Freitag, 11 November 2022 23:17

Dichter Nebel versaut Derby-Sause

geschrieben von André Mergener / Bildrechte: Wolfgang Ziewers

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Das wohl „längste“ und kurioseste Spiel – viel Nebel, eine stolze Kulisse mit weit über 500 Zuschauern, eine Ehranger Mannschaft die dank einem Foulelfmeter in Führung lag und einen endgültigen Abpfiff zum Pausentee. Klingt zwar komisch – ist aber so!

Es war DAS Spiel der Fußball-Rheinlandliga – dass schon weit vor dem Anpfiff die Spannung hochschraubte. Tarforst empfing Ehrang unter Flutlicht – am Ende grüßte jedoch der Abbruch.

Eigentlich sollte die große Fußball-Sause um 20:00 Uhr starten. Die Ränge komplett gefüllt – zwei Teams auf Betriebstemperatur und ein Schiedsrichtergespann, dass am späten Freitagabend keine leichte Entscheidung hatte. Dichter Nebel – so weit der eigene Blick einen trug. Trotz Brille und Fernglas – wenig Sicht und das aus allen Ecken des Rasenplatzes. Der Anpfiff verzögerte sich deshalb um fast eine Stunde. Hoffnung und grünes Licht somit vom Unparteiischen – der das brisante Derby dann doch nach einem langen Hin und Her anpfiff.

Sportlich begannen beide Teams rasant – wenn auch Ehrang mit einer leichten spielerischen Überlegenheit. Die Gäste gaben Gas – suchten den Abschluss und hatten nun mehrmals großes Pech auf dem Fuß, da der Ball nur haarscharf am Tor vorbeiflog, oder FSV-Keeper Luca Merling vereiteln konnte. Angriffe der Tarforster waren bislang noch ohne Erfolg gekrönt. Ein paar wenige gute Kombinationen – doch im Abschluss fehlte meist der entscheidende Pass. Ehrang stand sicher und gut um Abwehrchef und Ex-Tarforster Fabio Fuhs, der mit seiner Defensive nicht nur die Räume eng gestaltete, sondern den FSV auch schon früh störte. Es war kein guter Start der Hausherren – was man vom Aufsteiger aus Ehrang und Pfalzel nicht behaupten konnte. Nach knapp einer halben Stunde schoss sich die Elf von der Heide dank einem von Jonas Amberg verwandelten Strafstoß in Führung, den zuvor Nils Kiesewetter nach einem Foulspiel verursacht hat. Kurz vor der Pause hatte aber auch Tarforst ein dickes Ding im Visier – nachdem Nicola Rigoni dank einem guten Zuspiel von Moritz Jost frei vor dem Tor Richtung Ausgleich scheiterte (43.). Es war die letzte große Szene der ersten Halbzeit – und so blöd es klingt, auch des Spiels.

Die Halbzeit brachte nämlich nicht nur frischen Glühwein und Bier auf die gut gefüllten Ränge – sondern auch wieder mehr Nebel auf den Platz. Er wurde dichter – wenn auch mit einem Hauch Romantik behaftet, ging das große Grübeln ob weiterspielen oder abpfeifen, wieder in die nächste Runde. Die Halbzeitpause wurde somit um eine weitere halbe Stunde verlängert. Die Sicht wurde unklarer – der Ball wohl nur in der Vermutung sichtbar, fiel schließlich um 22:05 die endgültige Entscheidung – Abbruch! „Wir sind natürlich sehr enttäuscht das wir dieses Derby heute nicht zu Ende spielen konnten. Aber ich denke schon – dass es die richtige Entscheidung war“, gibt Chef-Trainer Holger Lemke umhüllt von Nebel wehmütig zu verstehen.

Es hätte ein Fußballfest werden können – am Ende „sah“ man nur ein Tor, eine Halbzeit und leider zu viel Nebel, der schließlich als Matchwinner nicht nur weiterhin Trier-Tarforst stumm umhüllt, sondern auch beiden Teams mächtig den Fußballabend versaute.

Die gute Nachricht – dass Spiel wird wiederholt, die schlechte News, auch Ehrang muss trotz Führung wieder bei Null beginnen. Bislang steht ein Nachholtermin noch aus – beide Teams streben aber zeitnah ein Wiederholungsspiel an und dann hoffentlich ohne Nebel, dafür mit mehr Toren, Kampf und einem Sieger, der regulär nach neunzig Minuten ermittelt wird.

Gegen die Natur ist man machtlos – auch der Fußball, der aber auch im dichten Nebel immer wieder unfassbare Anekdoten schreibt! AM


Bilder vom Abend

Wolfgang Ziewers

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