Freitag, 23 April 2021 10:20

Geile Truppe, großer Erfolg

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Das Erfolgsrezept der heimischen B-Jugend schmeckt. Spaß an der Sache und die richtige Entwicklung von guten Spieler*innen, blickt man gut gestimmt auf die letzten Monate und Jahre zurück und wagt schließlich auch einen optimistischen Blick in die Zukunft.

Der Fußball in der Nachwuchsschmiede ist nicht immer einfach und trotzdem dürfen sich die verantwortlichen Trainer des FSV einmal mehr auf die eigene Schulter klopfen. Über Jahre hinweg hält man die starke Leistung aufrecht. Man formte talentierte Spieler*innen, gab ihnen Werte, Tipps und Tricks im Fußball mit auf den Weg und erntet nun einen gar nicht mal so sparsamen Erfolg. Die Kurve zeigt nach oben – steil und noch keineswegs am Ende, erhofft man sich genau diesen bisher eingeschlagenen Weg auch in der Zukunft fortsetzen zu können.

Verantwortlich und das stets im positiven Sinne, sind fünf überaus ehrgeizige Trainer, die das Gefüge der B1 und B2 bilden. Für die B1 stehen Steffen Hilmer und Nicolai Klessinger bereit – für die B2 René Juchmes, Philipp Müller und Dominik Bosl. Fünf Männer die ihren Job verstehen, leben und sich den Erfolg auf die eigene Fahne schreiben dürfen. Mannschaftsübergeifend sorgt zudem Jörg Juchmes für eine stabile Leistung im Tor und nimmt jeweils für die B1 sowie B2 die Rolle des Torwarttrainers ein.

Hier ist die Kommunikation von großen Nöten, wie Steffen Hilmer, der neben seinem Trainerposten auch die Rolle des Jugendleiters einnimmt, unterstreicht: „Alle Trainer kommunizieren viel untereinander und arbeiten intensiv zusammen, mit dem Ziel – möglichst über beide Kader umfassend informiert zu sein. Das ist in meinen Augen enorm wichtig. Wir wollen schließlich alle Spieler*innen ausgiebig und intensiv fördern und dabei allen die Möglichkeit geben, sich bestmöglich auf dem entsprechenden Niveau weiterzuentwickeln.“

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Hilmer selbst ist 26 Jahre alt, verfügt über die B-Lizenz, ist Lehramtsstudent und bereichert den Verein seit 2016. Die Rolle des Jugendleiters übt er aber erst seit 2019 aus. Seine Philosophie erklärt sich selbst. Nicht nur Fußball, sondern auch die menschliche Reifung, für Steffen Hilmer enorm wichtig, wie der 26-Jährige weiter ausführt: „Ich möchte die Spieler*innen sportlich, als auch menschlich in ihrer Entwicklung fördern und lege dabei besonders großen Wert auf die individuellen Fähigkeiten der einzelnen Spieler*innen, sodass deren Entfaltung bestens gelingt. Gemeinsame Interessen, Gedanken und Ziele im Sinne der kompletten Mannschaft und natürlich der Spaß, sind für mich und auch meine Trainerkollegen die wichtigsten Eckpfeiler in unserem Sport. Ebenso das Lernen, dass Ehrgeiz, Fleiß und auch die Disziplin, zum Erreichen von individuellen Zielen innerhalb einer Mannschaft notwenig sind.“

