Mittwoch, 11 Mai 2022 21:39

Gemeinsames Fastenbrechen der A1 und B1

geschrieben von REDAKTION

ramdan fastenbrechen rawpixel gettyimagesIm Rahmen des muslimischen Fastenmonats Ramadan fanden sich Freitag, den 29.04.2022 die Spieler der A1 und B1 nach dem Training zusammen, um gemeinsam mit ihren muslimischen Mitspielern die Tradition des Fastenbrechens zu erfahren. 22 Spieler hörten zunächst gespannt den Worten der eingeladenen Gäste um Bernd Willems (2. Vorsitzender FSV), Norbert Etringer (Vorstand Sport FSV), Arianit Besiri (Schiedsrichter und Integrationsbeauftragter des Fußballverbandes Rheinland) sowie Mohammad Alhassan (Schiedsrichter, seit 2015 in DE lebend).

Zunächst hoben unsere anwesenden Vorstände in den Vordergrund, wie wichtig Werte wie Gemeinsamkeit, Respekt und Integration für den FSV Tarforst und die Gesellschaft sind. Sie fanden lobende Worte für die Spieler für ihr Engagement und Interesse an dem gemeinschaftlichen Abend und die Offenheit für das gemeinsame Fastenbrechen.

Arianit Besiri berichtete den Jugendlichen, welche Erfahrungen er als junger und erfolgreicher Schiedsrichter bereits machte. Neben seinen fußballerischen Anekdoten legte er viel Wert darauf zu vermitteln, welche Bedeutung die Integration im Fußball und für die Gesellschaft hat. Es wurde hervorgehoben, dass der Fußball eine entscheidende Rolle spielt und ein sehr gutes und wichtiges Mittel zur Integration vielfältiger Spieler*innen in Deutschland ist. „Wir feiern in den Vereinen Weihnachtsfeiern, ohne dass es hierbei oftmals einen wirklich religiösen Bezug gibt, aber sehen es als selbstverständlich an, dass diese stattfinden und auch jedermann dazu eingeladen wird. Wir wollen aber dahinkommen, dass auch Feiertage anderer Religionen beachtet werden. Sie sind Teil des Vereines und sollen auch ihren Raum dafür gemeinsam mit allen Spielern*innen erhalten. Das ist Vereinsarbeit. Der Fastenmonat Ramadan bietet dafür sogar ca. 30 Tage im Jahr.“ Arianit lobt die Offenheit der Spieler und zeigt ihnen auf, dass es darum geht, Verständnis und Respekt für Traditionen anderer Länder und Glauben zu haben, was einfacher wird, wenn man genau damit in Begegnung kommt und selbst Erfahrungen sammelt.
Mohammad lebt seit 2015 in Deutschland, hat sein Heimatland Syrien aufgrund des Kriegs verlassen und fand zunächst im Saarland und nun in Trier ein neues Zuhause. Er berichtet über Fußball in Syrien, syrische Traditionen im Bezug auf den Ramadan und verdeutlicht, wie wichtig für ihn der Fussball war und ist, um in der Gesellschaft Fuß zu fassen. „Ich kam nach Deutschland und konnte nur Bruchteile der deutschen Sprache. Über den Fußball konnte ich aber Kontakte knüpfen und sehr schnell mein Deutsch verbessern und mich in die Gesellschaft integrieren.“ Mohammad verdeutlicht, dass er immer wieder mit seiner Heimat und seinem Glauben konfrontiert wird und geht hierbei speziell auf den Ramadan ein. „Was dürft ihr eigentlich Essen und Trinken bzw wann?“, sind fragen, die regelmäßig gestellt werden, was auch die anwesenden muslimischen Spieler bestätigen. Mohammad macht deutlich, dass es nicht darum geht was sie dürfen oder nicht dürfen. „Letztendlich ist es die freie Entscheidung jedes Einzelnen, wie er den Ramadan umsetzt. Es ist kein Muss oder Zwang, wir entscheiden uns frei dazu.“

Pünktlich um 20:49 Uhr, dem Zeitpunkt des Sonnenuntergangs, war das Essen fertig. Neben Grillspeisen haben die Spieler Beilagen mitgebracht. Hier kamen unterschiedlichste Dinge zusammen, insbesondere traditionell Türkische und Ägyptische Speisen. In einer geselligen Runde speisten und tranken die Jungs und tauschten sich über viele Dinge aus. Die muslimischen Spieler verabschiedeten sich zwischendurch für ein kurzes gemeinsames Gebet, was auch nochmal mehr das Interesse der anderen Spieler weckte und auch ein stückweit beeindruckend war, da sie dies zuvor bei ihren Mitspielern gar nicht mitbekamen.

Abgerundet wurde der Abend durch Live-Musik und Gesang unserer A-Jugend Co-Trainers Felix Ceiba und natürlich dem allseits bekannten Lattenschießen. Eine rundum gelungene Veranstaltung.

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