Sonntag, 18 Juli 2021 07:58

Ein „Blau-Weißer“ Steilflug

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Fußball ist nicht nur eine der schönsten Nebensachen der Welt – für viele ist er mehr. Sport der begeistert – Träume erfüllt und die eigene Reifung stets nach oben schraubt. Der Traum einmal ins Fußballgeschäft einzusteigen ist groß. Meist schon im jungen Alter erhofft man sich eine Karriere, hat Idole und verfolgt nur ein Ziel, im Fußball anzukommen.

Auch Elias Heitkötter ist Fußballer. Nicht im Profigeschäft – dafür aber auf regionaler Bühne, blickt der 20-Jährige in Trier geborene Offensivspieler aber schon auf eine steile Karriere zurück.

Aufgewachsen ist er in Trier-Tarforst – ehe es 2004 nach Hockweiler ging. Dort lebt der Schalke-Fan auch noch heute mit seiner Familie. Beruflich absolviert er gerade eine Ausbildung zum KFZ-Mechatroniker – anschließend würde ihm ein Studium gut gefallen.

Dem Fußball verfallen war er schon im frühen Kindesalter. Klein angefangen – wuchs die Liebe zum runden Leder mit jedem Lebensalter an. Beim SV Trier-Irsch – sein Heimat- und auch Herzensverein, hat er schließlich die ersten Schritte des Fußball erlernt. Eine Liebe in den Farben Blau-Weiß – hat er nicht nur Gefallen am Fußball entwickelt – sondern viel wichtiger, Freunde gefunden. Bei den Irschern hat er quasi alle Jugendstationen durchlaufen. Elias wuchs in seiner Leidenschaft heran – und entwickelte sich schnell zu einer Leitfigur des Vereins.

„Die Liebe zum Fußball begann bei mir schon in der 1. Klasse in der Grundschule. Sie entwickelte sich relativ schnell und ich wollte mehr, da auch meine Freunde entweder die gleichen Interessen hatten oder auch schon in Vereinen waren. So wollte ich schließlich auch in einen Verein und entschied mich für den SV Trier-Irsch. Eine Station die ich bis heute nicht bereut habe“, erklärt Elias seine Anfänge.

Ganz klein im Bambinibereich fing er an. „Damals noch auf dem Hartplatz“, erinnert sich der 20-Jährige gerne zurück. Sein Talent fand prompt Gefallen – nicht nur im Verein selbst, sondern auch im Umfeld bemerkte man schnell, hier geht mehr als nur Dorfliga. „Spätestens in der A-Jugend sprach man mir mehr Talent zu als zunächst vermutet. Von außen – aber auch von meinen Mitspielern und Trainern habe ich immer die richtige Unterstützung erhalten. Man sprach mir großes Vertrauen aus und glaubte an mich. An meine Karriere, an mein Talent und an meine Zukunft“, fügt der Trierer weiter hinzu.

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Im Trikot des SV Trier-Irsch schrieb er viele Erfolge. „Mit der A-Jugend ging es rauf in die Bezirksliga“, erzählt er mit großen Augen und fügt hinzu: „Das letzte Spiel in der neuen Liga war grandios. Da erinnere ich mich noch heute gerne zurück. Wir feierten einfach uns selbst – mit dem dritten Rang eine starke Platzierung und einfach eine tolle Zeit. Auch Zuschauer zählten wir reichlich. Ich kann schon echt behaupten – der SV Trier-Irsch hat mich geformt und zu dem gemacht, was ich heute bin. Ich bin diesem Verein sehr dankbar.“

Sein Weg ging schließlich steil nach oben. Aus der eigenen A-Jugend in die erste Mannschaft beordert, spielte der Youngster nun Kreisliga. Seniorenbereich – eine neue Aufgabe an gleicher Wirkungsstätte. Doch auch in dieser Zeit spielte er nicht nur einen erfolgreichen Fußball – sondern wurde sogar zum Mannschaftskapitän berufen. Die Binde am Arm – stolz das Irscher Wappen auf der Brust, war Elias Heitkötter nicht nur noch ein Spieler eines Dorfvereins, sondern viel mehr ein Ausrufezeichen Richtung des Gegners und anderen Clubs.

