Samstag, 30 März 2024 20:42

Völlig losgelöster Oster-Jubel: Tarforst kämpft den Liga-Primus nieder

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ENDBILDkkkkkk

Dieses Spiel war nichts für schwache Nerven. Ein Puls am Limit – die Stimme heiser, zwei Platzverweise, ein verschossener Elfmeter, viele Zweikämpfe, drei Tore und ein am Ende glücklicher FSV Trier-Tarforst, der am frühen Samstagabend vor rund 150 Zuschauern den Tabellenführer SG Schneifel mit Kampf und Leidenschaft mit 2:1 bezwingen konnte.

Spielerisch begann es zunächst noch ruhig. Ein zartes Abtasten – kein volles Risiko und ein FSV, der besonders auf einen geordneten Spielaufbau großen Wert gelegt hat. Schöne Kombinationen – und immer einen scharfen Blick nach vorne. Bitter war allerdings das Wetter. Sahara-Staub und Regen – keine gute Kombi und dennoch sahen die Zuschauer einen guten Start des heimischen FSV. Nach sieben Minuten zählten die Tarforster zudem auch ihre erste Chance des Spiels – als Nico Neumann nach einem Schneifeler Abwehr-Fehler den Ball nur knapp neben das Gäste-Tor bugsierte (7.). Einen Hauch später setzte sich Neumann aber wieder in Szene – dieses Mal vergab die Nummer 11 im Tarforster Dress nach einer Flanke von Nils Kiesewetter (12.). Der Tabellenführer erlebte schon gleich am Anfang die stürmische Gastfreundlichkeit der Trierer Höhenkicker – und dennoch war es für beide Mannschaften ein hartes Stück Arbeit. Nach einer halben Stunde hagelte aber dann der erste Rückschlag auf die Hausherren nieder. Kein Tor – stattdessen ein Platzverweis der Kategorie „Knall-Rot“ für FSV-Stürmer Nathan Benndorf nach einem groben Foulspiel. Tarforst nun mit einem Mann weniger auf dem Platz – behielt aber auch in dieser Phase sämtliche Kontrolle des eigenes Spiels. Es keimte aber Unruhe auf. Die Fouls wurden härter – die Kartenflut vermehrte sich und trotzdem erhielten die Höhenkicker nach einer guten halben Stunde die große Chance via Foulelfmeter in Führung zu gehen. Florian Weirich trat den Strafstoß an – scheiterte aber letztendlich an SG-Keeper Niko Lautwein, für den der harmlos verwandelte Elfmeter überhaupt kein Problem darstellte (33.). Stattdessen schraubten beide Teams das Härte-Level noch eine Etage höher. Rugby-Manier ließ grüßen – kämpfte der FSV jedoch mit bester Note, während sich die SG Schneifel nicht nur schwer tat, sondern auch noch auf ihre erste Chance des Spiels lauerte. Kurz vor der Pause durfte der Tabellenführer aber doch einen Abschluss auf die Reise schicken – als erst Luca Quint rettete, anschließend der Liga-Primus das Latten-Kreuz zum wackeln brachte (42.). Glück für den FSV – Pech für die Schneifel-Kicker, die aber auch im Folgemoment mächtig Dusel hatten. So konnte Lautwein einen Freistoß von Luca Herrig gerade noch so über die Latte lenken. Gut geschossen – stark gehalten, ging es somit zunächst torlos Richtung Kabine.

Nach der Pause kam die Schneifel besser ins Rennen. Man versuchte das Spiel in Überzahl zu gestalten – drückte auf einen momentan sehr defensiven FSV, scheiterte aber letztendlich an dessen gut sortierter Defensive. Tarforst hielt sich wacker im Spiel – stand sicher und kompakt und konnte den erhöhten Druck der Gäste bestens dämpfen. Man kämpfte um jeden Meder des Platzes – während die SG Schneifel nun oftmals an der Führung vorbeischrammte. Es war eine hitzige Phase – viele Konterversuche der Gäste und eine weitere knallrote Karte im Spiel, dieses Mal jedoch für den Liga-Primus, als Niclas Biesen nach einem Foulspiel an Nico Neumann frühzeitig in die Kabine geschickt wurde. Zumindest personell war die Waage wieder im Gleichgewicht (79.). Im Gleichgewicht auch – die Freude für den Platzhirsch, der zehn Minuten vor Schluss mit einem direkt verwandelten Freistoß von Luca Herrig zum großen Jubel in Richtung der 1:0-Führung ausholen durfte (80.). Was für ein Strahl – was für ein Tor, legten die Trierer Höhenkicker jedoch prompt nach, als zwei Minuten später Elias Heitkötter nach einer zielgenauen Flanke von Nico Neumann zum 2:0 aufdrehen konnte (82.). Spätestens jetzt glich der Trimmelter Hof einem Tollhaus und selbst der Regen ließ von oben ganz zur Freude nach. Tarforst tobte sich in die Nachspielzeit – die SG Schneifel kam aber noch einmal heran, als Jan Pidde mit Ablauf der regulären Spielzeit auf 1:2 verkürzte (90.). Fast acht Minuten Nachspielzeit legte der Unparteiische noch oben drauf – erst dann erlöste er den FSV, der sich dank einer grandiosen Leistung und Moral einen wichtigen Sieg über den Tabellenführer erkämpfen konnte. Spätestens in der Kabine ging die Feier erst richtig los – Jubel, Freude und sogar laut aus der Musik-Anlage der Spieler Major Tom „Völlig losgelöst“ von Peter Schilling. Tarforst ist wieder da und das mit geballter Kraft. Nach Abpfiff waren sich auch viele Zuschauer und sogar Chef-Trainer Holger Lemke einig – SO spielt kein Absteiger! Weiter geht’s für den FSV bereits am kommenden Mittwochabend (03. April) – wenn man dann im Nachholspiel um 20:00 Uhr die SG 2000 Mülheim-Kärlich empfängt.


Das sagen die Trainer

Holger Lemke (Tarforst): „Erst einmal ein riesengroßes Kompliment an meine Mannschaft – die nicht nur ein überaus starkes Spiel abgerufen hat, sondern auch wieder mit einer bärenstarken Moral überzeugen konnte. Von Anfang an hatten wir dieses Spiel in der Hand und den Gegner stets im Griff. Schmerzlich war natürlich die rote Karte für uns – die uns aber leztendlich auch nicht aus der Bahn geworfen hat. Hut ab vor dieser Mannschaft.“

Stephan Simon (Schneifel): „Ich habe meinen Jungs nach dem Spiel gesagt – dass momentan ein Rädchen nicht in das andere greift – so ehrlich müssen wir uns gegenüber sein. Wir müssen halt schauen das wir uns unseren Luftballon nicht zerschießen lassen. Wir sind halt momentan in einer für uns sehr ungewohnten Rolle. Wir müssen jetzt schauen – dass wir uns nicht verrückt machen sondern weiter zielstrebig unseren Weg weiter gehen.“


Spiel-Infos

So spielte der FSV Trier-Tarforst: M. Neumann – Quint – Herrig – Arnold – N. Neumann (94. Böhme) – Benndorf – Kiesewetter – Schultheis – Gouverneur – Jost (69. Heitkötter) – Weirich (88. Schuch)

Tore: 1:0 (80. Herrig) – 2:0 (82. Heitkötter) – 1:2 (90. Pidde)

Schiedsrichter: Dr. Marc Schiry

Zuschauer: 150