Donnerstag, 23 Dezember 2021 06:40

„Gehen mit einem positiven Gefühl ins neue Jahr“

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Die Arbeit in der Nachwuchsschmiede ist breit gefächert. Talente fördern – Kooperationen schmieden, den Spaß am Fußball entfachen und nebenbei auch noch viel Organisations-Kram abseits des Platzes. Steffen Hilmer ist Jugendleiter von Triers zweitgrößtem Verein. Sein Schreibtisch ist voll – seine Gedanken plus Arbeitsweise professionell, konnte Hilmer – der zudem auch Trainer der B1-Jugend ist, schon viel erreichen. Die vergangenen Jahre und Monate waren hart – unterm Strich der Corona-Pandemie geschuldet. Und trotzdem verbuchte man Erfolge im Zeichen der eigenen Jugend – die nicht nur freudige Gesichter zeichnen, sondern viel mehr auch die stolze Vereins-Philosophie einmal mehr untermauern. Im Interview stand FSV-Jugendleiter Steffen Hilmer nun Rede und Antwort:

 

Hallo Steffen! Wie bilanzierst du das Jugendjahr 2021 – wie zufrieden bist du?

Steffen Hilmer: Im Großen und Ganzen sind wir mit der Entwicklung im Jahr 2021 zufrieden. Die Corona-Pandemie hat uns weiterhin vor große Herausforderungen gestellt. Wir konnten aber den allergrößten Teil unserer Kinder und Jugendlichen bei uns halten. Hierfür möchte ich mich bei unseren Trainerinnen und Trainer bedanken, die durch viel Arbeit in Online-Einheiten oder durch Einzelgespräche die Bindung nicht verloren haben. Probleme, die im Laufe des Jahres aufgetreten sind, konnten wir immer gut entgegen wirken und wir haben uns trotz Pandemie in vielen Bereichen weiterentwickelt. Zusammenfassend gehen wir mit einem positiven Gefühl ins neue Jahr!

 

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Was wurde erreicht und was versäumt?

Steffen Hilmer: Erreicht wurde einiges. Wir haben im unteren Jugendbereich ein neues Konzept entwickelt, das es ermöglicht uns noch breiter aufzustellen und gezielter kindgerecht Arbeiten zu können. Unsere D2-Jugend konnte den Aufstieg in die Bezirksliga schaffen. Unsere D1 und C1 haben alle Möglichkeiten auf den Klassenerhalt in der Rheinlandliga und unsere B1 und A1 stehen auf einem sehr guten ersten bzw. zweiten Tabellenplatz der Rheinlandliga sowie im Achtelfinale des Rheinlandpokals. Ein Nachweis für die gute Arbeit, die der FSV in den letzten Jahren geleistet hat! Ein Meilenstein für unsere Jugendabteilung, aber auch den gesamten Verein, ist unser neues Kleinspielfeld am Rasenplatz. Ich möchte mich bei allen bedanken, die uns bei diesem tollen und wichtigen Projekt unterstützt haben! Wir haben allerdings nicht nur ein neues Spielfeld gebaut, sondern auch einen neuen Vereinsbus angeschafft. Wir fahren nun also mit zwei modernen 9-Sitzern im FSV-Gewand zu unseren Auswärtsspielen. Wir haben zwei weitere Trainer, die im Laufe des Jahres ihre B-Lizenz sehr erfolgreich absolviert haben – an dieser Stelle von mir nochmal herzlichen Glückwunsch! Wir haben somit 6 Trainer bei uns in der Jugendabteilung, die mindestens die B-Lizenz haben. Was versäumt wurde, ist immer schwer zu sagen. Grundsätzlich sind wir bei allem, was wir machen sehr selbstkritisch und legen viel Wert auf Reflektion. Wir Trainerinnen und Trainer und Verantwortliche suchen fortlaufend Gespräche um nichts zu versäumen. Wir haben im Jahr 2021 vielleicht nicht alles Gut gemacht, aber bei all der Masse, die wir uns vorgenommen und umgesetzt haben, überwiegen die positiven Erfolge – das ist doch das was zählt!

 

Wo steht noch Verbesserungsbedarf geschrieben – wo liegen die Baustellen?

Steffen Hilmer: Wir möchten in Zukunft unsere bei uns ausgebildeten Talente länger bei uns im Verein halten. Wir spielen mit allen Mannschaften bis in den Herrenbereich in der Rheinlandliga und arbeiten, wie schon erwähnt, mit hoch qualifizierten Trainerinnen und Trainer und sorgen für eine individuelle, nachhaltige Entwicklung der Spieler. Unsere Aufgabe für die Zukunft ist es, hier noch mehr Argumente zu liefern, die die Spieler davon überzeugen, dass eine Entwicklung beim FSV Tarforst mindestens genau so gut verlaufen kann, wie bei anderen vermeintlichen Leistungsvereinen. Wir bieten seit vielen Jahren Kindern und Jugendlichen Training und Spiele auf höchstem Verbandsniveau! Das müssen wir weiter forcieren, aber dürfen keinesfalls den Breitenfußball aus den Augen verlieren. Wir möchten jedem Kind und Jugendlichen die Möglichkeit bieten, auf seinem Niveau und im Rahmen seiner Interessen Fußball zu spielen.

 

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Wie beäugst du die Talentförderung?

