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Dienstag, 26 Mai 2020 10:46

Volle Hütte, Rekord geknackt

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Wenn sich die Parkplatzsuche als schwer bis unmöglich gestaltet – eine lange Warteschlange sich vor dem Eingang tummelt, der eigentliche Anstoß aufgrund des Andrangs nach hinten verschoben werden muss, dann ist in Tarforst meist wirklich etwas los.

Freitagabend – 10. Oktober 2015, leicht laues Lüftchen und der 10. Spieltag der Fußball-Rheinlandliga-Saison 15/16. Zu Gast war die SG Schoden – damals noch euphorischer Aufsteiger in Deutschlands höchste Verbandsklasse. Die Truppe von der Saar brachte nämlich nicht nur eine dynamisch muntere Mannschaft in den Trierer Höhenstadtteil mit – sondern auch reichlich Anhang. Die Ränge füllten sich stetig. Kaum noch Platz und ein Durchkommen gar unmöglich – zählte man am Ende unglaubliche 800 Zuschauer. Der Rekord im Hause des FSV von einst 600 war geknackt. Die Kulisse einzigartig und traumhaft zugleich – konnte es jetzt nur noch sportlich mit einem Derby der besonderen Art getoppt werden.

Beide Teams brannten auf dieses Prestige-Duell. Schon im Vorfeld schaukelte man dieses Unterfangen auf allen Plattformen an. Hitzig sollte es werden – nicht nur auf dem Platz, sondern auch auf den Rängen, die kaum sichtbare Lücken zugelassen haben. Man kuschelte sich demnach mit reichlich Emotionen warm. An diesem Abend wohl keine große Kunst – da auch das Spiel bereits schon in den ersten Minuten eine gesunde Würze pflegte.

Nach nur zwei Minuten ein Abseitstor in den heimischen Farben – wirkten beide Teams jedoch sehr konzentriert und ließen im eigenen Sektor rein gar nichts anbrennen. Obwohl sich der Spielfluss relativ ausgeglichen zeigte – ging die Heimelf nach einer Viertelstunde mit 1:0 in Führung dank einem starken Kopfballtor von Nicola Rigoni, der anschließend seinen allseits bekannten ''Ohrenschrauber-Jubel'' selten vor solch einer gut besuchten Kulisse aufs Parkett legen konnte. Der FSV lag in Front – jedoch nicht lange, da Schoden reichlich Druck entfachte und nach einer halben Stunde schließlich durch einen verwandelten Foulelfmeter von Lukas Kramp zum 1:1 ausgleichen konnte. Die Ränge feuerten ihr Team jeweils gehörig an. Die heimische Heide bebte – manch Kühe schauten verwundert Richtung Rasenplatz, den man so in der Vergangenheit noch nie erlebt hat. Es bäumte sich ein Hexenkessel auf – dass Bier floss, die Stimmung jedoch friedlich aber euphorisch, konnten beide Teams aber trotz rosiger Fußball-Atmosphäre kein weiteres Tor mehr erzielen. Die beiden Abwehrbollwerke standen sicher – eine Punkteteilung rückte somit immer näher, obwohl man Chancen und das in allen Farben, noch reichlich zählte.

Doch am Ende sollte kein Tor mehr fallen. Man war zufrieden. Eine starke Kulisse – ein ordentliches und faires Ergebnis, dass man so in Schoden und auch in Tarforst nicht mehr vergessen wird. Es war ein besonderes Spiel. Mehr als Fußball – mehr als Emotionen, mehr als Derby. Unvergessen wurde damals der Zuschauerrekord in Trier-Tarforst geknackt. Ein Erlebnis nicht nur für Spieler und Trainer – sondern auch der Rest vom glorreichen ''Schützenfest'' genoss diesen besagten Freitagabend im goldenen Oktober in allen Zügen. Das ist Fußball – wie er leibt und lebt. André Mergener

 

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Trotz der Corona-Krise und des daraus resultierten Saison-Abbruchs – drehen sich die Zahnräder hinter den Kulissen aber nahtlos weiter und das in einem gesunden Takt. Die Kaderplanung mit Blick auf die kommende Saison – für den FSV zudem die ''Elfte'' in Folge in der Rheinlandliga, nimmt allmählich Konturen an und darf schon jetzt einiges in Stein meißeln.

Noch vor wenigen Tagen erfolgte das erste offizielle Training nach der Corona-Pause Mitte März. Eine Einheit unter strengen Auflagen – wo sich der Fußball nicht wie üblich leidenschaftlich entfalten konnte. Drei bis vier weitere ''Einheiten'' sind zudem noch geplant – ehe sich der FSV dann in die Sommerpause verabschiedet, die wohl Mitte Juni ihren Anfang nehmen wird.

Doch auch wenn der Fußball im Spielbetrieb wahrscheinlich noch bis Anfang September – zumindest im Wettkampfmodus, ruhen wird, laufen abseits des Rasens aber dagegen schon wichtige Entscheidungen zusammen. Der Großteil der Mannschaft bleibt – freut sich das Trainerteam besonders, dass nicht nur intern intensive Gespräche führt und auch noch führen wird, sondern auch die Fühler jenseits der FSV-Plätze ausstreckt und potenzielle Neuzugänge anwirbt.

