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Trier Baelle Tansania

Ein Ehrenamt für den guten Zweck haben Stefan Mersch – Moritz Ksoll und Christoph Coura ins Leben gerufen. Das Trio – dass ehrenamtlich in der Sports Charity Mwanza und Tansania das Ziel verfolgt, vor Ort eine nachhaltige Sportinfrastruktur zu fördern und Vereinsstrukturen zu etablieren, riefen die drei Trierer nun ein aktuelles Projekt ins Leben und sammeln alte Bälle für Vereine aus Tansania. Auf der Liste stehen neben Fußbälle – auch Basketbälle und Volleybälle. „Bälle – die hier nicht mehr genutzt werden, können in Tansania noch über Monate Freude schenken“, begründet Ksoll die Aktion, die vom 01. bis 15. Juni datiert ist.

Neben zahlreichen regionalen Abgabestellen – besteht zudem auch die Möglichkeit, alte Bälle in der Geschäftsstelle des FSV Trier-Tarforst (Kohlenstraße 57) abzugeben, die die Bälle täglich von 08:00 Uhr bis 22:00 Uhr entgegen nimmt.

In Sonderfällen können Spender per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! auch eine private Abholung der Bälle organisieren. (am)

Mehr Infos gibt es hier

j154Yg3IOSRkeHOhGBfPiwaIuK74MNayvo2711MmAchtzehn Jahre lang trug er die Farben des FSV. Was für viele meist nur ein Geschäft ist – war für ihn Leidenschaft und der Lebensmittelpunkt seiner eigenen Berufung. Michael Fuchs war mehr als nur Spieler und Trainer. Neben reichlich Autorität – diente er aber auch als Freund, Kumpel und Ratgeber für den Nachwuchs. Nun hört der 42-Jährige auf. Seine Zeit ist gekommen um dem Fußball den Rücken zukehren. Wehmut und wohl auch die ein oder andere Träne – blickt Fuchsi, so nannte man ihn in engsten Kreisen, auf unvergessliche Jahre zurück. Angefangen als Profispieler bei Eintracht Trier – bis hin zur Rolle als Co-Trainer in Trier-Tarforst, bei seinem FSV.

Viele schöne Momente schmücken seine Fußballer-Vita. Hitzige Spiele – traumhafte Erfolge, bittere Niederlagen und auf all seinen Wegen auch reichlich Freundschaften geschlossen. Doch sein Moment – die Fahne auf Abschied zu hissen, ist nun gekommen. Familie – Beruf und einfach das ''normale'' Leben hat nun Vorrang.

„Die Entscheidung ist mir natürlich nicht leicht gefallen. Der Hauptgrund für das Aufhören war ganz klar meine Familie. Oft war der Fußball eine zeitliche Belastung – gerade bei den meist weiten Auswärtsspielen, die quasi einen285994 113392342092471 1237151 o Fotor ganzen Tag des Wochenendes gekostet haben. Gerade jetzt – wo meine beiden Mädels Lotta (3) und Mara (2) noch so klein sind, möchte ich gemeinsam die Zeit mit meiner Frau Linda in vollen Zügen genießen, die ich nun mit der Beendigung meiner Fußball-Zeit dazugewonnen haben. Ich werde dem Fußball aber natürlich weiterhin verbunden bleiben und jetzt auch die Zeit haben, meinen Sohn Leon in unserer B-Jugend, oder meine beiden Patenjungs Johan und Mathis in der D- und E-Jugend häufiger mal gucken zu gehen. Außerdem werde ich jetzt auch bestimmt mal Zeit haben – um meine Borussia aus Mönchengladbach mal öfters live im Stadion besuchen zu können, bislang konnte ich ja meist nur unter der Woche zu Europapokalspielen hin“, sagt Fuchs mit einem lachenden Auge.

Das weinende Auge dagegen blickt zurück. Von den Anfängen einer steilen Karriere – bis hin zum bitteren aktiven Ende geschuldet einer bösen Verletzung. Und trotzdem würde Fuchsi nichts mehr ändern am Verlauf seiner eigenen Geschichte. Er ist stolz auf das was er geleistet hat und erleben durfte. Mit der Porta Nigra auf der Brust einst begonnen – erlebte der 42-Jährige sogar mit Eintracht Trier den sensationellen Aufstieg in die 2. Bundesliga. „Eine grandiose Zeit – die ich niemals vergessen werde. Leider wurde mir aber nach zwei Jahren in der damaligen drittklassigen Regionalliga nach dem Aufstieg in die 2. Bundesliga unter Trainer Paul Linz – der Vertrag nicht verlängert, sodass ich mir nach diesen Jahren als Profifußballer wieder einen ''normalen'' Beruf suchen musste“.

10306732 706665426056819 133128486316678310 n FotorDer Weg für ihn nach Trier-Tarforst war nun frei. Ein neues Kapitel hat für Michael Fuchs begonnen – spielte er künftig im Dress des FSV, wie Fuchsi weiter zurückblickt: „Nach meinem Abgang bei Eintracht Trier wurde ich von Hans Mayer zur Allianz geworben und da Hans damals auch FSV-Vorstandsmitglied und Gönner des Vereins war, lag der Wechsel zum FSV nahe. Im Nachhinein waren diese beiden Wechsel – sowohl beruflich als auch sportlich, wohl für mich die besten Entscheidungen meines Lebens.“

So kickte der Ex-Profi fünf lange Jahre im Trikot des FSV – bis ihn eine Verletzung quasi aus der aktiven Bahn geworfen hat. Noch heute erzählt er schmerzerfüllt über die Zeit – die ihm schließlich eine weitere Tür im Fußball geöffnet hat: „Für den FSV machte ich von 2002 bis 2007 rund neunzig Spiele – und traf, sofern ich keinen Treffer vergessen habe, gut sechzig Mal das gegnerische Tor. Leider warf mich dann eine Verletzung regelrecht aus der Bahn. Ich kann mich noch gut an diese Situation erinnern. Es war im Training am 05. Juli 2007 – damals noch unter dem neuen Chef-Trainer Dirk Fengler. Ich werde das Datum niemals vergessen – als diese Knieverletzung alles verändert hat. Dirk fragte mich dann anschließend ob ich zur kommenden Saison (2008/2009) die Rolle seines Co-Trainers einnehmen würde. Ich nahm dieses Angebot schließlich an und so kam ich in dieses Amt – was ich bis zum heutigen Tag ausüben durfte“, resümiert Michael Fuchs und untermauert im Gegenzug seine Verbundenheit zum Verein: „Nach achtzehn Jahren als aktiver Spieler bei der Eintracht (1984 bis 2002) – gehen nun auch achtzehn Jahre beim FSV zu Ende. Ich denke nach dieser langen Zeitspanne braucht man über meine Verbundenheit zum Verein nicht zu sprechen, er ist in all den Jahren zu einer echten Herzensangelegenheit geworden.“tarforst schweich 006

Angefangen hat Fuchsi auf roter Erde. Von einem Kunst- oder Rasenplatz in Trier-Tarforst damals noch keine Spur – kickte er einst auf hartem Boden. „Den FSV in all meinen Jahren wachsen zu sehen – war schon ein sehr schönes Gefühl. Als ich 2002 zum FSV kam – gab es nur den Hartplatz. Heute haben wir nun eine sehr schönsten Sportanlagen im ganzen Rheinland. Vor allem unser Rasenplatz lässt selbst unsere Gegner immer wieder schwärmen – wie gerne sie hier spielen, obwohl es meist nichts zu holen gibt für sie“, scherzt Michael mit einem Augenzwinkern.