Elias hat es gepackt. Kein Profi – aber ein angesehener junger Fußballer, der nicht nur menschlich sauber tickt, sondern auch sportlich überzeugen kann. „In Irsch ging es richtig schnell. Dies machte mir aber nichts aus. Ich konnte gut Schritt halten und mich schnell an die neue Liga anpassen. Die Jungs selbst kannte man ja schon vorher. Von daher war es nichts Neues für mich. Außer das ich nun Kreisliga kickte. Eine richtig tolle Zeit. Stark verbunden und sehr familiär“, unterstreicht er mit nostalgischem Blick.

Seine Träume waren jedoch höher. Fast wie jeder kleiner Junge – so wollte auch Elias Fußballprofi werden. Bundesliga – namhafter Club und vieles mehr. „Klar hatte ich damals so Träume. Jeden Tag Training – tolle Spiele und eine echt spannende Vorstellung. Doch diesen Traum redete man mir damals schnell aus. Ich sollte meinen Blick auf die Ausbildung legen und für meine Zukunft sorgen und den Fußball nur als Nebensache betrachten. Unterm Strich bin ich auch froh das es so gelaufen ist. Eine richtige Ausbildung in der Tasche zu haben ist dann schon wichtiger“, erklärt er seinen geplatzten Traum einer möglichen Profi-Karriere.

Und jetzt ist er 20 Jahre alt – im August wird er 21. Für ganz nach oben ist es wohl schon zu spät – wie Elias mit einem Schmunzeln weiter erklärt: „Um für ganz oben anzugreifen bin ich glaube ich jetzt schon zu alt. Aber mein jetziger Sprung aus der Kreisliga in die Rheinlandliga ist schon ein gewaltiger Schritt für mich. Ich bin gespant wie hoch es noch gehen könnte.“

Aktuell heißt seine neue Mission Rheinlandliga. Die sechsthöchste Spielklasse in Deutschland – läuft er künftig im Dress des FSV Trier-Tarforst auf. Ein Katzensprung von seinem Ex-Verein entfernt – wird der Kontakt nie abreißen, wie der Offensivmann klarstellt: „Lässt es die Zeit zu, gehe ich mir natürlich die Spiele meines Ex-Vereins weiter anschauen. Anders herum ist das genauso. Meine Freunde und Ex-Mannschaftskollegen kommen auch nach Tarforst sich Spiele anschauen. Das Interesse ist da und das macht mich ziemlich stolz – und gerade deshalb bleibt der SV Trier-Irsch immer ein Teil von mir.“

Der Sprung nach Tarforst ist groß. Eine starke Liga – starke Gegner, darunter auch viele Ex-Oberligisten, sieht Elias darin aber keine Probleme. Seine Anpassung soll schnell erfolgen, wie der Schalke-Fan selbstbewusst nachlegt: „Sorgen oder Ängste habe ich keine. Sicherlich habe ich Respekt vor diesem großen Schritt – doch ich bin gewillt, diesen mit voller Leidenschaft zu gehen. Ich bin ein Pusher auf dem Platz und versuche die Mannschaft immer zu motivieren. Dies ist mir in Irsch immer sehr gut gelungen. Nun möchte ich es auch hier in Trier-Tarforst machen. Ein starker Verein der nicht nur in der Fußball-Region ein großes Ansehen pflegt, sondern uns Spielern auch tolle Rahmenbedingungen bietet. Ich freue mich sehr auf diese neue Aufgabe.“

Eine Aufgabe für die er brennt und sein ganzes Können in den neuen Farben unter Beweis stellen möchte. Rheinlandliga – mehr als nur Dorfverein, ist die Freude samt Erwartung groß: „Ich freue mich riesig auf die neue Saison. Auf die Gegner, auf die langen Auswärtsfahrten und natürlich auf die besonderen Spiele, die du vielleicht in der letzten Sekunde gewinnst. Ich kann es kaum noch abwarten bis es endlich losgeht“, unterstreicht Elias mit freudigem Blick.