Aktuell führen die Trierer Höhenkicker sieben Abgänge. Lukas Herkenroth – jüngst noch für das Amator des Monats nominiert, zieht es zum Bezirksliga-Aufsteiger FSG Ehrang/Pfalzel. Ins benachbarte Luxemburg wandern mit Pajtim Gashi – Julian Schmitz und Luca Sasso-Sant,DSC00187 gleich drei Akteure aus. Während Schmitz und Gashi zum CS Grevenmacher wechseln – verschlägt es Sasso-Sant zu Union Mertert/Wasserbillig. Torwart Sebastian Dahm und Yanick Lackas hören zudem aus gesundheitlichen und beruflichen Gründen auf. Ein rot-weißes Trikot zieht sich dagegen Matthias Heck ab der kommenden Saison über – der die Bezirksliga-Mannschaft des SV Rot-Weiß Wittlich verstärken wird. Ferner den Verein verlassen wird Co-Trainer Michael Fuchs (im rechten Bild links neben Chef-Trainer Holger Lemke), der aus familiären bzw. privaten Gründen seine 11-Jährige FSV-Vita an den Nagel hängen wird. Bezüglich eines Nachfolgers ist allerdings noch nichts in trockenen Tüchern (mehr Infos zum Abgang von Michael Fuchs folgen gesondert). Den Verein zwar nicht verlassen – jedoch in die zweite Mannschaft rücken wird FSV-Urgestein Thorsten Oberhausen, der aus beruflichen Gründen im Fußball etwas kürzertreten muss.

Spruchreif und das gleich im dreifachen Stil – verstärken im Gegenzug Luca Quint (Bild links), Kevin Noll (Bild rechts) und Ayman Habbouchi (Bild Mitte) den FSV ab der kommenden Spielzeit. Mit Habbouchi – der seinen Platz in der Abwehr pflegt, kehrt quasi ein FSV-Eigengewächs zurück, der sich erst in der heimischen A-Jugend und anschließend in der A-Jugend von Eintracht Trier stetig weiterentwickeln konnte. Ebenfalls aus der Eintracht-Schmiede wechselt mit Luca Quint ein weiteres Abwehr-Talent in den Trierer Höhenstadtteil. Mit erst 19 Jahren durchlief Quint alle Stationen der 05er und bringt nicht nur Talent, sondern auch eine gewaltige Entwicklung mit nach Trier-Tarforst. Die Torwart-Position neben Keeper Yunus Akgül – nimmt zudem künftig Kevin Noll ein. 18 Jahre erst alt – kickte der talentierte Schlussmann erst in der A-Jugend der DJK St. Matthias Trier, ehe er anschließend in die Eintracht-A-Jugend wechselte und zuletzt für die JSG Saarschleife auflief.

Ein namhaftes Trio demnach künftig in den heimischen Farben – werden parallel aber auch noch weitere Gespräche geführt. Intensiv und vertraut – drehen sich die Zahnräder somit weiterhin im gesunden Takt und versprechen schon jetzt wieder einen starken und jung dynamischen Kader.

andreas gouverneur 228903 1„Wir sind natürlich weiterhin bemüht – den Kader qualitativ noch mit dem ein oder anderen Spieler zu erweitern, die Gespräche laufen diesbezüglich ziemlich gut. Wir werden an unserer Philosophie festhalten und freuen uns – mit einem jungen und motivierten Team in die nächste Saison zu gehen, wann auch immer diese startet“, untermauert der stellvertretende Fußball-Abteilungsleiter Andreas Gouverneur (Bild links).

Unklar ist bis dato noch wie sich die bevorstehende Sommervorbereitung gestalten wird. Auflagen bezüglich der Corona-Krise wird es geben – hofft man jedoch Mitte Juli wieder ins relativ ''normale'' Trainings-Geschehen eingreifen zu können. Wie streng die Auflagen dann sein werden ist noch unklar. Zumindest ist man sich sicher – dass der reguläre Spielbetrieb nicht vor September starten wird, da das Veranstaltungsverbot noch bis zum 31. August seine Gültigkeit pflegt.

Der gewohnt leidenschaftliche Fußball bleibt somit weiterhin auf Abwegen. Ein Training unter strengen Auflagen wird zumindest vorerst auch in Folge den ungewollten Platz einnehmen. Kein Grund jedoch abseits die Feder niederzulegen. Hinter den Kulissen wird mächtig gearbeitet – verhandelt, begrüßt und verabschiedet. Die rollende Kaderplanung ist noch nicht passé. Der FSV ist tüchtig – um auch in der elften Rheinlandliga-Saison in Folge, als ''Liga-Dino'' wieder eine starke Rolle einnehmen zu können. André Mergener

Donnerstag, 21 Mai 2020 10:03

Meister am grünen Tisch, Aufstieg fraglich

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Knallende Sektkorken – Aufstiegsshirts, reichlich Jubel und Freudentränen zugleich. So ähnlich sieht es meist bei Aufstiegsfeiern aus. Der Kater anschließend noch weit bis in die Sommerpause hinein – soll dieser Moment schließlich im Gedächtnis allen stets verankert bleiben.

Doch im Lager der heimischen Fußball-Frauen-Mannschaft feiert man zweigeteilt. Als Tabellenführer der Bezirksliga-West dominierte man bisher in allen Belangen die Liga und stünde nun – mit Hilfe des coronabedingten Saisonabbruchs, als Aufsteiger in die Rheinlandliga fest.

Sportlich hätte man gerne die erfolgreiche Runde zu Ende gespielt. Da ist man sich im Kollektiv einig. Menschlich passte es an allen Ecken – trug man mit Harmonie und Leidenschaft so machen Punktesegen ins heimische Nest. Starke Spiele wurden bestritten – harte Kämpfe gewonnen und auch Rückschläge steckte man professionell in die eigene Tasche. „Wir sind ziemlich stolz – dass wir uns so lange auf dem ersten Tabellenplatz halten konnten. Das untermauert die Stärke und den Willen meiner Damen aufs Neue und gibt Mut für die Zukunft“, lobt Damen-Coach Steffen Hilmer rückblickend.