Neben der Entwicklung der Plätze – gab es aber auch reichlich Erfolge des spielenden Kollektivs. Besonders an den sensationellen Durchmarsch von der A- bis in die Rheinlandliga – erinnert sich Michael Fuchs gerne zurück: „Natürlich ist der starke und unvergessliche Durchmarsch von der A-Klasse bis in die Rheinlandliga zu nennen – sowas erlebt man ja nur ganz selten. Aber auch die Tatsache – dass wir uns seit zehn Jahren lang in der Fußball-Rheinlandliga sportlich halten konnten, obwohl wir im Gegensatz zu den meisten Konkurrenten keine Spielergehälter zahlen, ist ein Riesenerfolg und alles andere als selbstverständlich. Das sollten sich alle immer wieder bewusst machen – für die die Rheinlandliga schon zur Normalität geworden ist.“

Viele Eindrücke sind für Fuchsi somit in Stein gemeißelt. Die Erinnerung und auch die Wehmut daran überwiegen – wird er besonders die Zusammenarbeit mit seinen Jungs vermissen, wie er stolz bekräftigt: „Der Abschied fällt mir natürlich enorm schwer – weil mir die100821882 2941909525892585 937286632787148800 o Zusammenarbeit mit den Jungs bis heute großen Spaß gemacht hat. Aber auch die sehr professionelle Zusammenarbeit mit unserem Trainerteam um Holger Lemke und Andreas Gouverneur – sowie auch mit Manfred Kühne und Werner Gorges als Offiziellen, hat immer hervorragend geklappt. Hier sind echte Freundschaften entstanden.“

bild0331Freundschaften die man aufrecht erhalten möchte. Einem Verein trotz Abschied weiterhin verbunden bleiben – wird auch bei dem 42-Jährigen groß geschrieben. Er bleibt ein Tarforster Jung – wie er entschlossen untermauert: „Bis auf das Co-Traineramt ist und bleibt der FSV mein Verein. So werden die meisten Spiele wie auch der Stammtisch mit meinen Jungs der Ersten – mit Sicherheit Pflichttermine bleiben. Aber auch ich als Sponsor werde diesem Verein weiterhin zur Seite stehen. Ferne werde ich auch in der Zukunft – als Ansprechpartner für alle da sein, die meinen Rat wünschen.“

36 Jahre Fußball trägt er nun auf dem Rücken. Es bleibt die Erinnerung – die Wehmut des Abschieds, die wohl auch die ein oder andere Träne auf die Reise schicken wird. Michael Fuchs war nicht nur ein Fußballer – er war Mensch, ein fairer und sympathischer Sportsfreund, lebte den Erfolg und ging im Gegenzug aber auch sehr professionell mit Rückschlägen und Niederlagen um. Seine Einstellung zur Leidenschaft am runden Leder – ein Vorbild für jeden Spieler, wird man ihn vermissen an allen Ecken, in allen Spielen, abseits sowie auch auf dem Rasen. In Trier-Tarforst setzt man ihm zumindest gedanklich ein Denkmal – für die zurückliegenden achtzehn Jahre, in denen Fuchsi nicht nur seine sportliche Pflicht bestens erfüllt hat, sondern auch mit reichlich Erfahrung und Leidenschaft den FSV Trier-Tarforst bis heute mitgeprägt hat.

                                                           !!! DANKE !!!

„Der Fußball war – angefangen bei der Eintracht-F-Jugend bis zu meinem Co-Traineramt im Hier und Heute, die letzten 36 Jahre ein absoluter, wenn nicht sogar DER Lebensmittelpunkt. Ich bin sehr glücklich und zufrieden mit dem – was ich in dieser Zeit erreicht und erlebt habe und werde diese Erinnerung mit Sicherheit ein Leben lang in meinem Herzen bewahren“, betont Michael Fuchs abschließend und schließt gedanklich die Tür seines FSV, die für ihn aber immer trotz Abschied ewig offen stehen wird. André Mergener

Freitag, 29 Mai 2020 21:34

Lange Pokal-Reise endet tragisch

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20110525 Pokal Eintracht Trier TuS Koblenz Pokal 39 Fotor

Der Bitburger Rheinlandpokal war meist nur ein Zubrot im Hause des FSV Trier-Tarforst. Eine Momentaufnahme die man gerne mitnahm – nicht mehr und nicht weniger. Doch im Jahr 2012 packten die Trierer Höhenkicker in diesem Turnier einen gewaltigen Sprung und verpassten nur haarscharf den Einzug ins Pokal-Halbfinale.

Die grandiose Reise begann in Runde zwei – in Runde eins genossen einige Clubs ein Freilos, ebenso auch der FSV Trier-Tarforst. Als erste Hürde diente die SG Osburg – die man Ende 2011 in der Ferne nach einem deutlichen 5:0-Sieg auf die Bretter schickte. Im nächsten Duell stand die SG Zell-Bullay/Alf dem FSV gegenüber. Auch hier nahmen die Trierer Höhenkicker die Hürde souverän und gewannen mit 3:0. Hitzig wurde es dagegen im vierten Unterfangen des Turniers – als man keinem geringeren gegenüberstand – als dem ewigen Rivalen aus Schweich. Aber auch hier trank der Trierer Vorstadtclub genügend Selbstvertrauen und gewann über die Mosella mit 2:0.

Der Weg ins Achtelfinale war somit geebnet – wo nun der heutige Oberligist und damalige ligagleiche FC Karbach auf den FSV wartete. Das Duell ging vor heimischer Kulisse über die Bühne und das auch ziemlich erfolgreich. Bis auf Bernhard Heitkötter – David Schmitz, Thorsten Oberhausen, Christian Dahm sowie Martin Machura, konnte der damalige Chef-Trainer Stefan Fries aus den Vollen schöpfen. Karbach begann den Pokal-Fight allerdings mit einem lupenreinen Blitzstart. Bereits nach drei Minuten gingen die Gäste aus dem Hunsrück dank Kapitän Patrick Schmidt mit 0:1 in Front. Hängende Mienen seitens des FSV – doch auch dieser kam nun immer besser in Fahrt und konnte den frühen Rückstand nach drei weiteren Minuten durch den 1:1 Ausgleich egalisieren, Torschütze war Patrik Kasel. Beide Teams kämpften um jeden Preis – auch die Zweikämpfe wurden immer härter. Die ca. 100 Zuschauer dagegen kamen bestens auf ihre Kosten – ein Pokal-Fight wie im Bilderbuch. Auch in den Folgeminuten blieb es spannend – der FCK gewann zwar leicht die Oberhand, fand aber kein Durchkommen an einer gut sortierten FSV-Abwehr. Tarforst war zwar weiterhin bemüht noch vor dem Pausentee die Führung zu erzielen – fand aber letztendlich nicht zum erhofften Erfolg.

