Mittwoch, 12 Mai 2021 08:53

Wenn der digitale Umtrunk zur Tradition wird

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Trainerfoto 2. MS

Kontinuität, eine eingespielte Mannschaft und eine sattelfeste Marschroute vor Augen. Ziele sind wichtig – besonders in Zeiten wie diesen. Sie geben Hoffnung und vermitteln auch eine Art Normalität, die dann hoffentlich auch bald wieder die regionale Fußballwelt umhüllt.

Der ungewollte Stillstand traf auch die zweite Mannschaft des FSV Trier-Tarforst hart. Ähnlich wie auch im Kader der Rheinlandliga-Elf, so sind auch Trainer Daniel Will die Hände gebunden. Eingeschränkte Möglichkeiten – ungewollt und auf sicherer Distanz, versucht der Übungsleiter, der dem FSV seit nun mehr als 30 Jahren schon die Treue hält, dass Beste aus dieser komischen und zum Teil skurrilen Situation zu machen. Es bleibt bei der digitalen Sause – vorerst bis auf unbestimmte Zeit, wo er seine Truppe zumindest vor dem Bildschirm weiterhin auf Trab halten möchte.

„Trotz der aktuellen Situation ist die Stimmung im Team aber dann doch überraschend gut. Wir sehen uns einmal die Woche zu einer Online-Fitness-Einheit mit unserer Trainerin Christina. Anschließend belohnen wir uns noch mit ein paar Kaltgetränken vor dem Bildschirm und quatschen einfach ein wenig miteinander. Natürlich merkt man aber die Ungeduld bei meinen Jungs. Sie wollen endlich wieder raus auf den Platz und Fußball spielen“, sagt Daniel Will, der die Arbeit hinter den Kulissen aber stets fortsetzt. Gespräche mit potenziellen Neuzugängen und schließlich auch mit seinem aktuellen Kader. Sein Ziel ist es, so viele Spieler wie möglich zu halten. Bis dato sieht es auch gut aus, wie Will weiter ausholt: „Mich freut es sehr das wir bisher den Großteil der Mannschaft halten konnten. Das zeigt mir, die Stimmung plus die Harmonie intern stimmen und das ist der wichtigste Eckpfeiler einer guten Mannschaft. Wir haben die Gespräche relativ früh geführt und Anfang des Jahres teilweise schon abgeschlossen. Ich wollte schnell Klarheit und dies ist mir und uns als Mannschaft auch sehr gut gelungen. Auch wenn wir bislang keine Neuen zu verzeichnen haben, freut es mich um so mehr, dass wir weiterhin auf eine eingespielte Mannschaft bauen können. Zudem ist geplant, dass auch einige Jungs aus der A-Jugend aufrücken werden, wer und wie viel ist allerdings noch unklar. Ich hoffe nun das auch die restlichen Gespräche mit einigen Spielern meiner Mannschaft positiv verlaufen werden, sodass sie uns auch weiterhin zur Verfügung stehen werden. Ich würde es mir sehr wünschen.“ Verlassen hat den FSV bislang mit Matondo Makiadi (berufliche Gründe), Dylan Ngoumanou (SV Ehrang II) und mit Niclas Christoffel (TuS Issel) nur drei Spieler.

Der Blick in die Zukunft macht Daniel Will jedoch Mut. Ein Hauch Normalität und das sogar wieder auf dem Platz und unter gewohnten Umständen, könnte Ende Mai bzw. Anfang Juni wieder erfolgen. Erst dann – wenn Klarheit über den weiteren Verlauf herrscht, geht Will in die finale Planung zur neuen Saison ein, wie der 36-Jährige unterstreicht: „Wir werden jetzt erst einmal so weiter ''trainieren'' wie bisher. Etwas anderes bleibt uns ja auch nicht übrig. Natürlich hoffen wir alle das wir Ende Mai wieder auf den Platz können. Wird dies geschehen – ist es geplant, dass wir uns einmal die Woche treffen und trainieren werden. Erst wenn der Fußballverband Rheinland uns eine sichere Prognose zuspricht wie und wann es wieder weitergeht, werden wir auch richtig in die Vorbereitung samt Planung einsteigen. Ich rechne mal damit das dies Ende Juni/Anfang Juli erfolgen könnte“, blinzelt Daniel Will hoffnungsvoll nach vorne, der aber schon jetzt kleine Saisonziele in Stein meißelt, wie er abschließend bekundet: „Mein Ziel wird es sein, die Mannschaft sportlich und menschlich weiterzuentwickeln, sodass wir uns im Mittelfeld der A-Klasse etablieren können. Hier bin ich aber sehr optimistisch das uns dies auch gelingen wird. Die Motivation – endlich wieder Fußball spielen zu dürfen, ist riesig und genau das werden meine Jungs, sobald es auch wieder auf den Platz geht, unter Beweis stellen.“

 

André Mergener

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