52445453 10156916885808903 8910219421478289408 nDoch die Freude hält sich aus Gründen der Corona-Pandemie in Grenzen. Der Fußball schweigt und macht demnach auch eine Fortsetzung der aktuellen Saison für unmöglich. Jüngst entschied sich der Verband nun für einen Saisonabbruch – die richtige Entscheidung, wie auch Hilmer bekundet: „Sicherlich hätten wir alle sehr gerne weitergespielt. Doch die ernste Lage rund um das Virus machte es schwierig – unter diesen Umständen für eine Fortsetzung zu plädieren. Von daher bin ich auch froh – dass der Verband letztendlich so entschieden hat. Für meine Mannschaft tut es mir natürlich sehr leid. Wir hätten uns so gerne sportlich als Meister gekürt – und eine bisher schon starke Saison am letzten Spieltag bestätigt.“

Neben einem weinendem Auge – blinzelt aber auch mit freudigem Anschein, ein lachendes Auge hervor. Der Aufstieg wäre trotzdem sicher in der Tasche – wenn man ihn dann auch antreten würde. Denn genau dort liegt die große Frage begraben – die auch Steffen Hilmer zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beantworten kann und auch will: „Das Thema Aufstieg ist momentan eine sehr schwierige Frage – die wir uns alle im Verein und im Team stellen. Wir müssen abwägen ob wir es wirklich wollen – da wir auch in der kommenden Saison eine komplett neue Mannschaft haben werden. Viele Leistungsträger haben uns schon lange im Vorfeld bekundet – unter diesem Aufwand nicht mehr für die FSG spielen zu können. Somit müssten wir erstmal alle diese Abgänge kompensieren – und das ist in meinen Augen auch nicht ganz einfach. Hinzu kämen weitere Fahrten – wo auch die Zeit jeder einzelnen Spielerin auf dem Prüfstand stünde. Unterm Strich ist es eine sehr schwierige Entscheidung – mit der wir uns noch etwas Zeit lassen wollen. Sicherlich reizt ein Aufstieg und eine neue Liga schon – nur man muss auch halt abwägen, welche neuen Probleme dann wieder auf einen warten“, erklärt Hilmer die nicht ganz einfache Situation.

Auch Hilmer selbst wird ab der kommenden Saison – ganz egal ob Bezirks- oder Rheinlandliga, der Frauen-Elf nicht mehr als Trainer zur Verfügung stehen. Er wird dort künftig die Rolle des Koordinators38926282 10156481557378903 6477252849251123200 o einnehmen – wichtige Entscheidung mittragen, jedoch abseits der Seitenlinie. Sein Amt als Jugendleiter und Trainer der B1 wird Hilmer aber noch weiterhin ausüben. „Meine Reise als Damen-Trainer ist beendet – werde diesem Team aber weiterhin in einer Art Beraterrolle zur Verfügung stehen. Somit liegt ein weiteres Hindernis vor uns – dass sich Trainersuche nennt. Auch hier müssen wir erstmal die Fühler ausstrecken und abklären – welche Person in den Verein und auch zum Team passt. Aber ich bin positiv gestimmt – dass wir für diese Position den oder die Richtige finden werden“, gab Hilmer optimistisch zu Protokoll.

40406638 10156521289358903 5837324695199809536 oWas bleibt ist einfach die quälende Frage nach einem möglichen Aufstieg. Man grübelt – möchte aber stets in der Realität verankert bleiben, wie Steffen Hilmer abschließend betont: „Sollten wir den Aufstieg antreten – bräuchten wir ein konkurrenzfähiges Team, was wir aktuell nicht aufbieten können, blicken wir auf unsere Abgänge. Nehmen wir den Aufstieg in Kauf – wollen wir ja nicht direkt wieder gegen den Abstieg spielen, sondern uns als gute Truppe in dieser neuen Liga festbeißen. Und genau da haben wir derzeit auch unsere Zweifel – dass wir das alles im Sinne aller nicht stemmen können. Noch ist die Entscheidung aber nicht gefallen. Wir lassen uns Zeit und werden alles stets mit einem sehr realistischen Blick betrachten. Ich bin mir aber sicher – dass wir am Ende auch die richtige Entscheidung treffen werden.“

Somit gilt es weiterhin abzuwarten und die Gedanken noch einmal Revue passieren zu lassen. Es war die zweite starke Saison in Folge im Bund der vereinten aus Kernscheid und Tarforst. Neben einer tadellosen Leistung auf dem Platz – machte man aber auch abseits des Rasens eine sehr professionelle Figur. Das Kollektiv passt zusammen und notierte schon früh seit Gründung der FSG reichlich Erfolge. Die frühzeitige Meisterschaft dank Corona ist zwar erfreulich – wenn auch mit einem leicht bitteren Beigeschmack. Was bleibt ist jedoch die Tatsache – dass man sich bis zu diesem Augenblick, aus eigener Kraft an die Tabellenspitze gezogen hat. Eine Leistung die stolz macht und Mut für die Zukunft geben könnte. Das Projekt einer gemeinsamen FSG ist aufgegangen. Man fand sich – man spielte Fußball, feierte Erfolge, steckte Rückschläge bestens weg und dominierte nicht nur sportlich, sondern auch menschlich. Das Projekt ist noch lange nicht am Ende. Nach Corona soll es wieder weitergehen – so wie man sie kennt und liebt, dass Frauenteam aus Kernscheid und Tarforst, ganz egal in welcher Liga. André Mergener

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Gesperrte Duschen und Umkleiden – ein strenges Kontaktverbot und trotzdem absolvierte Fußball-Rheinlandligist FSV Trier-Tarforst am frühen Dienstagabend unter Auflagen das erste offizielle Mannschaftstraining nach der coronabedingten Spielpause Mitte März.