Umso besser lief es dann zum Beginn des zweiten Durchgangs. Unverändert kam die Fries-Elf aus der Kabine und schaltete nun einen Gang höher. Jetzt war es die Karbacher Abwehr – die mehr und mehr gefordert war. Der FSV fand Gefallen am Offensiv-Spiel – leckte Blut und konnte Karbachs Abwehr schließlich in der 53. Minute zum zweiten Mal knacken. Wieder war es Tarforsts Sturmtank Patrik Kasel – der seinen FSV jubeln ließ. Doch schon zwei Minuten später (55. Minute) war die Euphorie wieder begraben. Karbach glich dank Mirko Bernd zum 2:2 aus und mischte die Karten aufs Neue. Gute Karten hatte aber nun auch der heimische FSV in der Hand – der acht Minuten nach dem Karbacher Ausgleich (63. Minute) dank Ramon Jahn wieder die Führung an sich reißen konnte (3:2).

Die Zeit war nun Karbachs größter Feind – die mehr und mehr dem Spielende entgegenlief. Nach 75 gespielten Minuten nahm Fries den ersten Wechsel vor. Ramon Jahn – der Torschütze zum 3:2 verließ die Partie, für ihn kam nun Martin Gorges ins Spiel. Der FCK warf noch einmal alles in die Waagschale und hoffte auf den Ausgleich. Dieser wurde auch fast zur Realität – doch FSV-Keeper Markus Schwind bewies aufs Neue seine Routine und parierte glanzvoll zu Gunsten seiner Mannschaft. Nun war Tarforst wieder am Drücker – die letzten Minuten glasklar in FSV-Hand, konnte Patrik Kasel in der 86. Minute den Gästen aus Karbach den Gnadenstoß verpassen. Tarforsts Matchwinner traf erneut und schoss seinen FSV mit dem 4:2 ins Pokal-Viertelfinale und ferner auf die Party-Insel Mallorca. Die eintägige Reise nach Mallorca wurde damals als Sieg-Prämie von einem Tarforster Sponsor ausgesetzt und wurde auch im Sommer 2012 verdientermaßen eingelöst.

Das Viertelfinale war somit perfekt und der nächste Gegner lauerte schon mit frecher Miene. Ligakonkurrent TuS Mayen bereiste die Trierer Höhe und nahm ein Tarforster Pokal-Aus mit entschlossenem Blick ins Visier. Schon kurz nach Anpfiff ergaben sich die ersten Chancen für die Gäste aus Mayen. Tarforsts Abwehr wurde schon früh im Spiel auf die Probe gestellt. Die Mannen um Trainer Stefan Fries wirkten einfach zu nervös und fanden bis dato überhaupt nicht ins Spiel. Jene Nervosität wurde den Jungs im roten Dress auch schnell zum bitteren Verhängnis. Eine Unachtsamkeit in der FSV-Abwehr nutzte der Mayener Damir Mrkalj eiskalt aus und schob in der 3. Spielminute zur 0:1 Führung ein. Einen Hallo-Wach-Effekt seitens der Hausherren gab es noch nicht – Mayen wirbelte weiter und konnte zwei Minuten nach dem Führungstor sogar auf 0:2 erhöhen, wieder war es die Nummer 17 Damir Mrkalj, der für den Gästejubel sorgte. Erst nach einer guten Viertelstunde kam der FSV besser ins Rollen – zumindest was den Spielaufbau anging, denn Torchancen blieben weiterhin aus. In der 18. Spielminute traute sich Tarforst mal einen Abschluss zu – doch der Ball ging wenn auch nur knapp an dem von Eric Neuenfeldt gehüteten Gehäuse vorbei. Tarforst zeigte sich bemüht – man kämpfte und wollte unbedingt den frühen Rückstand verkürzen. Auch Trainer Fries war optimistisch – dieses Ding noch einmal drehen zu können. Erst kurz vor der Halbzeitpause (43. Minute) zahlte sich sein Optimismus aus. FSV-Torgarant Patrik Kasel verkürzte unhaltbar auf 1:2 und brachte seine Mannschaft wieder zurück ins Spiel – mit leichter Hoffnung mit Blick auf ein mögliches Halbfinale.

Doch die Hoffnung hielt sich nicht lange über Wasser. Mayen drehte nach der Pause wieder auf – erhöhte den Druck und konnte in der 47. Spielminute keck auf 1:3 erhöhen. Wieder war es Mayens Nummer 17 Damir Mrkalj – der seinen Hattrick perfekt machen konnte. Trotz der deutlichen Führung zeigten die Hausherren Kampf und Leidenschaft. Um jeden Ball wurde gekämpft – jeder Zweikampf wurde angenommen, bloß die Belohnung in Form eines Tores blieb den Jungs im roten Dress zunächst verwehrt. Licht am Tarforster Horizont gab es aber wieder in der 52. Spielminute – als Florian Weirich auf 2:3 verkürzen konnte.

Der einstige Oberligist und vierfacher Rheinlandpokalsieger war aber trotz Tarforster Bemühungen nicht zu bremsen. Nach gut einer Stunde (62. Minute) konnte ein weiteres Tor für die Gäste notiert werden. Kevin Lahn erhöhte für seinen TuS auf 2:4. Die Köpfe auf den Rängen hingen nach unten – die Köpfe auf dem Platz dagegen gaben noch nicht auf, man hatte noch Hoffnung, hier noch einmal zurück ins Spiel zu kommen. Doch Mayen ließ sich nicht beeindrucken und schob dem Tarforster FSV in der 64. Minute mit dem 2:5 ein weiteres Tor hinterher, dieses Mal durfte sich der Mayener Kapitän Vitali Eirich in die Torschützenliste eintragen. Die Moral der Hausherren dennoch vorhanden – versuchte man irgendwie die Gäste aus Mayen zu drosseln. Doch dies gelang nicht – ganz im Gegenteil, man legte dem FSV ein weiteres Ei ins Nest, wieder war es Mayens Kapitän Eirich, der für eine deutliche 2:6 Führung sorgte. Man düpierte regelrecht den Hausherr – der aber immer noch trotz hohem Rückstand alles auf dem Platz abrief. Für ein weiteres Tor – oder besser gesagt für eine Ergebniskorrektur, sorgte Tarforsts Phillip Hermes, der zehn Minuten vor Schluss via Freistoß unhaltbar auf 3:6 verkürzte. Nun durfte aufseiten des TuS Mayen aber jeder Mal. Distelrath erhöhte in der 85. Minute auf 3:7 sowie zwei Minuten später war es Routinier Stephan Schikora – der den Torreigen vollenden konnte und mit dem 3:8 für einen deutlichen Endstand sorgte.