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Seine Geschichte geht also weiter. Steil und am liebsten erfolgreich, möchte er in der sechsten Liga reifen – sportlich sowie auch menschlich. „Meine Entwicklung voranbringen ist mein großes Ziel. Aber auch das wir als Mannschaft den maximalen Erfolg ausschöpfen und am Ende der Saison eine gute Platzierung anstreben. Mit dieser Mannschaft ist nämlich einiges möglich. Wir haben nicht nur einen breiten – sondern auch einen qualitativ starken Kader“, so Elias weiter.

Wohin sein Weg in der Zukunft geht steht ihm allerdings noch frei. Möglich ist alles – selbst eine Rückkehr nach Irsch, wie er folgend bekräftigt: „Jetzt liegt mein Fokus erst einmal voll auf dem FSV Trier-Tarforst. Was die Zukunft bringt muss man sehen. Vorstellen könnte ich mir einiges – höherklassig aber auch eine Rückkehr zum SV Trier-Irsch. Vieles geht – nichts muss, von daher blicke ich nur in kleinen Schritten nach vorne und freue mich nun jetzt voll für den FSV durchstarten zu können.“

Ehrgeiz – Leidenschaft und der Wille nach Erfolg, sind nur drei von vielen Tugenden die Elias Heitkötter ausmachen. „Ich war schon immer so“, erklärt der Youngster überzeugend und fügt hinzu: „In Irsch war das schließlich mein persönlicher Schlüssel zum Erfolg. Im Training und auch in den Spielen gab ich immer Einhundertprozent. So bin und tick ich einfach. Ich kann nicht anders. Ich brauche diesen Ehrgeiz. Auch das Pushen auf dem Platz gehört zu mir. Da sehe ich mich schon ein wenig wie ein Thomas Müller.“

Dabei investiert er nun noch mehr Zeit in den Fußball. Drei Trainingseinheiten pro Woche – Spiele am Wochenende und öfters lange Auswärtsfahrten. Für Elias jedoch kein Beziehungskiller – wie der 20-Jährige untermauert: „Meine Freundin hat großes Verständnis für mein Hobby – auch schon jetzt mit Blick auf meine neue Aufgabe in Trier-Tarforst. Sie unterstützt mich – auch wenn man sich mal etwas weniger sieht. Aber alles in allem sehe ich dies nicht als Problem, da mich meine Freundin ja auch mal hin und wieder bei Fahrten begleiten wird.“

Wünsche und Träume stehen aber auch in seinem Leben großgeschrieben. Nicht Geld und erst recht kein direkter Steilflug in die Bundesliga. Elias ist ein bodenständiger Junge mit klaren und vernünftigen Zielen. „Meine großen Wünsche sind relativ einfach. Gesundheit, meine Freunde und Freundin, ein gutes Verhältnis zu meinen Eltern und natürlich im Berufsleben anzukommen, damit ich später ein sicheres Standbein habe und selbst meiner eigenen Familie, die ich mir irgendwann auch mal wünsche, etwas bieten kann.“

Elias ist zuvorkommend – seine wohl größte Charaktereigenschaft. Privat und auch auf dem Platz gibt er für Andere alles. „Ich bin eine richtige Kampfsau. Privat, im Beruf sowie auch beim Fußball. Das zeichnet mich aus. Ich versuche immer überall zu helfen – so wurde ich erzogen. Darauf bin ich auch mächtig stolz und dankbar“, fügt Elias Heitkötter abschließend hinzu, der sich zudem auch auf ein Wiedersehen mit seinem Klein-Cousin Bernhard Heitkötter freut. Bernhard ist schon über Jahrzehnte hinweg dem FSV eng verbunden.

Als Spieler und nun als spielender Co-Trainer – ist der Name Heitkötter beim FSV nicht nur ein Garant für Erfolg, sondern eine Passion, die nun auch Elias Heitkötter mit voller Kraft anstrebt. Sein neuer Weg – seine neue Aufgabe. Beim FSV Trier-Tarforst nimmt sie ihren Lauf. Große Freude, eine starke Erinnerung und reichlich Sympathie, stehen ihm auch die Türen seines Ex-Clubs aus Trier-Irsch immer offen. Blau-Weiß ein Leben lang – nicht nur im Sinne eines Schalke-Fans – sondern auch dort, wo man selbst tief verwurzelt ist.

André Mergener

 

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