Ungewohnt und doch vertraut – betraten die Trierer Höhenkicker am sonnigen Dienstagabend den Kunstrasenplatz am heimischen Trimmelter Hof. Schon startklar und in voller Trainingsmontur – traute man sich wieder, wenn auch zaghaft, an den Ball, der seit 68 Tagen endlich wieder im Trainingsstil rollte

97812151 2920920781324793 7638245954616819712 oZumindest herrscht Klarheit in puncto Saison. Wie der Fußallverband Rheinland jüngst mitteilte – wurde die aktuelle Runde mit sofortiger Wirkung abgebrochen. Der Erstplatzierte darf aufsteigen – Absteiger dagegen wird es keine geben. Die richtige Entscheidung – wie auch Chef-Trainer Holger Lemke unterstreicht: „Grundsätzlich halte ich es für die richtige Entscheidung die vom Verband getroffen wurde. Man hätte ja quasi weiterhin in der Luft gehangen und nicht gewusst – wann es wieder weitergehen könnte. Von daher bin ich über diese Entscheidung froh – da man sich jetzt nun voll und ganz auf die kommende Spielzeit vorbereiten kann.“

Und trotzdem war das erste Training anders. Die strengen Auflagen immer stets in der Hinterhand – kickte man mit geltendem Abstand. Kein Abklatschen – kein enger Körperkontakt, Training geht98346728 2920921031324768 7073915323828666368 o anders, da war man sich im coronageplagten Kollektiv einig.

Ein etwas anderes Programm als üblich – wo der Spaß, weniger der Ernst, im Vordergrund stand. Das Training war freiwillig und dennoch waren die meisten – nur wenige fehlten berufsbedingt, anwesend. An der ersten Station – die große Händedesinfektion, mussten quasi alle vorbei. Erst dann durfte man sich mit genügend Abstand auf den Zuschauerrängen umziehen.

Das Sportliche war letztendlich der schwierigen Situation bestens angepasst. Ein breites Aufwärmen – alle hielten sich auch brav an den 2-Meter-Abstand, galt es als erstes zu meistern, ehe Fußballtennis, Passübungen und Co., dass erste Training schließlich abgerundet haben. Kopfbälle und den Ball mit den Händen anfassen waren ebenfalls tabu. Aber auch an diese Auflage hielten sich alle sehr professionell. Die Jungs lachten trotz Einschränkung. Fast wie in alten Zeiten – wo man Fußball noch unbeschwert spielen konnte. „Sicherlich war es anders als man es bisher gewohnt ist. Doch wir müssen uns an die Vorgaben halten – und ich finde, dass der Verein dies auch sehr gut umgesetzt hat. Trotz diversen Einschränkungen hatte ich aber trotzdem das Gefühl – dass meine Jungs wieder froh waren zusammen trainieren zu können. Das Wir-Gefühl stand für mich im ersten Training ganz oben – und ich denke, dass ist uns auch sehr gut gelungen“, resümiert Chef-Trainer Holger Lemke das erste Aufbäumen nach der Corona-Zwangspause.

98475579 2920921504658054 2422278455916756992 oTrainiert werden darf jeweils nur einmal die Woche – ebenfalls eine Auflage, die zur Umsetzung aufruft. Für die Trierer Höhenkicker stünde der Dienstag demnach im Fokus – jedoch unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Bis zur Sommerpause – die Lemke seinen Jungs auch verspricht, soll noch mindestens drei- bis viermal unter diesen Umständen trainiert werden, wie der Ex-Profi klarstellt: „Der Trainingsplan aller Mannschaften ist klar strukturiert und auf eine Stunde begrenzt. Ich denke wir können uns noch drei- bis viermal treffen – ehe meine Jungs dann auch Mitte Juni in die Sommerpause gehen können. Mitte Juli – sofern die Virus-Lage sich nicht wieder verschlechtert, würden wir dann in die rund sechswöchige Vorbereitungsphase zur neuen Saison starten, die dann wohl Anfang September starten könnte. Es ist jedoch nichts in Stein gemeißelt – sodass alle Aussagen noch unter Vorbehalt getroffen werden müssen. Wir rechnen nämlich auch damit – dass die komplette Vorbereitung unter strengen Auflagen erfolgen wird“.

Eine Zeit – alles andere als fußballfreundlich. Und dennoch nimmt man die Krise an und versucht wie so oft – das Beste daraus zu machen. Der Optimismus überwiegt – auch im Lager des FSV, der zumindest ein wenig wieder in gewohnter Umgebung trainieren kann. André Mergener

Samstag, 16 Mai 2020 13:36

Saison-Abbruch offiziell bestätigt

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Weißer Rauch über der Schaltzentrale am Koblenzer Oberwerth – die Entscheidung ist gefallen. Nach Wochen des Grübelns – wie man die aktuelle Saison, die aufgrund der Corona-Krise Anfang März unterbrochen wurde, beenden würde, sprach der Fußballverband Rheinland nun das letzte Wort und entschied sich in Abstimmung mit Beirat und Vereinsvertretern dafür, die Spielzeit 2019/2020 abzubrechen.

Für Fußball-Rheinlandligist FSV Trier-Tarforst ist die Saison passé. Die Corona-Krise macht es möglich – die Leidenschaft am runden Leder womöglich bis Anfang September ruhen zu lassen. Dabei wurde lange diskutiert – ob es eine Saisonverlängerung oder gar einen Abbruch geben wird. Zahlreiche Videokonferenzen zwischen Verband und Vereinsvertretern wurden geführt – am Ende war man aber auch nach diesen Cyber-Gesprächen nicht wirklich schlauer. Erst eine digitale Umfrage – die seitens des FVR an alle 614 aktiven Vereine via Email geschickt wurde, brachte eine deutliche Meinung ins Rollen, die letztendlich in die abschließende Entscheidung des Verbands eingeflossen ist.