Das unvergessliche und am Ende tragische Pokal-Abenteuer des FSV war passé. Die Pokalträume wurden trotz Kampf und Leidenschaft mit acht schmerzhaften Toren begraben. Nun hangen auch die Köpfe der Hausherren – wohl nicht nur wegen der Niederlage, sondern viel mehr, weil man neunzig Minuten lang an seine Leistungs-Grenzen ging, drei wunderschöne Tore schoss und dennoch keinen Sieg und den damit verbundenen Halbfinaleinzug ernten konnte. Hätte Tarforst das Halbfinale damals erreicht – so wäre es zum großen Stadt-Derby gegen den damaligen Regionalligisten SV Eintracht Trier gekommen. Der Pokal hat eben seine eigenen Gesetze – mal in jubelnder und mal in trauriger Manier. André Mergener

 

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Teil 4: Volle Hütte, Rekord geknackt

Dienstag, 26 Mai 2020 10:46

Volle Hütte, Rekord geknackt

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Wenn sich die Parkplatzsuche als schwer bis unmöglich gestaltet – eine lange Warteschlange sich vor dem Eingang tummelt, der eigentliche Anstoß aufgrund des Andrangs nach hinten verschoben werden muss, dann ist in Tarforst meist wirklich etwas los.

Freitagabend – 10. Oktober 2015, leicht laues Lüftchen und der 10. Spieltag der Fußball-Rheinlandliga-Saison 15/16. Zu Gast war die SG Schoden – damals noch euphorischer Aufsteiger in Deutschlands höchste Verbandsklasse. Die Truppe von der Saar brachte nämlich nicht nur eine dynamisch muntere Mannschaft in den Trierer Höhenstadtteil mit – sondern auch reichlich Anhang. Die Ränge füllten sich stetig. Kaum noch Platz und ein Durchkommen gar unmöglich – zählte man am Ende unglaubliche 800 Zuschauer. Der Rekord im Hause des FSV von einst 600 war geknackt. Die Kulisse einzigartig und traumhaft zugleich – konnte es jetzt nur noch sportlich mit einem Derby der besonderen Art getoppt werden.

Beide Teams brannten auf dieses Prestige-Duell. Schon im Vorfeld schaukelte man dieses Unterfangen auf allen Plattformen an. Hitzig sollte es werden – nicht nur auf dem Platz, sondern auch auf den Rängen, die kaum sichtbare Lücken zugelassen haben. Man kuschelte sich demnach mit reichlich Emotionen warm. An diesem Abend wohl keine große Kunst – da auch das Spiel bereits schon in den ersten Minuten eine gesunde Würze pflegte.

Nach nur zwei Minuten ein Abseitstor in den heimischen Farben – wirkten beide Teams jedoch sehr konzentriert und ließen im eigenen Sektor rein gar nichts anbrennen. Obwohl sich der Spielfluss relativ ausgeglichen zeigte – ging die Heimelf nach einer Viertelstunde mit 1:0 in Führung dank einem starken Kopfballtor von Nicola Rigoni, der anschließend seinen allseits bekannten ''Ohrenschrauber-Jubel'' selten vor solch einer gut besuchten Kulisse aufs Parkett legen konnte. Der FSV lag in Front – jedoch nicht lange, da Schoden reichlich Druck entfachte und nach einer halben Stunde schließlich durch einen verwandelten Foulelfmeter von Lukas Kramp zum 1:1 ausgleichen konnte. Die Ränge feuerten ihr Team jeweils gehörig an. Die heimische Heide bebte – manch Kühe schauten verwundert Richtung Rasenplatz, den man so in der Vergangenheit noch nie erlebt hat. Es bäumte sich ein Hexenkessel auf – dass Bier floss, die Stimmung jedoch friedlich aber euphorisch, konnten beide Teams aber trotz rosiger Fußball-Atmosphäre kein weiteres Tor mehr erzielen. Die beiden Abwehrbollwerke standen sicher – eine Punkteteilung rückte somit immer näher, obwohl man Chancen und das in allen Farben, noch reichlich zählte.

Doch am Ende sollte kein Tor mehr fallen. Man war zufrieden. Eine starke Kulisse – ein ordentliches und faires Ergebnis, dass man so in Schoden und auch in Tarforst nicht mehr vergessen wird. Es war ein besonderes Spiel. Mehr als Fußball – mehr als Emotionen, mehr als Derby. Unvergessen wurde damals der Zuschauerrekord in Trier-Tarforst geknackt. Ein Erlebnis nicht nur für Spieler und Trainer – sondern auch der Rest vom glorreichen ''Schützenfest'' genoss diesen besagten Freitagabend im goldenen Oktober in allen Zügen. Das ist Fußball – wie er leibt und lebt. André Mergener

 

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Unbenannt 1 1 Fotor

Trotz der Corona-Krise und des daraus resultierten Saison-Abbruchs – drehen sich die Zahnräder hinter den Kulissen aber nahtlos weiter und das in einem gesunden Takt. Die Kaderplanung mit Blick auf die kommende Saison – für den FSV zudem die ''Elfte'' in Folge in der Rheinlandliga, nimmt allmählich Konturen an und darf schon jetzt einiges in Stein meißeln.

Noch vor wenigen Tagen erfolgte das erste offizielle Training nach der Corona-Pause Mitte März. Eine Einheit unter strengen Auflagen – wo sich der Fußball nicht wie üblich leidenschaftlich entfalten konnte. Drei bis vier weitere ''Einheiten'' sind zudem noch geplant – ehe sich der FSV dann in die Sommerpause verabschiedet, die wohl Mitte Juni ihren Anfang nehmen wird.

Doch auch wenn der Fußball im Spielbetrieb wahrscheinlich noch bis Anfang September – zumindest im Wettkampfmodus, ruhen wird, laufen abseits des Rasens aber dagegen schon wichtige Entscheidungen zusammen. Der Großteil der Mannschaft bleibt – freut sich das Trainerteam besonders, dass nicht nur intern intensive Gespräche führt und auch noch führen wird, sondern auch die Fühler jenseits der FSV-Plätze ausstreckt und potenzielle Neuzugänge anwirbt.

