Mittwoch, 21 September 2022 22:35

Bitteres „Bergfest“ in Salmrohr

geschrieben von André Mergener / Bildrechte: Wolfgang Ziewers

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Links ein Bauernhof – rechts ein Acker und in der Mitte ein Tarforster Tross, der am späten Mittwochabend im Rahmen einer Englischen Woche auswärts  dem FSV Salmrohr deutlich mit 1:4 unterlag.

Anfangs agierten die Trierer Höhenkicker noch mutig und stolz nach vorne. Offensiv versuchte man Salmrohr schon früh im Spiel in Bedrängnis zu bringen – wenn auch ohne Erfolg. Die erste gute Gelegenheit für die Gäste aus Trier-Tarforst hagelte nämlich schon nach dreißig Sekunden vor dem Salmrohrer Tor nieder – als ein guter Angriff der Tarforster von Nicola Rigoni auf Nico Neumann verlängert wurde. Neumann suchte den Abschluss – hatte augenscheinlich wohl auch ein freies Schussfeld, doch der Ball wurde im letzten Moment von der Abwehr noch geblockt. Alles sah bisher nach einem starken Start der Gäste aus. Salmrohr ließ gewähren – lauerte aber mit scharfem Blick und wartete auf einen Fehler der Höhenkicker. Nach sechs Minuten wurde das Warten schließlich belohnt – als der Oberliga-Absteiger nach einem Tarforster Ballverlust zum Gegenschlag ausholte, den ersten Torschuss wagte und sogar mit dem Führungstor zum Erfolg fand, dass Noah Wrusch mühelos über die Tarforster Torlinie drückte (6.). Tarforst hingegen machte es dem Platzhirsch phasenweise zu leicht. Man lud Salmrohr oft zum Gegenangriff ein. Und wenn der einstige Zweitligist mal einen Sprint einlegte – kamen die Tarforster nur mühsam hinterher. Begleitet wurden die Trierer Vorstädter immer wieder von Ballverlusten und Fehlpässen. Salmrohr roch natürlich Lunte – und versuchte weiterhin das Spiel komplett an sich zu reißen. Nach elf Minuten die nächste dicke Möglichkeiten den Torreigen zu erweitern – als wiederum Wrusch einen Abschluss wagte, dieses Mal aber in Tarforsts Keeper Luca Merling seinen Meister fand. Die Nadelstiche der Dorf-Elf waren gefährlich. Immer wieder ließen die Salmrohrer die Tarforster kommen – immer wieder setzte man zum Konterangriff an. Nach knapp einer halben Stunde durfte aber auch der FSV Trier-Tarforst noch einmal – als Adrian Ziewers mit einer zielgenauen Flanke Mohammad Rashidi über rechts schickte, der anschließend in Richtung des Strafraums auf Benjamin Arnold verlängerte. Arnold selbst erhaschte eine gute Position – nahm Maß, lenkte aber den Ball nur haarscharf neben das Tor (25.). Kurz vor der Pause erhöhte Salmrohr schließlich auf 0:2 – als Oliver Mennicke nach einem Tarforster Ballverlust für einen recht soliden und keineswegs unverdienten Halbzeitstand sorgte (41.).

So richtig wach waren die Trierer Höhenkicker aber auch nicht nach dem Seitenwechsel. Salmrohr spielte keineswegs überstark. Kein Spiel eines Topteams – und dennoch führten sie die Tarforster vor, die ihr eigenes Spiel einfach zu schwer aufgezogen haben. Ungenaue Pässe – Abstimmungsfehler und das dritte Tor aus Salmrohrer Produktion, dass Hendrik Thul nach einer Stunde ins Tarforster Gehäuse einschieben konnte (60.). Sechs Minuten später wurde es richtig bitter für den FSV aus Tarforst – der schließlich das vierte Tor der Hausherren, erzielt durch Marvin Munzel, hinnehmen musste (66.). Augenscheinlich hatten die Gäste aber ihren Kampf dann doch noch nicht aufgegeben. Zwar suchte man nach vorne immer wieder eine Lücke – betrieb einen läuferischen Aufwand, doch auch in dieser Phase lagen Fehlpässe in eigener Stube nicht fern. Der Kampf kam zu spät – Salmrohr stand nun hinten kompakt, gelang es den Tarforstern wenige Minuten später dann doch noch zum Tor vorzustoßen, als Mohammad Rashidi nach einer Flanke von Nico Neumann aus der Distanz heraus auf 1:4 verkürzte (68.). Der Endspurt gehörte Tarforst – wenn auch defensiv weiterhin wacklig, versuchte man vorne dagegen Schadensbegrenzung zu betreiben. Zehn Minuten vor Schluss scheiterte Rigoni frei vor dem Tor an Keeper Basquit – in der Nachspielzeit war es aber auch Luca Merling, der seine Tarforster Elf vor einem fünften Tor bewahrte.

Es war die letzte Szene eines Spiels – dass man aus Sicht der Tarforster schnell vergessen möchte, die verdient und auch dieser Höhe, ihr Derby in Salmrohr mit 1:4 unterlagen. „Allgemein sind wir in Salmrohr als Mannschaft überhaupt nicht gut aufgetreten. Wir haben den Gegner überhaupt nicht ernst genommen – und das Spiel auf die zu leichte Schulter genommen. Es war eine überaus schlechte Leistung und das in allen Mannschaftsteilen. Salmrohr war nicht stark – aber wir haben sie regelrecht stark gespielt“, betont Chef-Trainer Holger Lemke, der mit seiner Elf bereits schon am Samstag (24. September) eine Wiedergutmachung anpeilt, wenn man um 17:30 Uhr die SG Ellscheid empfängt. AM


Spiel-Infos

So spielte der FSV Trier-Tarforst: Merling – Toure (59. Kssouri) – Weber – Rashidi – Rigoni – Neumann – Gorges – Arnold (64. Herrig) – Ziewers – Habbouchi – Jost (64. Daragmeh)

Tore: 0:1 (6. Wrusch) – 0:2 (41. Mennicke) – 0:3 (60. Thul) – 0:4 (66. Munzel) – 1:4 (68. Rashidi)

Schiedsrichter: Athanasios Fasoulas

Zuschauer: 180


Bilder vom Spiel
Wolfgang Ziewers

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