So votierten die teilnehmenden Vereine mit 83,5 Prozent für einen direkten Abbruch der bisher unterbrochenen Saison. Nur 16,5 Prozent dagegen plädierten für eine Fortführung. Die Umfrage-Beteiligung datierte 67,7 Prozent. „Nach mehrfachem Austausch mit vielen Vereinen – auch im Rahmen unserer Online-Dialoge, haben wir solch ein Ergebnis in etwa erwartet. Das Resultat spiegelt die Meinung der Vereinsvertreter aus den Dialogen wider“, gab FVR-Präsident Walter Desch jüngst auf der verbandseigenen Homepage bekannt.

Nun wurde entschieden – der FVR-Beirat hatte das letzte Wort und gab der Mehrzahl jener Umfrage ein tragendes Übergewicht. In den jeweiligen Ligen selbst sollen nach der Entscheidung des Verbands die aktuellen Tabellenersten aufsteigen. Sportliche Absteiger wird es keine geben. Dies würde demnach auch für Tarforsts Zweitvertretung gelten – die zwar mit vier Punkten den letzten Tabellenplatz in der Kreisliga-A Trier/Saarburg pflegt, dank des Corona-Abbruchs jedoch ''gerettet'' wäre. „Selbstverständlich werden wir diese Chance wahrnehmen. Wir sind die zweite Mannschaft einer Rheinlandliga-Elf und es ist am idealsten dann in der höchstmöglichen Kreisklasse anzutreten“, bekundet Zwote-Coach Daniel Will

Für die Rheinlandliga-Truppe dagegen fließt die Entscheidung ohne bitteren Beigeschmack ins heimische Fass. Platz dreizehn und dreiundzwanzig Punkte im Gepäck – blickt man demnach sorgenfrei bereits schon auf die kommende Saison – die sofern das Virus samt Auflagen es zulassen, Anfang September in die Vollen gehen kann. Bisher laufen die Planungen auf Hochtouren und ein Großteil der Mannschaft gab bereits schon die Zusage für eine weitere Saison im Tarforster Trikot. Inwieweit ein Training in den kommenden Tagen bzw. Wochen und Monaten wieder möglich ist – muss erst geprüft werden. Bislang sind zwar leichte Einheiten wieder möglich – jedoch mit Kontaktverbot, wie es die aktuelle Hygiene-Verordnung des Landes Rheinland/Pfalz vorgibt. Somit bleibt der gewohnte Trainingsbetrieb im Fußball weiterhin im Wartemodus – auch wenn man den Blick hoffnungsvoll wieder in Richtung Zukunft richten kann. Solange wird die Individualität jedes einzelnen Spielers also weiterhin groß geschrieben – für sich selbst verantwortlich die Vorgaben des Trainerteams aus der Ferne umzusetzen. Bisher machte der FSV auch eine sehr professionelle Figur – der zwar das Kicken am Ball vermisst, mit der Krise aber stets verantwortungsvoll umgeht.

Die vorstehenden Regelungen gelten demnach mit der Maßgabe auch für den kompletten Jugendspielbetrieb – dass der Verbandsjugendausschuss für die folgende Spielzeit in Absprache mit den Kreisen die Neueinteilung der Staffeln vornehmen wird. Dabei können zur Ermittlung von Aufsteigern nach Wiederaufnahme des Spielbetriebes Relegationsspiele nach § 7 Nr. 1 d, e SpielO durchgeführt werden. Daran kann bei Verzicht des Tabellenersten der jeweilige Tabellenzweite und bei dessen Verzicht der Tabellendritte teilnehmen. Ferner unterstreicht der FVR – dass hinsichtlich der Saison 2020/21 sowohl für Senioren-, Frauen-, Juniorinnen- als auch Junioren-Betrieb keine Regelungen festgelegt wurden, da derzeit noch völlig offen ist, wann der Spielbetrieb unter Berücksichtigung der jeweils geltenden Verordnung des Landes Rheinland-Pfalz wieder aufgenommen werden darf. Demnach kann bezüglich des Saisonbeginns und damit auch in Bezug auf einen eventuell zu verändernden Spielmodus – zum aktuellen Zeitpunkt, keine endgültige Entscheidung getroffen werden. Weitere Infos und Stimmen aus dem Verein folgen in den kommenden Tagen. (am)

 

Hier geht’s zur offiziellen Pressemitteilung des Fußball-Verbands Rheinland

 

Alle Infos zu den Corona-Regeln innerhalb des Vereins, gibt es auf unserer Corona-Spezial-Seite zu lesen

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Ein heißes Treiben inmitten eines sonnigen Mai-Sonntags. Es war der 20. Mai 2012. Die Sonne brannte gnadenlos auf den Kunstrasenplatz am heimischen Trimmelter Hof nieder – als sich mit Tarforst und Mehring zwei Teams gegenüberstanden, die dem Begriff Lokal-Derby mit aller Macht Leben einhauchten.

Auch auf den Rängen stand man eng beieinander. Kaum noch Platz zwischen den einzelnen Stufen – notierte man am Ende mit 600 Zuschauern den zweithöchsten Zuschauerrekord im Hause des FSV.