Aktuell führen die Trierer Höhenkicker sieben Abgänge. Lukas Herkenroth – jüngst noch für das Amator des Monats nominiert, zieht es zum Bezirksliga-Aufsteiger FSG Ehrang/Pfalzel. Ins benachbarte Luxemburg wandern mit Pajtim Gashi – Julian Schmitz und Luca Sasso-Sant,DSC00187 gleich drei Akteure aus. Während Schmitz und Gashi zum CS Grevenmacher wechseln – verschlägt es Sasso-Sant zu Union Mertert/Wasserbillig. Torwart Sebastian Dahm und Yanick Lackas hören zudem aus gesundheitlichen und beruflichen Gründen auf. Ein rot-weißes Trikot zieht sich dagegen Matthias Heck ab der kommenden Saison über – der die Bezirksliga-Mannschaft des SV Rot-Weiß Wittlich verstärken wird. Ferner den Verein verlassen wird Co-Trainer Michael Fuchs (im rechten Bild links neben Chef-Trainer Holger Lemke), der aus familiären bzw. privaten Gründen seine 11-Jährige FSV-Vita an den Nagel hängen wird. Bezüglich eines Nachfolgers ist allerdings noch nichts in trockenen Tüchern (mehr Infos zum Abgang von Michael Fuchs folgen gesondert). Den Verein zwar nicht verlassen – jedoch in die zweite Mannschaft rücken wird FSV-Urgestein Thorsten Oberhausen, der aus beruflichen Gründen im Fußball etwas kürzertreten muss.

Spruchreif und das gleich im dreifachen Stil – verstärken im Gegenzug Luca Quint (Bild links), Kevin Noll (Bild rechts) und Ayman Habbouchi (Bild Mitte) den FSV ab der kommenden Spielzeit. Mit Habbouchi – der seinen Platz in der Abwehr pflegt, kehrt quasi ein FSV-Eigengewächs zurück, der sich erst in der heimischen A-Jugend und anschließend in der A-Jugend von Eintracht Trier stetig weiterentwickeln konnte. Ebenfalls aus der Eintracht-Schmiede wechselt mit Luca Quint ein weiteres Abwehr-Talent in den Trierer Höhenstadtteil. Mit erst 19 Jahren durchlief Quint alle Stationen der 05er und bringt nicht nur Talent, sondern auch eine gewaltige Entwicklung mit nach Trier-Tarforst. Die Torwart-Position neben Keeper Yunus Akgül – nimmt zudem künftig Kevin Noll ein. 18 Jahre erst alt – kickte der talentierte Schlussmann erst in der A-Jugend der DJK St. Matthias Trier, ehe er anschließend in die Eintracht-A-Jugend wechselte und zuletzt für die JSG Saarschleife auflief.

Ein namhaftes Trio demnach künftig in den heimischen Farben – werden parallel aber auch noch weitere Gespräche geführt. Intensiv und vertraut – drehen sich die Zahnräder somit weiterhin im gesunden Takt und versprechen schon jetzt wieder einen starken und jung dynamischen Kader.

andreas gouverneur 228903 1„Wir sind natürlich weiterhin bemüht – den Kader qualitativ noch mit dem ein oder anderen Spieler zu erweitern, die Gespräche laufen diesbezüglich ziemlich gut. Wir werden an unserer Philosophie festhalten und freuen uns – mit einem jungen und motivierten Team in die nächste Saison zu gehen, wann auch immer diese startet“, untermauert der stellvertretende Fußball-Abteilungsleiter Andreas Gouverneur (Bild links).

Unklar ist bis dato noch wie sich die bevorstehende Sommervorbereitung gestalten wird. Auflagen bezüglich der Corona-Krise wird es geben – hofft man jedoch Mitte Juli wieder ins relativ ''normale'' Trainings-Geschehen eingreifen zu können. Wie streng die Auflagen dann sein werden ist noch unklar. Zumindest ist man sich sicher – dass der reguläre Spielbetrieb nicht vor September starten wird, da das Veranstaltungsverbot noch bis zum 31. August seine Gültigkeit pflegt.

Der gewohnt leidenschaftliche Fußball bleibt somit weiterhin auf Abwegen. Ein Training unter strengen Auflagen wird zumindest vorerst auch in Folge den ungewollten Platz einnehmen. Kein Grund jedoch abseits die Feder niederzulegen. Hinter den Kulissen wird mächtig gearbeitet – verhandelt, begrüßt und verabschiedet. Die rollende Kaderplanung ist noch nicht passé. Der FSV ist tüchtig – um auch in der elften Rheinlandliga-Saison in Folge, als ''Liga-Dino'' wieder eine starke Rolle einnehmen zu können. André Mergener

Donnerstag, 21 Mai 2020 10:03

Meister am grünen Tisch, Aufstieg fraglich

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Knallende Sektkorken – Aufstiegsshirts, reichlich Jubel und Freudentränen zugleich. So ähnlich sieht es meist bei Aufstiegsfeiern aus. Der Kater anschließend noch weit bis in die Sommerpause hinein – soll dieser Moment schließlich im Gedächtnis allen stets verankert bleiben.

Doch im Lager der heimischen Fußball-Frauen-Mannschaft feiert man zweigeteilt. Als Tabellenführer der Bezirksliga-West dominierte man bisher in allen Belangen die Liga und stünde nun – mit Hilfe des coronabedingten Saisonabbruchs, als Aufsteiger in die Rheinlandliga fest.

Sportlich hätte man gerne die erfolgreiche Runde zu Ende gespielt. Da ist man sich im Kollektiv einig. Menschlich passte es an allen Ecken – trug man mit Harmonie und Leidenschaft so machen Punktesegen ins heimische Nest. Starke Spiele wurden bestritten – harte Kämpfe gewonnen und auch Rückschläge steckte man professionell in die eigene Tasche. „Wir sind ziemlich stolz – dass wir uns so lange auf dem ersten Tabellenplatz halten konnten. Das untermauert die Stärke und den Willen meiner Damen aufs Neue und gibt Mut für die Zukunft“, lobt Damen-Coach Steffen Hilmer rückblickend.