Das genau diese Werte am Erfolg schrauben können, untermalte jüngst die Saison, die jedoch bekanntlich dank der Corona-Pandemie abgebrochen wurde. Bis zur Annullierung erhaschte man sechzehn Punkte aus sechs Spielen. Keine Niederlage, dafür fünf Siege und ein Remis, hätte man gut und gerne noch weitergespielt, wie Nicolai Klessinger bekundet: „Der Start in die letzte Saison war richtig stark. Wir waren richtig gut drauf und hielten eine Menge Motivation in den Händen. Leider machte uns Corona einen Strich durch die Rechnung und sorgte für einen erneuten Abbruch. Wir hätten so gerne weitergespielt“, erklärt Klessinger, der schon seit 2010 als Jugendtrainer beim FSV agiert und seit 2019 die B1 an der Seite von Steffen Hilmer leitet. „Unsere beiden Ansichten stimmen überein. Steffen sowie auch ich wollen die Entwicklung im sportlichen sowie auch im sozialen Bereich vorantreiben, um die Jungs auf höhere Leistungsklassen sowie auch menschlich bestens vorzubereiten. Ich denke das ist uns in den vergangenen Jahren auch bestens gelungen. Das alles was wir erreicht haben, spricht ja auch für die gute Moral, die wir grundsätzlich versuchen in unseren Mannschaften zu erreichen. Jetzt herrscht die traurige Pause und keiner weiß genau wann es wieder los geht. Für die Jungs tut es mir extrem leid“, fügt Klessinger hinzu.

Der Blick nach vorne ist dagegen noch relativ verhaltend. Keiner weiß wann es wieder weitergeht und wie sich die neue Truppe integrieren wird. Eine neue Konstellation – eine Vorhersage demnach schwierig, muss man abwarten und Geduld ausüben, wohin die Reise der neuen B1 führen wird. „Wir sind diesbezüglich aber sehr optimistisch“, wirft Steffen Hilmer überzeugend in die Runde, der gemeinsam mit Nicolai Klissinger eine ähnlich starke Truppe formen möchte, wie er weiter ausführt: „Sicherlich werden wir als Trainer die vielen neuen Spieler*innen nicht alle bestens kennen. Trotzdem möchten wir, ähnlich wie auch schon in der Vergangenheit, eine gute Mischung aus älteren und jüngeren Jahrgängen schaffen. Solch eine Mischung hat sich in der Vergangenheit oft bewährt.“

Die Ziele für die Zukunft sind gesteckt. Ehrgeiz und der Wille nach Erfolg werden schließlich auch diese Marschroute begleiten, möchte man nach wie vor eine gute Rolle in der B-Junioren-Rheinlandliga spielen, wo aber auch der Spaß am Leistungsfußball keineswegs zu kurz kommen soll. Die richtige Mischung macht den Ton. Ein Leitspruch den Hilmer und Klissinger weiterhin mit sich tragen werden und immer stets mit der Hoffnung, dass die Normalität schon bald wieder Einzug im Jugendfußball haben wird.

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Einen ähnlichen Erfolg verbuchte jüngst auch die B2. Auch hier trug man weitreichende Tränen im Gesicht, als die Saison wegen Corona annulliert wurde. Achtzehn Punkte aus sieben Spielen – sechs Siege und nur eine Niederlage, gingen die jungen Tarforster schließlich als Tabellenführer der B-Junioren-Bezirksliga-West in die unfreiwillige Spielpause.

Anders als bei der B1, stehen hier gleich drei ehrgeizige Trainer bereit. René Juchmes (25), Philipp Müller (26) und Dominik Bosl (33). Ein Trio mit Zielen vor den Augen. Gemeinsam, im Einklang und mit der nötigen Erfahrung, blicken auch sie zufrieden und stolz auf ihr Projekt, das auch in der Zukunft erfolgreiche Früchte tragen soll, wie Juchmes erklärt: „Die Spieler*innen entwickeln sich alle unterschiedlich schnell – gerade im Bereich der C- und B-Jugend. Hier braucht man ein spezielles Gespür. Neben der technischen Komponente gewinnt auch die körperliche und mannschaftstaktische Komponente immer mehr an Bedeutung. Deswegen ist die Zeit in der B-Jugend, zumindest in unseren Augen, ein unverzichtbarer Teil der langfristigen Entwickelung jedes einzelnen Spielers und trägt somit auch zum Erfolg des gesamten Vereins bei. Gerade die letzte Saison zeigt bis hin zum Abbruch, dass die B2 mehr als konkurrenzfähig in der Bezirksliga sein kann. Dies gelingt nur durch einen gesunden Mix aus erfahrenen Spieler*innen des älteren und talentierten Spieler*innen des jüngeren Jahrgangs“, unterstreicht der 25-Jährige und angehende Gymnasiallehrer überzeugend, der immerhin schon seit 2016 in verschiedensten Altersgruppen des FSV als Co-Trainer und Trainer tätig ist.

