Samstag, 21 Mai 2022 20:40

Meisterliches Unentschieden lässt Ahrweiler jubeln

geschrieben von André Mergener / Bildrechte: Wolfgang Ziewers

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Zwei Tore – kein Sieger und trotzdem ein großer Jubel auf dem Platz. Die Gäste aus Ahrweiler feierten nach Abpfiff ihren vorzeitigen Aufstieg in die Oberliga – nachdem man bei bissigen Tarforstern nicht über ein 1:1-Remis hinaus.

Für das Topspiel der Fußball-Rheinlandliga war alles angerichtet. Eine stattliche Kulisse von fast 200 Zuschauern – Vierter gegen Erster und eine kleine Meisterfeier im noch kleinen Stil. Kampf und Leidenschaft waren definitiv am Abend in Trier-Tarforst zuhause. An allen Ecken – neben jedem Grashalm und auch gut und gerne vor dem Tor des Gegners, wo die Trierer Höhenkicker oft für große Gefahr sorgen konnten. Unterm Strich gefiel der Auftritt des FSV – der schon gleich dem Liga-Primus und nun künftigem Oberligisten Ahrweiler BC mehr als nur Paroli bot. Als sicher erwies sich aber auch die Tarforster Defensive. Hochkonzentriert – und immer mit offenem Visier, egalisierte man schon früh im Spiel die ersten, wenn auch noch zaghaften Nadelstiche des ABC. Die erste gute Chance der Gäste schrieb sich nach zehn Minuten – als Almir Porca nach einem Solo seinen Abschluss suchte, in FSV-Schlussmann Johannes München aber seinen Meister fand, der seinen ganzen Körper auf den Ball warf und zunächst Schlimmeres verhindert konnte (10.). Zwei Minuten später versuchten aber auch die Tarforster ihr Glück – als Moritz Jost nach einer starken Auflage von Patrik Kasel frei vor dem Tor nur haarscharf an der Führung vorbeischrammte (12.). Besser machte es Jost aber einen Wimpernschlag später (13.) – als er via Solo Abwehr und Tormann überwinden konnte und gezielt zur 1:0-Führung einschob (13.). Die Führung war verdient – dank einer bisher guten Leistung der Hausherren, die vorne eiskalt vollstreckten und hinten sicher verwalten ließen.

Doch nach Wiederanpfiff meldete sich der ABC zurück. Eine Minute nach dem Seitenwechsel und prompt der 1:1-Ausgleich – den Ibis Renda im Nachschuss über die Tarforster Torlinie drücken konnte (27.). Spätestens jetzt schaltete die Truppe um Trainer Andreas Dick einen weiteren Gang höher. Ahrweiler war zur Stelle und verpasste dem eigenen Offensivspiel einen weiteren dicken Stempel – bislang aber chancenlos, da Tarforst im eigenen Defensivbund weiterhin nichts anbrennen ließ. Nach einer Stunde vergeigte Ahrweiler einen weiteren möglichen Treffer – dieses Mal versuchte es Proca mit dem Kopf, aber auch hier scheiterte Ahrweilers „Wunderknabe“ am Tarforster Schlussmann München (60.). Auf der Gegenseite ließ man dagegen die Latte wackeln – nachdem Mohammad Rashidi nach einem Distanzschuss nur Aluminium traf (63.). Vier Minuten später erhaschte der FSV aber einen erneuten Versuch – als Nico Neumann nach einer starken Vorlage von Patrik Kasel den Ball nur knapp über das ABC-Gehäuse lenkte (67.). Die Schlussminuten wurden nun hitziger – und das auf beiden Seiten. Während Ahrweiler schon gedanklich den Aufstiegssekt öffnete – versuchte es Tarforst dagegen auf Biegen und Brechen eine erneute Führung zu erzielen. Man wollte den Gästen sprichwörtlich in die Aufstiegssuppe spucken. Der FSV erhöhte den Druck – am Ende grüßten sogar zwei weitere dicke Dinger. Sieben Minuten vor Schluss verpasste Kasel nach Auflage von Adrian Ziewers den zweiten Tarforster Treffer – vier Minuten später (87.) verfehlte Kasel wiederum das Tor, als er zuvor von Noah Schuch mustergültig bedient wurde. Es blieb schließlich beim 1:1-Unentschieden – dass zumindest Ahrweiler meisterlich feierte, während sich Tarforst trotz eines verpassten Sieges einmal mehr auf die eigene Schulter klopfen durfte.

„Wir haben gerade in der ersten Halbzeit ein sehr gutes Spiel gezeigt – wo wir auch völlig verdient die Führung erzielen konnten. Im Gegenzug ließen wir aber auch wieder zu viele Chancen auf der Strecke liegen. In meinen Augen war es aber eine unterm Strich starke Leistung von meiner Mannschaft. Der Sieg hätte uns ziemlich zu gestanden – und wäre auch nicht unverdient gewesen“, resümiert Chef-Trainer Holger Lemke, dessen Team nun am Samstag in einer Woche (28. Mai) im letzten Auswärtsspiel der Saison ab 17:30 Uhr in einem weiteren Topspiel der Rheinlandliga beim FC Bitburg antritt. AM


Spiel-Infos

So spielte der FSV Trier-Tarforst: München – Toure – Weber – Rashidi – Neumann (79. Picko) – Fuhs (62. Hahn) – Kasel – B. Heitkötter – Ziewers – Habbouchi – Jost (65. Schuch)

Tore: 1:0: (13. Jost) – 1:1 (47. Renda)

Schiedsrichter: Christopher Groß

Zuschauer: 188


Bilder vom Spiel
Wolfgang Ziewers

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