52445453 10156916885808903 8910219421478289408 nDoch die Freude hält sich aus Gründen der Corona-Pandemie in Grenzen. Der Fußball schweigt und macht demnach auch eine Fortsetzung der aktuellen Saison für unmöglich. Jüngst entschied sich der Verband nun für einen Saisonabbruch – die richtige Entscheidung, wie auch Hilmer bekundet: „Sicherlich hätten wir alle sehr gerne weitergespielt. Doch die ernste Lage rund um das Virus machte es schwierig – unter diesen Umständen für eine Fortsetzung zu plädieren. Von daher bin ich auch froh – dass der Verband letztendlich so entschieden hat. Für meine Mannschaft tut es mir natürlich sehr leid. Wir hätten uns so gerne sportlich als Meister gekürt – und eine bisher schon starke Saison am letzten Spieltag bestätigt.“

Neben einem weinendem Auge – blinzelt aber auch mit freudigem Anschein, ein lachendes Auge hervor. Der Aufstieg wäre trotzdem sicher in der Tasche – wenn man ihn dann auch antreten würde. Denn genau dort liegt die große Frage begraben – die auch Steffen Hilmer zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beantworten kann und auch will: „Das Thema Aufstieg ist momentan eine sehr schwierige Frage – die wir uns alle im Verein und im Team stellen. Wir müssen abwägen ob wir es wirklich wollen – da wir auch in der kommenden Saison eine komplett neue Mannschaft haben werden. Viele Leistungsträger haben uns schon lange im Vorfeld bekundet – unter diesem Aufwand nicht mehr für die FSG spielen zu können. Somit müssten wir erstmal alle diese Abgänge kompensieren – und das ist in meinen Augen auch nicht ganz einfach. Hinzu kämen weitere Fahrten – wo auch die Zeit jeder einzelnen Spielerin auf dem Prüfstand stünde. Unterm Strich ist es eine sehr schwierige Entscheidung – mit der wir uns noch etwas Zeit lassen wollen. Sicherlich reizt ein Aufstieg und eine neue Liga schon – nur man muss auch halt abwägen, welche neuen Probleme dann wieder auf einen warten“, erklärt Hilmer die nicht ganz einfache Situation.

Auch Hilmer selbst wird ab der kommenden Saison – ganz egal ob Bezirks- oder Rheinlandliga, der Frauen-Elf nicht mehr als Trainer zur Verfügung stehen. Er wird dort künftig die Rolle des Koordinators38926282 10156481557378903 6477252849251123200 o einnehmen – wichtige Entscheidung mittragen, jedoch abseits der Seitenlinie. Sein Amt als Jugendleiter und Trainer der B1 wird Hilmer aber noch weiterhin ausüben. „Meine Reise als Damen-Trainer ist beendet – werde diesem Team aber weiterhin in einer Art Beraterrolle zur Verfügung stehen. Somit liegt ein weiteres Hindernis vor uns – dass sich Trainersuche nennt. Auch hier müssen wir erstmal die Fühler ausstrecken und abklären – welche Person in den Verein und auch zum Team passt. Aber ich bin positiv gestimmt – dass wir für diese Position den oder die Richtige finden werden“, gab Hilmer optimistisch zu Protokoll.

40406638 10156521289358903 5837324695199809536 oWas bleibt ist einfach die quälende Frage nach einem möglichen Aufstieg. Man grübelt – möchte aber stets in der Realität verankert bleiben, wie Steffen Hilmer abschließend betont: „Sollten wir den Aufstieg antreten – bräuchten wir ein konkurrenzfähiges Team, was wir aktuell nicht aufbieten können, blicken wir auf unsere Abgänge. Nehmen wir den Aufstieg in Kauf – wollen wir ja nicht direkt wieder gegen den Abstieg spielen, sondern uns als gute Truppe in dieser neuen Liga festbeißen. Und genau da haben wir derzeit auch unsere Zweifel – dass wir das alles im Sinne aller nicht stemmen können. Noch ist die Entscheidung aber nicht gefallen. Wir lassen uns Zeit und werden alles stets mit einem sehr realistischen Blick betrachten. Ich bin mir aber sicher – dass wir am Ende auch die richtige Entscheidung treffen werden.“

Somit gilt es weiterhin abzuwarten und die Gedanken noch einmal Revue passieren zu lassen. Es war die zweite starke Saison in Folge im Bund der vereinten aus Kernscheid und Tarforst. Neben einer tadellosen Leistung auf dem Platz – machte man aber auch abseits des Rasens eine sehr professionelle Figur. Das Kollektiv passt zusammen und notierte schon früh seit Gründung der FSG reichlich Erfolge. Die frühzeitige Meisterschaft dank Corona ist zwar erfreulich – wenn auch mit einem leicht bitteren Beigeschmack. Was bleibt ist jedoch die Tatsache – dass man sich bis zu diesem Augenblick, aus eigener Kraft an die Tabellenspitze gezogen hat. Eine Leistung die stolz macht und Mut für die Zukunft geben könnte. Das Projekt einer gemeinsamen FSG ist aufgegangen. Man fand sich – man spielte Fußball, feierte Erfolge, steckte Rückschläge bestens weg und dominierte nicht nur sportlich, sondern auch menschlich. Das Projekt ist noch lange nicht am Ende. Nach Corona soll es wieder weitergehen – so wie man sie kennt und liebt, dass Frauenteam aus Kernscheid und Tarforst, ganz egal in welcher Liga. André Mergener

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Gesperrte Duschen und Umkleiden – ein strenges Kontaktverbot und trotzdem absolvierte Fußball-Rheinlandligist FSV Trier-Tarforst am frühen Dienstagabend unter Auflagen das erste offizielle Mannschaftstraining nach der coronabedingten Spielpause Mitte März.

Ungewohnt und doch vertraut – betraten die Trierer Höhenkicker am sonnigen Dienstagabend den Kunstrasenplatz am heimischen Trimmelter Hof. Schon startklar und in voller Trainingsmontur – traute man sich wieder, wenn auch zaghaft, an den Ball, der seit 68 Tagen endlich wieder im Trainingsstil rollte

97812151 2920920781324793 7638245954616819712 oZumindest herrscht Klarheit in puncto Saison. Wie der Fußallverband Rheinland jüngst mitteilte – wurde die aktuelle Runde mit sofortiger Wirkung abgebrochen. Der Erstplatzierte darf aufsteigen – Absteiger dagegen wird es keine geben. Die richtige Entscheidung – wie auch Chef-Trainer Holger Lemke unterstreicht: „Grundsätzlich halte ich es für die richtige Entscheidung die vom Verband getroffen wurde. Man hätte ja quasi weiterhin in der Luft gehangen und nicht gewusst – wann es wieder weitergehen könnte. Von daher bin ich über diese Entscheidung froh – da man sich jetzt nun voll und ganz auf die kommende Spielzeit vorbereiten kann.“

Und trotzdem war das erste Training anders. Die strengen Auflagen immer stets in der Hinterhand – kickte man mit geltendem Abstand. Kein Abklatschen – kein enger Körperkontakt, Training geht98346728 2920921031324768 7073915323828666368 o anders, da war man sich im coronageplagten Kollektiv einig.

Ein etwas anderes Programm als üblich – wo der Spaß, weniger der Ernst, im Vordergrund stand. Das Training war freiwillig und dennoch waren die meisten – nur wenige fehlten berufsbedingt, anwesend. An der ersten Station – die große Händedesinfektion, mussten quasi alle vorbei. Erst dann durfte man sich mit genügend Abstand auf den Zuschauerrängen umziehen.