Auch schon vier Jahre mit am Start ist Philipp Müller. 26 Jahre alt und Referendar am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium in Schweich, kam der Erfolg seiner Mannschaft nicht von irgendwoher. Gute Arbeit muss schließlich belohnt werden, wie Müller selbstbewusst bekundet: „Die Arbeit von uns Trainern sowie auch das Mitziehen der kompletten Mannschaft, ist in unseren Augen der Schlüssel zum Erfolg. Es war eine tolle Herausforderung die uns auch in den nächsten Monaten und Jahren bestens erfüllen wird. Ich bin davon überzeugt, dass wir auch mit der neuen Mannschaft in der kommenden Saison erneut eine gute Rolle in der Bezirksliga spielen können.“

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Als Neuling auf der Trainerbank komplettiert schließlich Dominik Bosl die fachliche Kompetenz an der Seitenlinie. 33 Jahre alt und Ausführungsplaner im Bereich Strom- und Glasfaserversorgung, konnte Bosl in seiner Vita schon einiges an Erfahrung sammeln, unteranderem auch als Trainer im Jugendbereich der JSG Konz und auch im Seniorenbereich des SV Tälchen-Krettnach. „Ich freue mich sehr auf die neue Herausforderung junge Spieler beim FSV weiterzuentwickeln. Froh bin ich auch, dass ich mit René und Philipp zwei Trainer an meiner Seite habe, die meine Philosophie pflegen und ausleben. Nur so geht Erfolg. Jetzt hoffen wir alle das die Normalität schnell wieder zurückkehrt und wir so wieder unserer Leidenschaft nach kommen können.“

Doch wann die Normalität wieder Einzug erhält ist ungewiss und teilweise auch unverständlich. Der Fußball fehlt an allen Ecken und dürfte wohl auch einen gewaltigen Schnitt in der Entwickelung vieler Jugendspieler*innen vollziehen, wie sich Juchmes relativ sicher ist: „Für die sportliche Entwickelung der Jungs und Mädels wäre eine Weiterführung der Saison immens wichtig gewesen, denn das seit November laufende Online-Programm konnte kein Präsenztraining ersetzen. Umso gespannter schauen wir aber nun auf die nächste Saison und hoffen, eine ähnlich stabile Saison in der Bezirksliga spielen zu können. Wichtiger als eine erfolgreiche Saison ist uns aber allerdings die sportliche sowie menschliche Weiterentwickelung jedes einzelnen Spielers – gepaart mit einem funktionierenden sozialen Miteinander. Die Spieler*innen sollen mit Freude zum Training kommen und später mit einem Lächeln auf dem Gesicht und im Idealfall einem Lerneffekt wieder nach Hause gehen. Wenn alle an einem Strang ziehen, dann kommt der Erfolg in der Regel von alleine. Wir sind gespannt und hoffen, dass die nächste Saison einigermaßen regulär gespielt werden kann und die Spieler*innen wieder ihren geliebten Fußball spielen können.“

Ein Verein, zwei Teams und ein gemeinsames Ziel vor Augen. Die Erfolgsgeschichte der Tarforster B-Jugend ist stolz erzählt und keineswegs am Ende. Die Zukunftsgedanken gefallen und dürften weiterhin Früchte tragen. Man hofft auf Normalität und auf eine baldige Wiederaufnahme des Trainings- und Spielbetriebs. Für die Jugend enorm wichtig, nicht nur sportlich – sondern auch menschlich. Die fünf Trainer gehen auch weiterhin ihren Weg, ganz egal was noch kommen mag, gemeinsam und im Einklang. Immer im Sinne des Vereins verfolgt man das große Ziel, die jungen Talente sozial und sportlich zu fördern. Ein bärenstarker und nicht immer einfacher Job, sind sie schließlich gemeinsam mit der Mannschaft die Zukunft des Vereins.

 

André Mergener

 

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