Mittwoch, 29 Januar 2020 19:08

Schweißperlen und andere Fußball-(Sünden)

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66123147 917943535205856 4029928072504410112 nHinter Fußball-Rheinlandligist FSV Trier-Tarforst schlummern bisher sechs harte Trainingseinheiten sowie das erste Testspiel – dass man am vergangenen Samstag zuhause über die klassentiefere SG Ruwertal deutlich mit 9:1 gewinnen konnte. „Wir müssen die Kirche im Dorf lassen“, liebäugelt Chef-Trainer Holger Lemke – der dem jüngsten Kantersieg auf Test-Ebene keine all zu große Bedeutung schenkt. Für den Ex-Profi zählen mehr die Leistungen im Training – die er von all seinen Spielern verlangt. Sein Arbeits-Stil ist hart und gnadenlos. Die schweißtreibenden Einheiten sichtlich bekannt – zieht man aber trotz steigendem Level im Kollektiv motiviert mit.

Das man auch unterm Dach mächtig Schweißperlen produzieren kann – bewiesen die Trierer Höhenkicker nun zum Start in Woche zwei. Am Montag erfolgte eine Body-Pump-Einheit beim Fitnesspartner smileX. Auch hier ging der FSV am späteren Abend ans leistungseigene Limit – so wie einst vom Trainerteam erwünscht. Die Muskeln müssen brennen – der Atem hecheln, denn gerade im Bereich der kollektiven Fitness kennt Lemke keine Gnade.84341198 10158292922783010 6326332281199788032 o

Weitere Einheiten standen ferner am Dienstag und am Mittwoch geschrieben – jeweils unter freiem Himmel. Im Vergleich zur ersten Woche zog man die Zügel noch enger an. Das Pensum ist gestiegen – die Motivation jedoch weiterhin in der Balance, blickt man schon eifrig auf Freitag, wo man die dritte und auch letzte Trainingseinheit in Woche zwei absolviert. Abschließend durchläuft man samstags zudem ein weiteres Testspiel gegen den klassentieferen Bezirksliga-Aufsteiger SV Rot-Weiß Wittlich. Auch hier stehen diverse Versuche bezüglich Aufstellung und Taktik auf der Maxime. Alle fitten Spieler sollen zum Einsatz kommen. Das Ergebnis für Lemke somit auch in diesem Aufbäumen nur zweitrangig – möchten die Tarforster aber trotzdem auch bei Rot-Weiß, eine gute und letztendlich treffsichere Figur machen. Anders wie die in der unteren Tabellenhälfte angesiedelte SG Ruwertal – belegen die Wittlicher derzeit mit 26 Punkten den fünften Platz und verfügen über reichlich Qualität, die wohl auch am Samstag den eigenen Farben so einiges abverlangen wird.

Fast in gewohnter Manier trifft auch wieder FSV-Winter-Neuzugang Patrik Kasel. Der Tarforster Torschützenkönig von 2012 beeindruckt wieder in bestechender Form und das mit seinen schon 33 Jahren. Doch an ein Aufhören denkt der Stürmer keineswegs – viel mehr möchte er sich in Deutschlands höchster Verbandsklasse noch einmal beweisen und seinen einst so starken Torriecher aufs Neue entfalten.

Die Qualität im Kader ist demnach enorm – nicht zuletzt aufgrund von Kasel´s Ergänzung. Alle Spieler tragen reichlich Stärke auf den Platz und überzeugen nicht als Solo-Protagonisten – sondern viel mehr als eingeschworene Einheit, die letztendlich auch das Zünglein an der Waage ausmalt. „Wir kennen unsere vorhandene Stärke“, schwärmt Holger Lemke einst zum Trainingsauftakt in der vergangenen Woche. Die Hoffnung ist nun groß – dass man alle Spieler verletzungsfrei durch die sechswöchige Wintervorbereitung trägt. Der Kader selbst ist riesig – konnte man sich auf allen Positionen breit ausfächern, ganz zur Freude von Lemke, der nun ebenfalls auf eine schnelle Rückkehr der noch angeschlagenen Spieler hofft. Bislang schreibt man mit Sven Haubrich – Marcel DSC00093Dammer, Philipp Hahn, Fynn Martin und mit Christian Steinbach fünf Ausfälle mit Status leichtes Aufbautraining. Die Genesung schreitet voran – wenn auch vereinzelt in kleinen Schritten.

Einen großen Schritt genießt derweil der aus der eigenen A-Jugend hochbeorderte Noah Schuch (hier links im Bild mit der Nummer 19, nach seinem Treffer, Arm in Arm mit Patrik Kasel) – der nicht nur aktuell am Mannschaftstraining teilnimmt, sondern auch seinen ersten Testspieleinsatz im Glied der ersten Mannschaft pflegt und sogar mit dem finalen Tor über Ruwertal zum starken 9:1-Sieg beitragen konnte. Man schreibt dem 18-Jährigen reichlich Talent zu. Von der C-Jugend der Trierer Eintracht einst in den Trierer Höhenstadtteil gewechselt – nahm Schuch anschließend eine gewaltige Entwicklung, wo der Mittelfeld-Allrounder nicht nur auf zahlreiche Einsätze in der A-Jugend zurückblickt, sondern auch schon elf Auftritte im Kader der Zwoten (Kreisliga-A Trier-Saarburg) notiert.

Schuch dürfte demnach auch am Samstag wieder in den Genuss kommen – im Rahmen eines Testkicks zu spielen. Rot-Weiß Wittlich – bislang das schwerste Kaliber der noch jungen Wintervorbereitung, dürfte den Trierer Höhenkickern, die in der Ferne auflaufen werden, so einiges abverlangen. Bekannte Namen schmücken den Kader des scheidenden Trainers Albert Rodalec Miyamou-Souza – der ab der kommenden Spielzeit von Ex-Mehring-Coach Frank Meeth abgelöst wird. Zudem komplettiert Rot-Weiß die eigene Stärke mit regionalbekannten Namen wie Albutrin Aliu – Kevin Arbeck, Blendi Aliu, Meliani Saim, Luca Heintel und Tilmann Meeth. Auch ein Ex-Tarforster trägt derweil das rot-weiße Trikot. Qendrim Bukoshi trug in der Saison 15/16 das heimische Dress und brachte es damals unter Trainer Patrick Zöllner auf acht Einsätze.

Ein dicker Brocken – zum Glück nur mit Testspiel-Charakter, steht dem FSV mit dem Wittlicher Überflieger wohl der erste richtige Härtetest bevor. Anstoß am Samstag ist um 15:00 Uhr auf dem Kunstrasenplatz im Wittlicher Sportzentrum. André Mergener

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