Zeit immer wieder gegeben haben. So etwas freut mich und macht richtig stolz.“

 

Schweini ist sein Vorbild

Daniels Ehrgeiz ist enorm. Seine Ziele will er immer stets erreichen, opfert Freizeit und Nerven und findet immer die passende Balance. Doch auch er hat Vorbilder, an denen er sich orientiert, menschlich und auch sportlich. Bastian Schweinsteiger – Fußball-Weltmeister von 2014, ein Ehrenmann der Deutschen Nationalmannschaft, wie auch Will neidlos gesteht: „Schweinsteiger ist für mich ein Spieler mit Vorbild-Charakter. Generell mag ich Spieler und Trainer die ihre Ziele ehrgeizig verfolgen, viel Arbeit investieren, Verantwortung übernehmen und bereit sind alles zu geben ohne sich groß aufzuspielen.“

 

Coronapause macht Will schwer zu schaffen

Groß aufspielen würde Daniel Will auch gerne wieder auf dem Platz. Doch dort herrscht eine coronabedingte Funkstille. Kein Training – kein Ligabetrieb und das bis auf unbestimmte Zeit. Der erste Re-Start-Versuch für Anfang Januar verpuffte und auch der zweite Anlauf, den der Verband für Ende Februar / Anfang März ins Auge gefasst hat, könnte bröckeln. Ein erneuter Saisonabbruch droht, an dem beim FSV aber wohl noch keiner denken möchte. Auch Daniel hofft auf eine baldige Wiederaufnahme des Trainings- und Spielbetriebs zum Start des zweiten Quartals, wie der 36-Jährige abschließend bekundet: „Das ist schwer vorauszusagen ob oder wann der Fußball wieder weitergehen kann. Der Ball und auch das Miteinander im Training bzw. vor und nach den Spielen fehlt uns allen und es wäre schön, wenn es Anfang des zweiten Quartals weitergehen könnte. Ich hoffe, dass es möglich ist die Hinrunde der laufenden Saison zu beenden, um so im Amateurbereich einen fairen Schnitt machen zu können.“

Eine tolle Geschichte schreibt sich somit in der Fortsetzung über einen Sportler, der den FSV wie kaum ein anderer verkörpert. Ehrgeiz, Humor, Kompetenz, Leistung und das unbändige Streben nach Erfolg. Daniel Will hat über all die Jahre in seiner langen FSV-Vergangenheit Großes geleistet und ist bei seinem Herzensvereins noch längst nicht am Ende. Er blickt weiter nach vorne – zielstrebig so wie man ihn kennt und pflegt stets die einzige Hoffnung, dass es endlich bald wieder weitergeht mit Fußball, seiner und unserer Leidenschaft, die nicht nur er, sondern womöglich der gesamte Amateurbereich mehr als vermisst.

 

André Mergener

 

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