Das Sportliche war letztendlich der schwierigen Situation bestens angepasst. Ein breites Aufwärmen – alle hielten sich auch brav an den 2-Meter-Abstand, galt es als erstes zu meistern, ehe Fußballtennis, Passübungen und Co., dass erste Training schließlich abgerundet haben. Kopfbälle und den Ball mit den Händen anfassen waren ebenfalls tabu. Aber auch an diese Auflage hielten sich alle sehr professionell. Die Jungs lachten trotz Einschränkung. Fast wie in alten Zeiten – wo man Fußball noch unbeschwert spielen konnte. „Sicherlich war es anders als man es bisher gewohnt ist. Doch wir müssen uns an die Vorgaben halten – und ich finde, dass der Verein dies auch sehr gut umgesetzt hat. Trotz diversen Einschränkungen hatte ich aber trotzdem das Gefühl – dass meine Jungs wieder froh waren zusammen trainieren zu können. Das Wir-Gefühl stand für mich im ersten Training ganz oben – und ich denke, dass ist uns auch sehr gut gelungen“, resümiert Chef-Trainer Holger Lemke das erste Aufbäumen nach der Corona-Zwangspause.

98475579 2920921504658054 2422278455916756992 oTrainiert werden darf jeweils nur einmal die Woche – ebenfalls eine Auflage, die zur Umsetzung aufruft. Für die Trierer Höhenkicker stünde der Dienstag demnach im Fokus – jedoch unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Bis zur Sommerpause – die Lemke seinen Jungs auch verspricht, soll noch mindestens drei- bis viermal unter diesen Umständen trainiert werden, wie der Ex-Profi klarstellt: „Der Trainingsplan aller Mannschaften ist klar strukturiert und auf eine Stunde begrenzt. Ich denke wir können uns noch drei- bis viermal treffen – ehe meine Jungs dann auch Mitte Juni in die Sommerpause gehen können. Mitte Juli – sofern die Virus-Lage sich nicht wieder verschlechtert, würden wir dann in die rund sechswöchige Vorbereitungsphase zur neuen Saison starten, die dann wohl Anfang September starten könnte. Es ist jedoch nichts in Stein gemeißelt – sodass alle Aussagen noch unter Vorbehalt getroffen werden müssen. Wir rechnen nämlich auch damit – dass die komplette Vorbereitung unter strengen Auflagen erfolgen wird“.

Eine Zeit – alles andere als fußballfreundlich. Und dennoch nimmt man die Krise an und versucht wie so oft – das Beste daraus zu machen. Der Optimismus überwiegt – auch im Lager des FSV, der zumindest ein wenig wieder in gewohnter Umgebung trainieren kann. André Mergener

Samstag, 16 Mai 2020 13:36

Saison-Abbruch offiziell bestätigt

geschrieben von

01 fvr

Weißer Rauch über der Schaltzentrale am Koblenzer Oberwerth – die Entscheidung ist gefallen. Nach Wochen des Grübelns – wie man die aktuelle Saison, die aufgrund der Corona-Krise Anfang März unterbrochen wurde, beenden würde, sprach der Fußballverband Rheinland nun das letzte Wort und entschied sich in Abstimmung mit Beirat und Vereinsvertretern dafür, die Spielzeit 2019/2020 abzubrechen.

Für Fußball-Rheinlandligist FSV Trier-Tarforst ist die Saison passé. Die Corona-Krise macht es möglich – die Leidenschaft am runden Leder womöglich bis Anfang September ruhen zu lassen. Dabei wurde lange diskutiert – ob es eine Saisonverlängerung oder gar einen Abbruch geben wird. Zahlreiche Videokonferenzen zwischen Verband und Vereinsvertretern wurden geführt – am Ende war man aber auch nach diesen Cyber-Gesprächen nicht wirklich schlauer. Erst eine digitale Umfrage – die seitens des FVR an alle 614 aktiven Vereine via Email geschickt wurde, brachte eine deutliche Meinung ins Rollen, die letztendlich in die abschließende Entscheidung des Verbands eingeflossen ist.

So votierten die teilnehmenden Vereine mit 83,5 Prozent für einen direkten Abbruch der bisher unterbrochenen Saison. Nur 16,5 Prozent dagegen plädierten für eine Fortführung. Die Umfrage-Beteiligung datierte 67,7 Prozent. „Nach mehrfachem Austausch mit vielen Vereinen – auch im Rahmen unserer Online-Dialoge, haben wir solch ein Ergebnis in etwa erwartet. Das Resultat spiegelt die Meinung der Vereinsvertreter aus den Dialogen wider“, gab FVR-Präsident Walter Desch jüngst auf der verbandseigenen Homepage bekannt.

Nun wurde entschieden – der FVR-Beirat hatte das letzte Wort und gab der Mehrzahl jener Umfrage ein tragendes Übergewicht. In den jeweiligen Ligen selbst sollen nach der Entscheidung des Verbands die aktuellen Tabellenersten aufsteigen. Sportliche Absteiger wird es keine geben. Dies würde demnach auch für Tarforsts Zweitvertretung gelten – die zwar mit vier Punkten den letzten Tabellenplatz in der Kreisliga-A Trier/Saarburg pflegt, dank des Corona-Abbruchs jedoch ''gerettet'' wäre. „Selbstverständlich werden wir diese Chance wahrnehmen. Wir sind die zweite Mannschaft einer Rheinlandliga-Elf und es ist am idealsten dann in der höchstmöglichen Kreisklasse anzutreten“, bekundet Zwote-Coach Daniel Will

Für die Rheinlandliga-Truppe dagegen fließt die Entscheidung ohne bitteren Beigeschmack ins heimische Fass. Platz dreizehn und dreiundzwanzig Punkte im Gepäck – blickt man demnach sorgenfrei bereits schon auf die kommende Saison – die sofern das Virus samt Auflagen es zulassen, Anfang September in die Vollen gehen kann. Bisher laufen die Planungen auf Hochtouren und ein Großteil der Mannschaft gab bereits schon die Zusage für eine weitere Saison im Tarforster Trikot. Inwieweit ein Training in den kommenden Tagen bzw. Wochen und Monaten wieder möglich ist – muss erst geprüft werden. Bislang sind zwar leichte Einheiten wieder möglich – jedoch mit Kontaktverbot, wie es die aktuelle Hygiene-Verordnung des Landes Rheinland/Pfalz vorgibt. Somit bleibt der gewohnte Trainingsbetrieb im Fußball weiterhin im Wartemodus – auch wenn man den Blick hoffnungsvoll wieder in Richtung Zukunft richten kann. Solange wird die Individualität jedes einzelnen Spielers also weiterhin groß geschrieben – für sich selbst verantwortlich die Vorgaben des Trainerteams aus der Ferne umzusetzen. Bisher machte der FSV auch eine sehr professionelle Figur – der zwar das Kicken am Ball vermisst, mit der Krise aber stets verantwortungsvoll umgeht.