Aber auch sportlich erwartete man so einiges. Einen Underdog gab es nicht – höchstes ein mit Spannung erwartendes Bruderduell der beiden Fleck-Brüder, die oft vereint, an diesem Tag jedoch in unterschiedlichen Trikots sich gegenüberstanden. Stefan Fleck aufseiten des FSV – sein Bruder Michael lief für Mehring auf. Hitzige Worte bereits schon im Vorfeld – der Kampf war geladen, dass Spiel begann und nahm schon gleich zu Beginn mächtig an Fahrt auf.

tarforst mehring 007Bereits nach acht Minuten bildeten die Trierer Höhenkicker schon die erste Jubeltraube des Spiels – nachdem Patrik Kasel, am Ende der Saison wurde er zudem Torschützenkönig der Fußball-Rheinlandliga, mit dem 1:0 den Torreigen für sein Team eröffnete (8.). Hartgeführte Minuten folgten – ehe Mehring unmittelbar vor dem Pausenpfiff schließlich für eine kurzzeitige Wende sorgte. Erst glich Michael Fleck zum 1:1 aus (38.) – anschließend traf Achmed Boussi (44.) zum 1:2 aus Sicht der Tarforster und brachte seinen SVM zumindest für eine Minute lang eiskalt in Front. Denn die Führung der Gäste hielt im Hause des FSV nicht lange stand. Patrik Kasel – wieder trumpfte er vor dem Tor in Höchstform auf – netzte ein zum 2:2-Ausgleich und stellte die Uhren somit wieder auf Null.

Doch nach dem Seitenwechsel – beide Teams tankten in der Kabine reichlich Selbstvertrauen, erhaschten die Gäste von der Mosel zunächst den besseren Start in die zweite Spielhälfte. Tarforst gedanklich wohl noch abseits des Platzes – gelang dem SV Mehring, damals noch unter der sportlichen Leitung von Thomas Schmitt, ein torreicher Doppelschlag. Erst gelang Michael Fleck nur zwei Minuten nach Wiederanpfiff mit dem 3:2 die erneutetarforst mehring 004 Führung – anschließend traf auch Dominik Kohl (54.), der mit dem 4:2 aus Sicht der Gäste die Hausherren zunächst verstummen ließ.

Denn erst nach einer Stunde entsendet auch Tarforst wieder ein starkes Lebenszeichen – und das im Herzschlag von Goalgetter Patrik Kasel, der mit dem Treffer zum 3:4-Anschluss gemeinsam mit seinem Team wieder neue Hoffnung schöpfte (60.). Drei Minuten später schlugen die Trierer Höhenkicker nämlich erneut zu – dieses Mal in Person von Florian Weirich, der keck und mit Maß zum 4:4-Ausgleich einschob (63.).

Besonders die Schlussminuten genossen eine Spannung mit erhöhtem Puls. Ein offener Schlagabtausch entwickelte sich. Der Fight schraubte sich auf beiden Seiten zur Höchstform. Spätestens nach der erneuten Führung der Hausherren – wieder traf Patrik Kasel, der seinen FSV mit dem 5:4 ''fast'' auf die Siegerstraße brachte (77.), kochten auch die Emotionen auf den Rängen über. Ein Sieger lag noch fern – denn auch Mehring gab weiterhin Vollgas und dachte keineswegs ans Aufgeben. Schließlich wurde die gute Moral der Moselaner fünf Minuten vor Schluss belohnt – nachdem André Weinberg mit dem 5:5-Ausgleich für einen torreichen und vergesslichen Endstand sorgte.

Die Punkte wurden zwar geteilt und trotzdem flossen nach Spielende die Tarforster Tränen. Doch nicht wegen dem Ergebnis – viel mehr weil ein ganz Großer die heimische Fußball-Bühne verlassen hat. Markus Schwind – über Jahre hinweg die Nummer eins im FSV-Gehäuse gewesen, absolvierte beim 5:5 gegen Mehring sein letztes Spiel im Trikot des FSV Trier-Tarforst. „Niemals geht man so ganz“ schallte über die Lautsprecher der Sportanlage – als selbst bei Schwind gefühlsmäßig alle Dämme brachen. Ein großes Banner – vom Team einst kreiert, notierte die Aufschrift „DANKE SCHWINNI“. Von den Rängen gab es reichlich Applaus für einen ganz großen Sportsmann. Er war der Rückhalt des FSV – ein Schutzschild mit reichlich Talent und Wille, der nun damals wehmütig für immer seine Torwarthandschuhe an den Nagel hing. Noch heute erinnert man sich gerne an diesen besagten Mai-Sonntag zurück – wo nicht nur die Sonne gnadenlos strahlte, sondern auch Gefühle und Emotionen kein Halten mehr fanden. André Mergener

 

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Beste Freunde wird man nicht mehr – zumindest in diesem Fußballleben. Das sportliche Verhältnis zwischen Schweich und Tarforst ist angespannt – man könnte gar sagen, beide Clubs pflegen eine gesunde aber trotzdem spürbare Rivalität. Die vergangenen Duelle meist immer eine ''Schlacht'' im Fußballsinne – kochten nicht nur auf dem Platz, sondern auch abseits des Rasens die Emotionen oftmals über.

Harte Zweikämpfe – zahlreiche Fouls, etliche Karten und fiese Worte. Die Gangart – alles andere als zart, trugen beide Vereine so reichlich Nervenkitzel und Spannung auf die große regionale Fußballbühne.

Ein Spiel jener besagten Konkurrenten brannte sich besonders stark in die Erinnerung ein. Geschrieben stand der 21. September 2013 – als ein Schweicher Gastauftritt in eigener Hütte zur bitteren Pille wurde. Ein fieser Beigeschmack – obwohl es lange nach einem Sieg der heimischen Farben aussah.

20101105 Tarforst Schweich ALB 8Auf den Rängen zählte man knapp 300 Zuschauer. Voll bestückt und überschaubare Lücken – ging Tarforst damals leicht favorisiert ins Rennen. An der Seitenlinie hielt Trainer Patrick Zöllner die Geschicke in den Händen – auf der Gegenseite stand sein Kollege Eric Schröder. Trotz einigen Ausfällen auf eigener Bank – konnte Zöllner aber trotzdem eine starke Elf auf den Rasen zaubern, die der Schweicher Truppe gehörige Probleme bereiten sollte. Aber auch Schweich stand sattelfest dem Lokal-Derby gegenüber. Die alte und rare Truppe – so wie Schweich einst große Erfolge notierte, standen im Aufgebot geschrieben. Ein Patrick Quarry – ein Florian Beaudouin, ein Dario Mock im Tor und viele weitere Hochkaräter, die einst die Mosella prägten. Aber auch im eigenen Trikot standen Namen – die noch heute des heimische Leibchen tragen. Kapitän Bernhard Heitkötter – Thorsten Oberhausen, oder der noch verletzte Sven Haubrich.