Steffen Hilmer: In der Region Trier gibt es immer mehr Vereine, die den Bereich des Leistungsfußballs anbieten wollen, was für die Region insgesamt positiv ist. Wie dann jeder Verein mit seiner Philosophie umgeht, ist dann eine andere Sache. Ich bin froh, dass wir uns beim FSV sehr breit aufstellen und aufgestellt sind. Das hat schon ein gewisses Alleinstellungsmerkmal in der Region, zumindest fällt mir so schnell kein eigenständiger Verein ein, der ab den Bambini 20-25 Kinder pro Jahrgang und ab der D-Jugend bis zur A-Jugend mindestens zwei Mannschaften im Spielbetrieb hat. Und das, obwohl immer wieder Kinder und Jugendliche den Sprung zu Eintracht Trier wagen, wo letztendlich die talentiertesten Spieler der Region in der Regionalliga spielen. Ich kann versichern, dass wir beim FSV Tarforst nach bestem Wissen und Gewissen und nachweisbar eine herausragende Förderung der Talente in unserem Verein forcieren! Neben qualifizierten Trainer*innen suchen wir darüber hinaus immer individuelle Fördermöglichkeiten intern sowie extern.

 

Mit welchen Gefühlen blickst du in die Zukunft – was ist 2022 mit der FSV-Jugend möglich und wo möchte man hin?

Steffen Hilmer: Sagen wir es mal so – Bauchschmerzen habe ich keine! Ich freue mich auf die zweite Saisonhälfte, weil ich davon überzeugt bin, dass sie noch erfolgreicher als die Hinrunde sein wird. Wir möchten uns weiterhin langfristig mit unseren Jugendmannschaften in der Rheinlandliga aufhalten, mit den Ambitionen uns dort auch langfristig im oberen Tabellenbereich zu etablieren. Wir möchten, wie schon erwähnt, noch mehr Talente in unserem Verein halten und von unserem Weg überzeugen. Wir möchten unser Leitbild für die Jugendarbeit im Jahr 2022 aktualisieren und verbessern, um noch bessere Förderung zu betreiben und uns noch breiter aufzustellen. Und wer weiß, wie die Saison für unsere A1 und B1 endet….

 

tttt

Aktuell ist der FSV auch auf der Suche nach einem stellvertretenden Jugendleiter, der dir quasi unter die Arme greift. Wie stressig ist der Job wirklich und was liegt alles im Aufgabenbereich?

Steffen Hilmer: Erst einmal muss ich mich beim Verein für das bisher geschenkte Vertrauen bedanken. Es ist nicht selbstverständlich, dass ein großer Verein wie der FSV einer Einzelperson so viele Kompetenzen und Möglichkeiten einräumt. Es ist nun aber so, dass ich inzwischen, neben meiner Arbeit als Trainer der B1-Jugend, täglich mehrere Stunden in die Jugendabteilung investiere. Das Aufgabenfeld ist aktuell breit gefächert. Es geht um die reine Organisation des Trainings- und Spielbetriebs. Dazu gehören die Heimspiele wie auch die Auswärtsfahrten. Ich kümmere mich um das DFBnet in Sachen Spielverlegungen und Spielberechtigungen für alle Fußballmannschaften. Der ständige Austausch mit den Trainerinnen und Trainer (hierzu zählt auch das Finden neuer, motivierter Trainerinnen und Trainer), aber auch mit den Spielerinnen und Spieler und Elternschaft gehört dazu. Das ist so der Alltagsbetrieb. Dazu geht es nun darum, unsere Jugendarbeit, wie wir sie in den letzten Jahren gelebt haben und weiter leben, schriftlich festzuhalten und weiter zu verbessern. Das ist auch der Bereich, in dem ich Unterstützung suche. Ich möchte ein nachhaltiges Leitbild bzw. Konzept entwickeln und forcieren, welches den Verein langfristig ausrichtet und uns von der Konkurrenz abheben lässt. Ob es am Ende auf einen Stellvertreter oder auf ein Team in der Jugendleitung hinausläuft, muss man sehen. Es ist ein umfangreiches Feld mit immer höher werdenden Ansprüchen. Die bisher geführten Gespräche und Rückmeldungen sind aber positiv, sodass ich davon ausgehe, dass wir eine gute Lösung für den FSV finden werden.

 

gggg

Deine Wünsche für 2022 – sportlich sowie privat?

Steffen Hilmer: Sportlich wünsche ich mir, dass wir die Saison 21/22 positiv abschließen, was bedeutet, dass wir mit allen Mannschaften im Jugendbereich mindestens den Klassenerhalt schaffen. Vielleicht schafft sogar die eine oder andere Mannschaft des FSV noch einen Sprung höher. Ich wünsche mir, dass der gesamte Verein weiterhin so akribisch arbeitet wie bisher. Privat wünsche ich mir, dass die alte Normalität bald zurückkehrt und dass die momentane Zeit nicht zur Normalität wird. Letztendlich geht es momentan aber darum, dass wir alle gesund bleiben und gemeinsam durch die aktuelle Lage gehen. Solidarität und Verständnis, Respekt und Toleranz darf nicht aus der Gesellschaft schwinden, hieran kann und sollte jeder Teil der Gesellschaft arbeiten.

 

Okay Steffen – ich danke dir für das Interview und wünsche dir weiterhin alles Gute und viel Erfolg!

 

Steffen Hilmer: Danke! Ich wünsche allen viel Gesundheit! Kommt in der ruhigen Adventszeit und zwischen den Jahren mit euren Liebsten zusammen und nutzt die Zeit um den Akku aufzuladen und mit positiver Energie ins Jahr 2022 zu starten. Viel Optimismus und positive Gedanken sind umso wichtiger, erfreuen wir uns an den kleinen Dingen und Erfolgen. In diesem Sinne – Schöne Weihnachten und Guten Rutsch!

 

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André Mergener

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