Dienstag, 23 Februar 2021 09:27

„Eine faire Lösung für alle Mannschaften wird es nicht geben“

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Er gilt als Routinier im Tarforster Defensivbund. Erfahrung, Ehrgeiz, Stärke und der nötige Biss zeichnen ihn aus, mauserte sich Fabio Fuhs unlängst zu einem echten Führungsspieler in den Reihen von Fußball-Rheinlandligist FSV Trier-Tarforst. Doch eine üble Verletzung warf ihn zurück – zwar nicht meilenweit, jedoch spürbar, war der Ex-Profi zunächst zum Zuschauen verdammt. Wochen der Genesung lagen vor seiner Brust. Als ein Comeback nun immer näher rückte und die lästige Verletzung eine gute Heilung versprach, kam ihm schließlich die coronabedingte Spielunterbrechung in die Quere. Für Fabio Fuhs gleich doppelt schmerzlich. Sein persönlicher Stillstand geht somit in die Verlängerung. Die Hoffnung ruht auf einem möglichen Re-Start. Wie er sich aktuell fit hält, wie der Kontakt zu seinen Mannschaftskollegen aussieht und wie er vermutet wie es mit der unterbrochenen Saison weitergehen könnte, verriet er nun im Interview: (Bild: Wolfgang Ziewers)

 

Hallo Fabio! Das letzte Spiel für dich beim FSV liegt schon eine Weile zurück. Der Grund war damals nicht Corona – sondern eine üble Verletzung. Wie gut hast du dich nun auskuriert und wie geht es dir nach überstandener Verletzung?

Fabio Fuhs: Ich hatte einen ziemlich tiefen Muskelfaserriss in der Wade, sodass ich fünf Wochen ausgefallen bin. Als ich wieder fit war, wurde gerade der Spielbetrieb aufgrund der hohen Infektionszahlen wieder eingestellt. Das war sehr schade, weil ich diese Zeit gut genutzt hatte, um hinsichtlich der Fitness nochmal einen Schritt nach vorne zu machen.

 

Du sprachst die coronabedingte Spielunterbrechung gerade an – für dich die richtige Entscheidung?

Fabio Fuhs: Grundsätzlich finde ich, dass die Coronathematik ein sehr, sehr schwieriges Thema ist. Um ehrlich zu sein, fühle ich mich nicht kompetent genug um das Ganze abschließend bewerten zu können. Außerdem halte ich es für gefährlich, wenn jeder seine Position zu solchen anspruchsvollen Themen öffentlich kundtut. Was ich dazu sagen kann, ist, dass ich der Meinung bin, dass jeder Bereich in unserer Gesellschaft seinen Beitrag leisten muss diese Pandemie zu beenden. Und dazu gehört auch der Fußball. Ich sehe aber auch die Folgen, die eine solche Unterbrechung mit sich bringt. Ich bin Grundschullehrer in Ehrang und auch Jugendtrainer bei der SG Ehrang-Pfalzel und ich weiß, was es für Kinder bedeutet kein Vereinssport ausüben zu können. Meine Hoffnung ist, dass die Pandemie weiterhin vom Großteil unserer Bevölkerung ernstgenommen wird und wir diese schnellstmöglich besiegen und wir wieder in unser privilegiertes Leben zurückfinden können.

 

Bis zum heutigen Tag ruht nun der Ball. Wie vertreibst du dir die Zeit seither und wie hälst du dich fit?

Fabio Fuhs: Ich habe meine sozialen Kontakte extrem runtergefahren, sodass ich meine Freunde wenig oder gar nicht sehe. Größtenteils bin ich aktuell entweder in der Schule oder auch zuhause. Unter der Woche gehe ich viel Laufen um fit zu bleiben. Was mir aber sehr fehlt, ist das Krafttraining im Fitnessstudio. Gerade für mich ist dies sehr wichtig, damit ich meine Leistung bringen kann.

 

Wie steht der Draht zu deinen Mannschaftskollegen und über was tauscht man sich dann so aus?

Fabio Fuhs: Zu ein paar habe ich Kontakt. Leider muss man schon sagen, dass die Pandemie dazu beigetragen hat, dass der Kontakt untereinander weniger geworden ist. Was der Verein sehr gut macht, ist eine Mannschafteinheit während der Woche als Videokonferenz anzubieten. So verliert man sich nicht ganz aus den Augen.

 

Wie denkst du geht es weiter – glaubst du noch an einen Re-Start?

Fabio Fuhs: Ob es einen Re-Start gibt, denke ich, hängt von den nächsten Wochen ab. Ab kommender Woche starten die Grundschulen mit dem Wechselunterricht. Man wird schauen wie sich diese und weitere Lockerungen auf die Infektionszahlen auswirken werden. Ich hoffe, dass wir zumindest die Hinrunde zu Ende spielen werden.

 

Wäre ein Saisonabbruch nicht die einfachste und fairste Lösung?

Fabio Fuhs: Hier gibt es sicherlich verschiedene Sichtweisen. Eine faire Lösung für alle Mannschaften wird es nicht geben. Diesem Umstand muss sich bewusst sein. Ich persönlich nehme es wie es kommt. Ich glaube nur, dass man ausreichend Vorbereitungszeit einplanen sollte bevor man die Saison weiterspielt, da sonst schwere Verletzungen sich häufen könnten.

 

Was vermisst du am meisten am Fußball?

Fabio Fuhs: Ich vermisse das Spielen an sich. Mein ganzes Leben war und ist vom Fußball bestimmt, das ist mir in der Pause wieder bewusst geworden. Aus diesem Grund möchte ich auch noch solange wie möglich aktiv Fußball spielen.

 

Wirst du das Tarforster Trikot auch über die Saison hinaus weiterhin tragen?

Fabio Fuhs: Meine Entscheidung, wo ich nächste Saison spiele ist bereits gefallen. Ich habe unserem Trainer bereits mitgeteilt, dass er nächste Saison mit mir planen kann. Für mich war wichtig, dass der Verein mit unserem aktuellen Trainer verlängert. Ich fühle mich in Tarforst sehr wohl und hoffe, dass ich nochmal richtig fit werde um meinen Beitrag leisten zu können, dass wir eine erfolgreiche Zeit beim FSV haben werden.

 

Okay Fabio – ich danke dir für das Interview und wünsche dir eine schnelle Rückkehr auf den Platz und weiterhin alles Gute und Gesundheit.

Fabio Fuhs: Danke ebenfalls!

 

André Mergener

 

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