Die vorstehenden Regelungen gelten demnach mit der Maßgabe auch für den kompletten Jugendspielbetrieb – dass der Verbandsjugendausschuss für die folgende Spielzeit in Absprache mit den Kreisen die Neueinteilung der Staffeln vornehmen wird. Dabei können zur Ermittlung von Aufsteigern nach Wiederaufnahme des Spielbetriebes Relegationsspiele nach § 7 Nr. 1 d, e SpielO durchgeführt werden. Daran kann bei Verzicht des Tabellenersten der jeweilige Tabellenzweite und bei dessen Verzicht der Tabellendritte teilnehmen. Ferner unterstreicht der FVR – dass hinsichtlich der Saison 2020/21 sowohl für Senioren-, Frauen-, Juniorinnen- als auch Junioren-Betrieb keine Regelungen festgelegt wurden, da derzeit noch völlig offen ist, wann der Spielbetrieb unter Berücksichtigung der jeweils geltenden Verordnung des Landes Rheinland-Pfalz wieder aufgenommen werden darf. Demnach kann bezüglich des Saisonbeginns und damit auch in Bezug auf einen eventuell zu verändernden Spielmodus – zum aktuellen Zeitpunkt, keine endgültige Entscheidung getroffen werden. Weitere Infos und Stimmen aus dem Verein folgen in den kommenden Tagen. (am)

 

Hier geht’s zur offiziellen Pressemitteilung des Fußball-Verbands Rheinland

 

Alle Infos zu den Corona-Regeln innerhalb des Vereins, gibt es auf unserer Corona-Spezial-Seite zu lesen

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Ein heißes Treiben inmitten eines sonnigen Mai-Sonntags. Es war der 20. Mai 2012. Die Sonne brannte gnadenlos auf den Kunstrasenplatz am heimischen Trimmelter Hof nieder – als sich mit Tarforst und Mehring zwei Teams gegenüberstanden, die dem Begriff Lokal-Derby mit aller Macht Leben einhauchten.

Auch auf den Rängen stand man eng beieinander. Kaum noch Platz zwischen den einzelnen Stufen – notierte man am Ende mit 600 Zuschauern den zweithöchsten Zuschauerrekord im Hause des FSV.

Aber auch sportlich erwartete man so einiges. Einen Underdog gab es nicht – höchstes ein mit Spannung erwartendes Bruderduell der beiden Fleck-Brüder, die oft vereint, an diesem Tag jedoch in unterschiedlichen Trikots sich gegenüberstanden. Stefan Fleck aufseiten des FSV – sein Bruder Michael lief für Mehring auf. Hitzige Worte bereits schon im Vorfeld – der Kampf war geladen, dass Spiel begann und nahm schon gleich zu Beginn mächtig an Fahrt auf.

tarforst mehring 007Bereits nach acht Minuten bildeten die Trierer Höhenkicker schon die erste Jubeltraube des Spiels – nachdem Patrik Kasel, am Ende der Saison wurde er zudem Torschützenkönig der Fußball-Rheinlandliga, mit dem 1:0 den Torreigen für sein Team eröffnete (8.). Hartgeführte Minuten folgten – ehe Mehring unmittelbar vor dem Pausenpfiff schließlich für eine kurzzeitige Wende sorgte. Erst glich Michael Fleck zum 1:1 aus (38.) – anschließend traf Achmed Boussi (44.) zum 1:2 aus Sicht der Tarforster und brachte seinen SVM zumindest für eine Minute lang eiskalt in Front. Denn die Führung der Gäste hielt im Hause des FSV nicht lange stand. Patrik Kasel – wieder trumpfte er vor dem Tor in Höchstform auf – netzte ein zum 2:2-Ausgleich und stellte die Uhren somit wieder auf Null.

Doch nach dem Seitenwechsel – beide Teams tankten in der Kabine reichlich Selbstvertrauen, erhaschten die Gäste von der Mosel zunächst den besseren Start in die zweite Spielhälfte. Tarforst gedanklich wohl noch abseits des Platzes – gelang dem SV Mehring, damals noch unter der sportlichen Leitung von Thomas Schmitt, ein torreicher Doppelschlag. Erst gelang Michael Fleck nur zwei Minuten nach Wiederanpfiff mit dem 3:2 die erneutetarforst mehring 004 Führung – anschließend traf auch Dominik Kohl (54.), der mit dem 4:2 aus Sicht der Gäste die Hausherren zunächst verstummen ließ.

Denn erst nach einer Stunde entsendet auch Tarforst wieder ein starkes Lebenszeichen – und das im Herzschlag von Goalgetter Patrik Kasel, der mit dem Treffer zum 3:4-Anschluss gemeinsam mit seinem Team wieder neue Hoffnung schöpfte (60.). Drei Minuten später schlugen die Trierer Höhenkicker nämlich erneut zu – dieses Mal in Person von Florian Weirich, der keck und mit Maß zum 4:4-Ausgleich einschob (63.).

Besonders die Schlussminuten genossen eine Spannung mit erhöhtem Puls. Ein offener Schlagabtausch entwickelte sich. Der Fight schraubte sich auf beiden Seiten zur Höchstform. Spätestens nach der erneuten Führung der Hausherren – wieder traf Patrik Kasel, der seinen FSV mit dem 5:4 ''fast'' auf die Siegerstraße brachte (77.), kochten auch die Emotionen auf den Rängen über. Ein Sieger lag noch fern – denn auch Mehring gab weiterhin Vollgas und dachte keineswegs ans Aufgeben. Schließlich wurde die gute Moral der Moselaner fünf Minuten vor Schluss belohnt – nachdem André Weinberg mit dem 5:5-Ausgleich für einen torreichen und vergesslichen Endstand sorgte.

Die Punkte wurden zwar geteilt und trotzdem flossen nach Spielende die Tarforster Tränen. Doch nicht wegen dem Ergebnis – viel mehr weil ein ganz Großer die heimische Fußball-Bühne verlassen hat. Markus Schwind – über Jahre hinweg die Nummer eins im FSV-Gehäuse gewesen, absolvierte beim 5:5 gegen Mehring sein letztes Spiel im Trikot des FSV Trier-Tarforst. „Niemals geht man so ganz“ schallte über die Lautsprecher der Sportanlage – als selbst bei Schwind gefühlsmäßig alle Dämme brachen. Ein großes Banner – vom Team einst kreiert, notierte die Aufschrift „DANKE SCHWINNI“. Von den Rängen gab es reichlich Applaus für einen ganz großen Sportsmann. Er war der Rückhalt des FSV – ein Schutzschild mit reichlich Talent und Wille, der nun damals wehmütig für immer seine Torwarthandschuhe an den Nagel hing. Noch heute erinnert man sich gerne an diesen besagten Mai-Sonntag zurück – wo nicht nur die Sonne gnadenlos strahlte, sondern auch Gefühle und Emotionen kein Halten mehr fanden. André Mergener

 

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