Schon beim Einlaufen warf man sich böse Blicke zu. Es brodelte – die Zuschauer erahnten den bevorstehenden Fight auf Messers Schneide und wurden mit dem Verlauf des Spiels auch nicht enttäuscht.

Dabei gelang der Mosella ein Start nach Maß. Bereits nach acht Minuten gingen die Gäste vom Winzerkeller mit 0:1 aus Sicht der Tarforster in Front. Stefan Schleimer – zuvor mustergültig bedient von Alexander Schabo, brachte das Schweicher Schiff mit einem unhaltbaren Tor auf Kurs. Keine Chance für den damaligen FSV-Keeper Dominik Wintersig – der zum ersten, aber nicht zum letztem Mal in diesem Spiel hinter sich greifen musste.

Doch die Hausherren zeigten sich unbeeindruckt vom frühen Rückschlag. Der FSV agierte stark und ziemlich rasant – und glich nach gut zwanzig Minuten dank Tobias Spruck mit 1:1 aus. Der blitzschnelle Blondschopf nutzte eine kurzzeitig unkonzentrierte Schweicher Abwehr eiskalt aus – schlängelte sich drahtig in Richtung des Tores hindurch und traf schließlich freistehend vor TuS-Keeper Dario Mock zum bis dato verdienten Ausgleich.

Wenige Minuten später durfte man schließlich im heimischen Bund erneut jubeln – dieses Mal dank der 2:1-Führung, die Florian Weirich nach einer hohen Hereingabe Richtung Strafraum souverän mit dem Kopf verwandeln konnte. Das Spiel war gedreht – die Mosella angezählt,20101105 Tarforst Schweich ALB 12 deutete nun vieles auf einen weiteren Erfolg über den alten Rivalen hin. Die Folgeminuten gehörten dem FSV – der trotz zahlreiche Chancen jedoch keinen weiteren Treffer mehr erzielen konnte. Auch die Ränge klatschten im selben Takt. Der Takt auf dem Platz dagegen wurde noch ruppiger. Die Fouls – teilweise dem Frust des Gegners geschuldet, häuften sich und brachten einen ''fairen'' Spielfluss ins Wanken. Der Schiedsrichter – damals leitete Ingo Kreutz das hitzige Treiben, hatte mächtig Arbeit und behielt aber trotz zunehmender Härte, immer stets den professionellen Überblick.

Gegen Ende – die Uhr rief nur noch zehn Minuten Spielzeit aus, drehte die schon verloren geglaubte Mosella aber noch einmal auf. Man drückte auf den Ausgleich – Tarforst wirkte verunsichert, schlichen sich nun vermehrt kleinere Fehler in die eigene Hintermannschaft ein, die Schweich auch prompt ausnutzte. Viele Ecken und Freistöße folgten in den Farben der Gäste. Bislang jedoch ohne Erfolg – konnte Tarforst noch durchatmen, ehe in der Nachspielzeit schließlich das große Entsetzen seinen Lauf nahm. Es war die letzte Aktion des Spiels – als Markus Oltmanns mit Härte und Maß den Ball von rechts ins linke Eck schoss und sämtliche Tarforster Gemüter verstummen ließ. Der 2:2-Ausgleich – praktisch in letzter Sekunde. Für Tarforst eine gefühlte Niederlage – für die Mosella hingegen ein starker Triumph, der nicht nur einen Punkt in der Höhle des Löwen sicherte, sondern auch die alte Rivalität noch mehr schürte.

Heute trennen beide Clubs wieder eine Spielklasse. Die einst unvergesslichen Momente dieser Vereine bleiben jedoch bestehen – hofft man doch, dass Schweich bald wieder den Aufstieg in die Rheinlandliga verwirklichen kann. Dann könnte es nämlich weitergehen mit der endlosen Rivalität zweier Clubs – die den regionalen Fußball nicht nur spannend, sondern auch einzigartig machen. André Mergener

 

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Als Tarforst den zweifachen Durchmarsch probte

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dscf1820Corona gleich fußballfrei – doch die Erinnerung an bessere Zeiten, meist schöne und unvergessliche, bleiben unberührt trotz Krise in den Gedanken fest verankert.

Wisst ihr noch...? Oft fangen so Geschichten der Großeltern an – die ihren Enkeln Zitate aus Leben und Kultur erzählen. Gespannt lauscht man den Worten zu – und begibt sich meist auf eine Reise, um das Erlebte der Anderen gedanklich zu erfassen. Auch in der langen Vita des FSV Trier-Tarforst schlummern genau diese Geschichten – die man immer und immer wieder verkünden könnte. Errungene Siege – dramatische Spiele, tragische Niederlagen und vieles mehr. Das Archiv der heimischen Zunft ist groß – und doch fallen einem aber immer wieder die besonderen Eckpfeiler ein, die diesen Verein bis heute geprägt haben.

Wir verlassen das Jahr 2020 und begeben uns auf eine lange Reise zurück ins Jahr 2008 – genauer gesagt in die Saison 2008/2009. Der FSV Trier-Tarforst mutierte unlängst zu einer festen Größe in der Kreisliga-A Trier/Saarburg – spielte man in dieser Runde aber einen ganz besonders starken Fußball und ließ sämtliche Konkurrenz im Schatten verdunsten. Die frühzeitige Meisterschaft mit am Ende starken 59 Punkten war schon sicher und wurde spätestens am letzten Spieltag nach einem 2:2-Remis beim SV Pölich-Schleich mit reichlich Sekt begossen. Der Aufstieg in die Bezirksliga-West war perfekt – allen voran mit Meistertrainer Dirk Fengler, der beim FSV längst als Stratege mit harter Gangart gefeiert wurde.

