Montag, 11 Januar 2021 08:29

„Für einen Re-Start wären wir sehr gut gerüstet“

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Neues Jahr, neues Glück? Für den hiesigen Amateursport müsste es aber stets heißen, neues Jahr, selbes Leid. Nach wir vor herrscht Corona mit politischer Macht und der Fußball schweigt wie eh und je. Auch im Lager von Fußball-Rheinlandligist FSV Trier-Tarforst. (Bild: Wolfgang Ziewers)

 

„Die Ungeduld meiner Jungs wächst“

Immer noch kein Training und erst recht kein Wettkampfmodus, steht die Verzweiflung bei Spielern, Trainern und Verantwortlichen jeweils groß geschrieben. „Die Ungeduld meiner Jungs wächst, dass merke ich immer mehr“, betont Chef-Trainer Holger Lemke, der sein Team überwiegend nur noch vom Onlinemodus her kennt. „Die Distanz geht uns sicherlich alle auf die Nerven, aber wir können es halt derzeit nicht ändern“, erklärt der Ex-Profi weiter, der in dieser eintönigen Zeit sogar eine Challenge für seine Jungs eingebaut hat, wie er folgend fortführt: „Die sonstige Lage bei uns sieht ähnlich aus wie bei anderen Teams. Wir sehen alle einen Hauch Normalität herbei und vermissen es sehr sich mal wieder mit Freunden zu treffen, Fußball zu spielen und sich frei zu bewegen. Bislang haben wir hauptsächlich mit individuellen Trainingsplänen und diversen Zoom-Einheiten gearbeitet. Um es nicht ganz so eintönig werden zu lassen, haben wir uns eine originelle Team-Challenge ausgedacht, wo jede Woche praktisch neue Challenge´s aufgegriffen werden. Dort kann jeder Spieler für sein Team Punkte sammeln. Die Sieger bekommen dann anschließend einen kleinen Preis.“

2021 ist noch jung und ziemlich frisch. Gute Vorsätze sind noch vielversprechend, freut sich aber auch Lemke auf das neue Jahr, auch wenn man noch nicht genau weiß wie und wann es weitergehen könnte mit dem Fußball: „Ich gehe ziemlich positiv in das neue Jahr. Wir als Mannschaft hoffen natürlich das man die Pandemie irgendwie in die Griff bekommen wird und dann endlich ein Stück Normalität einkehrt. Sportlich erhoffen wir uns zudem, dass es genau so weiter geht wie vor dem Lockdown. Wir haben eine gute und starke Truppe, die nicht nur charakterlich gut zusammenpasst, sondern auch erfolgreich ist und den Spaß am Fußball nie aus den Augen verliert“, unterstreicht Lemke mit stolzer Miene.

 

Abbruch wird wahrscheinlicher

Nachdem der ersten Re-Start-Versuch für Anfang Januar politisch verpuffte, hofft man nun gespannt auf den zweiten Anlauf des Re-Starts, den der Verband für Ende Februar / Anfang März ins Auge gefasst hat. Auch möglich und das prozentual auch immer wahrscheinlicher, ein erneuter Abbruch, ähnlich wie im Frühjahr 2020 im Verlauf des ersten Lockdowns.

„Ein erneuter Abbruch will keiner, ist aber durchaus möglich. Mittlerweile ist es echt schwer eine Prognose abzugeben. Fakt ist natürlich, um so länger ein Re-Start hinausgezögert wird, desto unwahrscheinlicher ist es, dass die Saison in irgendeiner Form fortgesetzt wird. Wir hoffen natürlich alle, dass sich der Verlauf positiv entwickeln wird“, untermauert Lemke mit hoffnungsvoller Stimme, der sein Team für einen möglichen Re-Start aber stets gut gerüstet sieht: „Wir wären sehr gut gerüstet. Die angeschlagenen Spieler sind soweit wieder fit, dass würde heißen, wir könnten auf nahezu alle Spieler zurückgreifen. Zudem sind die Jungs allesamt auch leistungstechnisch richtig fit und haben richtigen Bock endlich wieder zu kicken.“

 

Luxemburg lockert – Deutschland schweigt

Während in Deutschland der Fußball auf Amateurebene weiterhin schlummert, ist er zehn Kilometer weiter Richtung Luxemburger Grenze ab dem 11. Januar offiziell wieder erlaubt. Zwar unter strengen Hygieneauflagen und ohne Zuschauer, aber dem Trainings- sowie Spielbetrieb, auch für unterklassige Teams, wurde die Startfreigabe erteilt. Auch für Lemke ein komisches Gefühl zu wissen, dass in unmittelbarer Nähe wieder Fußball gespielt werden kann, während seine Jungs weiterhin mit den Hufen scharren: „Es ist schwer darüber zu urteilen. Jeder möchte natürlich das es endlich weitergeht, aber die Gesundheit jedes Einzelnen sollte im Vordergrund stehen. Aber trotzdem ist es für uns sehr komisch, wenn hier alles eingeschränkt ist und zehn Kilometer weiter geht alles normal weiter. Vielleicht können wir uns von Luxemburg ja einige Erkenntnisse hinzugewinnen, sodass wir auch mit bestimmten Konzepten bei uns wieder zeitnah Fußball spielen können.“

 

Kein Bedarf auf dem Transfermarkt

Es bleibt also weiterhin viel Zeit für andere Dinge. Eventuell auch für die ein oder andere Spielerverpflichtung? „Zur Zeit sehen wir keinen großen Bedarf, da wir einfach richtig gut aufgestellt sind. Dennoch wären wir einer Neuverpflichtung, die uns qualitativ weiterbringen würde, natürlich nicht abgeneigt“, erklärt Holger Lemke abschließend, der schließlich weiterhin mit seinen Jungs im Onlinemodus verweilt – mit der Hoffnung, auf eine baldige Rückkehr zum Fußball, so wie wir ihn kennen und lieben.

 

André Mergener

 

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