Seine Arbeit hinterließ Spuren – auch wenn sich der Ton oftmals rau und hart anhörte. Die Spieler hatten Respekt – zeigten reichlich Zufriedenheit und münzten diese schließlich auf dem Platz in Erfolg um.

Denn auch im darauffolgenden Aufstiegsjahr – noch immer hielt Fengler die Zügel in den Händen, spielten die Trierer Höhenkicker eine beachtliche Saison in Deutschlands zweithöchster Verbandsklasse. Das Ziel war damals klar – den direkten Wiederabstieg mit aller Macht vereiteln. Doch vor dieser möglichen Tristesse war der FSV meilenweit entfernt. Der Blick ging stattdessen nachc12 20100516 svl fsv dirk fengle oben – und das über einen längeren Zeitraum. Nach der Winterpause vermuteten Kritiker jedoch einen Einbruch – schon oft gesehen bei noch euphorischen Aufsteigern. Doch auch dieses Szenario blieb den Tarforstern erspart. Statt einem Einbruch im sportlichen Sinne – stürmte der FSV auch nach der winterlichen Abstinenz allen davon und lieferte sich gemeinsam mit der Mosella aus Schweich ein bis zum letzten Spieltag stattfindendes Kopf an Kopf Rennen der besonderen Art. Das beste Heimteam der Liga aus Tarforst – gegen das beste Auswärtsteam der Liga aus Schweich. Für den Thron reichte es jedoch nicht. Am Ende sprang ein starker zweiter Rang heraus und die damit verbundene Relegationsrunde im Kampf und einen möglichen Aufstieg in die Rheinlandliga. Die beste Ausgangsposition – den Traum eines lupenreinen Durchmarsches zu verwirklichen, hatte letztendlich der FSV Trier-Tarforst, der zunächst zum Auftakt im Rahmen der Relegation gegen Metternich mit 3:2 und anschließend mit 3:0 gegen Hundsangen gewonnen hat. Zum letzten Spiel des Viererkampfs musste der FSV nach Neitersen. Auf der Emma – so heißt der damalige Hart- und heutige Kunstrasenplatz der Westerwälder, wollte man das heimische Sommermärchen küren. Der Kader war bereit und voller Euphorie – konnte man sich schließlich auch in diesem Unterfangen sicher behaupten und nach einem torlosen Unentschieden den Aufstieg in die Fußball-Rheinlandliga perfekt machen.

Tarforst war im Fußball-Olymp angekommen – zumindest auf Verbandsebene. Die Feier ging weit bis in die Nacht – und fand schließlich auch nach Ankunft im heimischen Tarforst kein Ende. Sekt und Wein flossen in Strömen – ein Auto-Corso durch das Dorf und eine jubelnden Menge verneigte sich einst vor dieser charakterstarken Truppe. Wieder führte Dirk Fengler die glorreiche Regie – der sich nun zwei Aufstiege in Folge in seine erfolgreiche Tarforster Vita notierte. Die Mission Rheinlandliga konnte schließlich beginnen – gemeinsam mit Fengler, der auch 2011 mit seinem Team für mächtig Furore sorgte.

dscf1808Aber auch die erste Rheinlandliga-Saison in der Geschichte des FSV konnte sich sehen lassen. Noch von reichlich Euphorie getragen – durchlief man schließlich mit einem breiten Grinsen zahlreiche Spieltage und landete am Ende als Aufsteiger auf einem starken fünften Tabellenplatz.

Doch schon im zweiten Rheinlandliga-Jahr in Folge wurde es holpriger. Die Gegner wurden zäher und die eigenen Kräfte schraubten sich nach unten. Und trotzdem bot man Kampf und Leidenschaft – auch wenn es nicht immer zum großen Sieg reichte. Doch bereits schon am vierten Spieltag – der FSV gastierte beim damaligen Oberliga-Absteiger SG Bad Breisig, gab es den ersten doppelten Paukenschlag im eigenen Trikot. Die heimischen Farben unterlagen im Schatten des Rheins deutlich mit 3:5 und spätestens in der Kabine – verstummten sämtliche Gemüter. Dirk Fengler gab überraschend seinen Rücktritt bekannt. Eine Aussage mit der keiner gerechnet hatte und auch wollte. Fengler galt als Aufstiegs-Ikone – drehte er aber von nun an seinem FSV den Rücken zu. Traurigkeit und Sprachlosigkeit standen geschrieben – mussten die Trierer Höhenkicker schließlich mit dieser bitteren Gewissheit die Heimreise nach Trier-Tarforst antreten.

Eine Saison mit reichlich Rückschlägen folgte – sprang am Ende aber trotz all den turbulenten Umständen mit 42 Punkten und Platz dreizehn, der sichere Klassenerhalt heraus.

Es war die zweite Saison in Deutschlands höchster Verbandsklasse in Folge. Acht weitere Jahre in dieser Liga sollten schließlich noch folgen – ehe die Corona-Krise im Hier und Jetzt den Fußball erneut zum Schweigen brachte.

Trotz Krise liegen aber noch viele weitere schöne Geschichten im Archiv auf Abruf. Man will sie erzählen – ob schön oder unschön, dass Erlebte kann keiner einem nehmen, noch nicht einmal ein Virus, dass uns wohl noch ein Weilchen begleiten dürfte. André Mergener

 

Mehr Bilder vom Aufstieg in die Rheinlandliga und noch viele weitere gibt´s hier